Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

empor, adv.

Fundstelle: Band 7, Spalte 1277, Zeile 7 [Albrand]
EMPOR adv.   (1) ahd. in bor(e), in por(e), mhd. enbor(e), enpor(e). zusr. von in präp. und ahd. bor n., mhd. ält. nhd. bor f. ‘höhe, spitze’. bor n., f. ist wohl zur idg. wz. *bher- ‘heben, tragen’ zu stellen, zu der z. b. auch ahd. (gi)beran, mhd. (ge)bern, nhd. gebären vb. ‘tragen, hervorbringen’ gehören es ist im ahd. fast nur in der verbindung in bore (d. sg.) und in bor (a. sg.)in der höhe, in die höhe’ bezeugt. (2) assimilation, enbor, enpor zu embor, empor, ist seit etwa 1300 nachweisbar. entpor, entbor vom 15. bis 17.jh., wohl unter einfluß des präfixes ent-. die heutige form empor setzt sich im 16. jh. durch. (3) das wort ist mhd. häufig bezeugt, frnhd. abnehmend, in der dichterischen sprache des 18. jhs. wieder aufgegriffen (in der bedeutung 2). 1 oben, in der höhe, auf der oberfläche von etwas: 8.jh. excelsus erectus inpore inrihdit ahd. gl. 1,249,29 S./S. ⟨v1022⟩ êr er (Herkules) in (Antäus) ûf-erhuob unde in in bore (in aere) ervuurgta Notker 1,3,327 ATB. ⟨1180/90⟩ do horten si ein stimme oben enbor obd. Servatius 1584 W. ⟨u1320⟩ man sach .. / .. ein capell die was enpor; / stieg, die gïngen zü dem tor märterb. 21027 DTM. ⟨1439⟩ solt man in ainen stab vor tragen auffrecht entpor ref. Siegmunds 289 MGH. 1592 einen guldenen himmel, welcher ohn stangen, mit seydenen schnüren, entbor auffgespannet gewesen Hertzog chr. Alsatiae 2,184. 1646 so ist .. an der fordersten seite (der ehrenpforte) ziemlich hoch empor, ein sehr groß außgestrecktes gemelde præsentiret Martini beschr. C 4b. – empor (sein) unterwegs sein, noch oder wieder auf den beinen (sein): ⟨1490⟩ uff donrstag .. ist unnsern burgermaistern warnung komen, die bischöffischen seyen embor, die von Mänchingen zuͦ überziehen unnd zestraffen (Augsb.) chr. dt. städte 25,351. ⟨u1663/5⟩ dem (fürsten) Rakoczi, so (mit seinem kriegsvolk) noch entpor vndt auff den füssen were font. rer. austr. I 4,33. 1724 wie seltsam kartet doch das glück! kaum hab ich den fahl wahrgenommen, seh ich mich schon wieder empor Stranitzky haupt- u. staatsaktionen 1,333 WLV. 2 hinauf, in die höhe: 8./9.jh. exaltat haohit inpor arhafit ahd. gl. 1,124,37 S./S. ⟨u1200⟩ dô nam ern underz kinnebein, / rehte vliegent stach er in / enbor über den satel hin, / daz er ûf dem sande gelac Hartmann Iwein 75336 B./L. hs. 1471 an dem tantz sprang ich vast vor, / mit dem haubt frölich empor liederb. Hätzlerin 41b H. ⟨1577⟩ wann jr ein pferd lufftig redoppiert, allein mit den vordern fuͤssen empor vnd daß es die hindern bey der erden behalt Hörwart reyterey (1581)36a. 1635 steh weit von mir, und red empor ordensdrama 54 DLE. 1768 die erhebung des sohns von dem staub’ hinauf zu dem himmel / aller himmel, empor zu dem throne des ewigen vaters Klopstock messias (1755)3,3. ⟨1819⟩ auf! auf, mein geist .. empor vom dunkeln erdenthal! / empor zum lichten sternensaal! Arndt 5,48 R./M. 1964 tauben, die .. aufflatterten mit großem rauschen empor zu den .. gesimsen Frisch Gantenbein 111. – empor wollen hochfliegende pläne haben, nach ansehen oder macht streben: 1533 mundus wil empor, das sie jungker sey et ehr habe (nachschr.) Luther w. 37,170 W. 1567 wenn man hoch empor wil, vnd felt doch gar zu bodem Milichius schrap teufel C 2a. jünger noch: 1933 der mensch will höherkommen, .. und der betreffende emporwollende hat auch das bestreben, die sache richtig zu erfassen Vida problem 10.

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Zitationshilfe
„empor“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/empor>, abgerufen am 16.10.2021.

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