Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

erachten, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1572, Zeile 18 [Rahnenführer]
ERACHTEN vb.   ahd. irahtôn, mhd. erahten. präfixbildung zu achten vb. 1 erkennen. a einsehen, begreifen: 863/71 ni mag man thaz irdrahton, noh mannes muat irahton Otfrid V 22,9 E. ⟨u1120/30⟩ als uil ieman spate ode moht erahten den samen der uon sinem libe chome milst. genesis 35,11 D.hs. 1340 ein herre driu dinch erachten sol an dem rate Thomasin 414 R. ⟨z.j.1517⟩ kunde man wol erachten, dasz nicht ein grosser vorrot bey der stadt sein kunde script. rer. pruss. 5,483. 1648 was hieraus folget, ist wol zu erachten n. sprachposaun 36. 1740 also ist leicht zu erachten, was vor ein wichtiges ding es um die wahl der materie ist, vornehmlich in poetischen wercken Breitinger dichtkunst 1,84. 1848 man wird leicht erachten, daß die obige methode, die ableitungen hervorzubringen, ihrer natur nach gestattet, alles aus allem zu machen Fechner Nanna 360. b achten, für etwas ansehen, halten; seit dem 16. jh. hauptgebrauch: 1522 wie nach ains jeden gelegenhait fur not oder gut erachtet werden möchte reichstagsakten, jüng. reihe 3,602. 1654 weil ich aber erachte daß ich nicht vnangenehmes den inwohnern in Europa werde bezeigen, .. als will ich dieses wenige, wie ichs auß den sendbriefen abgeschriben, herbey fügen Martini, tartar. krieg 206. 1723 kein biß eines wütigen hundes so gefährlich erachtet wurde, als die schmäh=verse dieser poeten Zorgdrager, fischerei 92. 1836 ich nenne keinen, damit sich keiner für übergangen erachte Hebbel III 1,77 W. 1978 kostspielige erweiterungen der verkehrsinfrastruktur werden als notwendig erachtet n. wege arbeitswelt 40 E. 2 jmdm. etwas zuteilen, bestimmen; mit dat.: ⟨1264⟩ gedenkest dû denne, daz er (gott) dir sünde erahte? (bearbeitung) Berthold v. Regensburg 2,18 P./ S. ⟨u1300⟩ ez ist hie din mâck Raguel. der hât niuwen ain tohter un̄ diu ist dier erahtot mit allem iers vaters guͦt dt. pred. 2,18 G. ⟨u1480⟩ wer hat dich zu einem abt eracht reimchr. Hagenbach 296a M. 1539 wett, der tüffel hat dich gemacht,/ das dir ist sovil glücks eracht Wickram 4,32 LV.

erachten, n.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1572, Zeile 54 [Rahnenführer]
ERACHTEN n.   substantivierung von erachten vb. urteil, meinung, ansicht; überwiegend in der gen. form meines/unseres erachtens, seltener in der wendung meinem/unserem erachten nach 1536 damit wir, wie bisher unsers erachtens baß und mer dann ander beiwoner und nachpauren wol ainig und fridlich bei und mit ainander gesessen und gehalten haben, fürohin mit gottes hilf auch thon möchten (Augsb.) chr. dt. städte 23,351. 1643 wolte man aber durch die neuen wörter etliche ungebräuchliche verdopplungen derselben vermeinen, achte ich, daß noch viel zu erfinden, welche niemals gehöret oder gelesen worden, vorbehaltlich mehrverständiger erachten Harsdörffer gesprechsp. (1641)3,310. 1729 allein ich antworte hierauf, daß nach meinem wenigen erachten hieraus vielmehr dieses folget, daß man das christenthum nicht gantz abschaffen solle G. Ch. Wolf Swift, tonne 2,137. ⟨1849⟩ hier kann unseres erachtens nur die frage aufgeworfen werden, ob diese wahl von den einzelnen armen oder von einer grösseren zahl von gemeinde-gliedern geschehen soll Virchow öffentl. med. (1879)1,42. 1979 ich hoffe, damit wieder neue impulse zu bekommen, die meines erachtens sehr wichtig sind zeit 24,24.

Im ²DWB stöbern

a b c d e f
entgegenstehen erbrausen
Zitationshilfe
„erachten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erachten>, abgerufen am 28.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)