Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

entraffen, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1454, Zeile 21 [Arbeitsstelle]
ENTRAFFEN vb.   spätmhd. entraffen. nnl. ontrapen. präfixbildung zu raffen vb. überwiegend poetisch. 1 jmdm. etwas wegnehmen, ihn von etwas befreien; nach singulärem auftreten im mhd. erst wieder im 17. jh. bezeugt: ⟨1450/60⟩ des wart daz kint von leit entraft Lexer mhd. hdwb. 1,578. ⟨1807⟩ aller kraft entrafft, vor wonne krank,/ schmacht’ ich so in lust F. Schlegel I 5,365 B. 2 jmdm. etwas entreißen; bildlich, jmdn. dahinraffen: 1668 wer seinen augen feind;/ der mag nach augen gaffen,/ die ihm sein hertz entraffen/ und sey der liebe freund Francisci lust-garten 76b. ⟨1799⟩ doch furchtbar wird die himmelskraft (das feuer)/ wenn sie der fessel sich entrafft Schiller 1,50 H. 1848 er schlägt zurück aufs bett, vom tod entrafft Geibel juniuslieder 113. 1953 die den volksmassen entrafften gelder reichten bei weitem nicht hin, die staatliche ‘arbeitsbeschaffung’ in ihrem vollen umfange zu finanzieren Niekisch reich 157.

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Zitationshilfe
„entraffen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/entraffen>, abgerufen am 16.10.2021.

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