Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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1entsinnen, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1501, Zeile 67 [Rahnenführer]
1ENTSINNEN vb.   mhd. entsinnen. mnd. entsinnet part. adj.; mnl. ontsinnen, nnl. ontzinnen. präfixbildung zum schwachen vb. sinnen. vom schwinden des bewußtseins oder verstandes meist refl., vereinzelt auch ohne sich; seltener trans. 1 bewußtlos oder verwirrt werden: ⟨1240/50⟩ mir enwerde Alysen minne,/ so entsinnent sich mine sinne Ulrich v. Türheim Rennewart 3602 DTM. ⟨1314⟩ min vræwelin wil entsinne! Johann v. Würzburg 10652 DTM. 1561 er het so kindisch gebär,/ geleich samb er entsinnet wer Sachs 10,350 LV. ⟨1740⟩ wie entsinnet auch der nar ware, so .. Lindenborn Diogenes 1(1742)256. 2 jmdn. bewußtlos machen, verwirren: ⟨u1285⟩ dy muͦder ganz entsinnet wart bruder Hermann 2102 M. 1664 Ruremunda als sie von einem scharffen schlafftrunck entsinnet für todte begraben war Hohberg Ottobert 3,Mmm1b. ⟨1775⟩ eine musik, sterbliche zu entsinnen F. Müller (1811)1,150. ⟨1930⟩ körperlicher besitz .. wirkt nur trennend und entsinnend Musil mann 494 F.

2entsinnen, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1502, Zeile 8 [Rahnenführer]
2ENTSINNEN vb.   mhd. entsinnen. präfixbildung zum starken vb. sinnen ‘seinen sinn auf etwas richten’. meist refl., vereinzelt trans. 1 etwas erkennen, sich etwas als gegeben vorstellen: ⟨u1300⟩ den .. man,/ der sich, rechtes wol entsan,/ daz er ../ die frouwen ../ neme in sine plįchte hl. Elisabeth 6446 LV. 1602 so können sie auch sich nit entsinnen, das etwas hinderstellig, darumb sie möchten angesprochen vnd gemahnet werden apologia, verantwortung Embden 356. 2 über etwas nachdenken, etwas bedenken: ⟨u1300⟩ zu hant der godeliche man/ iebaz der dinge sich entsan hl. Elisabeth 8072 LV. ⟨1455/70⟩ wir han vns vff diese sache .. gut wile bedacht vnd wol entsonnen Pontus 100 TSM. 1523 das ir euch recht entsinnen vnd vff hoͤren wolt, Christum zuͦ hoͤnen Karlstadt priesterthum D3a. 1671 diejenigen, welche ihrer seelen zum leben zu helffen entsonnen Pinto, reisen 132. –etwas beabsichtigen, sich zu etwas entschließen: ⟨u1300⟩ der sache ich mich entsinne,/ daz ich bescheidenliche var hl. Elisabeth 2140 LV. 1576 ich wil dir den willen wol machn/ .. da, kanstu dich noch nicht entsinn? Rollenhagen Tobias 68 HND. ⟨v1601⟩ ihr obersten vernemmen thüt,/ was sich entsinnet mein gemüt Spreng aeneis (1610)45b. 3 sich etwas ins gedächtnis (zurück-)rufen, sich erinnern: ⟨u1300⟩ di frouwe sich iedoch entsan/ umme ir furbrachtes leben hl. Elisabeth 6846 LV. 1519 (wir) konnen uns wol entsynnen, das ir .. hern Niclas von Heinitz .. bey uns gehabt akten u. br. Georg v. Sachsen 1,107 G. ⟨1758⟩ keiner derselben war ihm aus dem andenken gekommen. allein, ihre namen und charaktere konte er sich mit der grössesten mühe nicht entsinnen Michaelis verm. schr. (1766)1,12. 1977 soviel ich mich entsinne, habe ich nichts vergessen Wiemer schlagzeile 230.

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Zitationshilfe
„entsinnen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/entsinnen>, abgerufen am 24.10.2021.

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