Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

entgrünen, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1410, Zeile 63 [Rahnenführer]
ENTGRÜNEN vb.   mnd. entgrȫnen. präfixbildung zu grünen vb. im 19. jh. auslaufende bezeugung. 1 aufleben, sich zu entfalten, grün zu werden beginnen: ⟨u1220⟩ geruͦch min dürre herze salven,/ dat ich ouch entgruͦn in allen halven! rhein. marienlob 32 LV. 1802 nahe muss ich sehn,/ wie die braunen keime/ halb entgrünt sich blähn Voss s. ged. 5,228. 1846 so selig/ entwirket das göttliche leben sich hier,/ entgrünet harmonisch in freundlicher zier Candidus ged. 35. 2 wachsend, sprießend von etwas seinen ausgang nehmen, heraus- hervorwachsen. zuerst mnd.: hs.15.jh. pollulare entspruten vel -gronen Diefenbach gl. 472a. 1792 nur moos’ und flechten entgrünen/ den wilden ruinen Matthisson ged. 1,201 LV. 3 das grün entziehen oder verlieren, von grün frei machen oder frei werden: 1648 es hat ohn alle gnad der kahl und kalte greyß (der winter)/ wäld, gärten, berg und thal entgrünet und entlaubet Weckherlin ged. 2,395 LV. 1716 so lasset eure früchte zwischen zwey schüsseln auf einem kleinen kohl=feuer ohne wasser entgrünen Marperger küchu keller-dict. 20b.

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Zitationshilfe
„entgrünen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/entgr%C3%BCnen>, abgerufen am 26.10.2021.

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