Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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1enkel, m.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1334, Zeile 40 [Horlitz, Albrand]
1ENKEL m.   mhd. eninkel, frnhd. enikel. dim. zu ahd. ano m. ‘ahn, großvater’, mhd. ane, an, ene m. ‘großvater, urgroßvater’ mit dem diminutivsuffix -inklīna-, einer an n-stämmen erwachsenen verbindung von germ. -ka-, -la- und -īna. zur idg. wz. *-an-, einer bezeichnung für männliche oder weibliche ahnen. die älteren wortformen bleiben im nhd. teilweise lange gebräuchlich, so enenkel bis ins 18. jh., vgl. noch 1734 Scharffenstein Ober-Elsaß 58, enikel bis ins 17. jh., vgl. noch 1662 Maurer chr. wienn. D5a. das genus gelegentlich auch neutr.das wort ist seit dem 12. jh. im bair.-öst. raum bezeugt. verkehrssprachlich verbreitet es sich seit dem 16. jh. es ersetzt die ältere bezeichnung neffe, ahd. nefo m.enkel, verwandter, nachkomme’. 1 kind des sohnes oder der tochter. bis ins 18. jh. hinein das männliche wie das weibliche großkind, seitdem für das weibliche kind überwiegend die abl. enkelin f.: 2.h12.jh. unde stuont Aaronis eninchil (Pinehas) unde huldigte (ps. 106,30) windb. psalter 2,202 K. ⟨u1280⟩ hern Jansen eninchel heize ich Jansen Enikel fürstenb. 599 MGH. 1399 Nicklos Kromers zune, der do ist Nicolai Schusterst enkil stadtb. Zipser Neudorf 87 W. 1501 pfalltz graf Otten bey Rein, der auch herczog in Bairn vnd curfürst was, wann er ain ennckel des ersten pfalltzgraf Otten was chr. pfalzgrafen bei Rhein b2a L. 1620 was jtzt gesagt ist von den söhnen, solches soll auch verstanden werden von den töchtern vnd enckeln, das seynd die kindeskinder landrecht Preussen 1,107. 1749 Joachim Friederich von Brandenburg, ein enkel Joachims II. Bock Preussen 68. ⟨1841⟩ Samuel, ein uralter greis, von seinem enkel geführt, tritt auf Hebbel I 1,31 W. 1979 wenn die oma den enkel auffordert, gegenüber seiner haftpflichtversicherung so zu tun, als hätte er ihr sofa mit einer zigarette verbrannt, obwohl sie es selbst war frankf. allg. ztg. 149,13. – gelegentlich auch für ein kind oder kindeskind des bruders oder der schwester, (groß)neffe, (groß)nichte: ⟨1328⟩ das sint geswistreit chindes chint und haizzent alder eninchel Ruprecht v. Freising rechtsb. 170 C. 1687 wie viel brüder ihre brüder, wieviel oheim ihre enkel, wie viel enkel ihre oheim .. nur um zu regieren mit gift oder sonst hingerichtet haben Marschall Castiglione, regier-kunst 126. 2 verallgemeinernd. nachfahre, -komme. häufig im plur.: 1722 da (ewigkeit) solstu, wenn (gott gebe spät!)/ dein geist die eitelkeit verschmäht,/ im munde der gerechten leben/ und als ein bild voll seltenheit/ zur tugend und gerechtigkeit/ den enckeln lust und zunder geben Günther 4,340 LV. 1790 weh dir, daß du ein enkel bist!/ vom rechte, das mit uns geboren ist,/ von dem ist (in der rechtswissenschaft) leider! nie die frage Goethe Faust 1,26 ak. 1972 die praxis ist immer das korrektiv der theorie. .. unsere enkel werden ihre eigene praxis entwickeln müssen Amery ende 129.

2enkel, m.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1335, Zeile 22 [Horlitz, Albrand]
2ENKEL m.   ahd. enkil, mhd. enkel. mnd. enkel n.; mnl. anclief, ankel, nnl. enkel; afrs. onkel, onklēu; ae. ancléo(w), me. anclē, ne. ancle, ankle; an. ǫkkla, ǫkull, schwed. dän. ankel. dim. zu ahd. ancha, enka f. ‘genick, schenkel’. zur idg. wz. *ang-, die gliedmaßen bezeichnet. das genus gelegentlich auch neutr. fußknöchel, fußgelenk: 10.jh. usque ad talos. enchilun ahd. gl. 1,419,23 S./S. ⟨n1190⟩ er sluc dem rosse in den bug/ dem ritter in den enkel Herbort 9061 F. ⟨u1285⟩ dâ wart vil manic îsenhose/ von bluote bî dem enkel naz Konrad v. Würzburg trojan. krieg 39191 LV. ⟨E14.jh.⟩ (diese leute) hatten von iren lenden bit uf ire enkeln kleider von linen duche Elhen limb. chr. 32 MGH. 1542 zwo adern seind vnder den ausseren knorren odder enckeln an beyden füssen Dryander gantze artzenei 56a. u1664 den hintersten fuß mustu auff das enckel nieder legen, auff daß der fuß weder vorwarts noch hinterwarts gleite Pascha fechten (Halle o.j.)4. 1846 bin kein weib, bespangt mit glatten schenkeln,/ weinend, wenn mein fuß verstaucht die enkeln Rückert hamâsa 1,175. ⟨1910⟩ ehe daß ich mir und meinen leuten einen finger ritzen lasse, lieber will ich bis über die enkel im blute gehen Löns s. w. 8,289 C.

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Zitationshilfe
„enkel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/enkel>, abgerufen am 16.10.2021.

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