Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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erbe, m.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1587, Zeile 5 [Horlitz, Albrand]
ERBE m.   ahd. erbo, mhd. erbe. mnd. erve; mnl. nnl. erve; afrs. erva; an. arfi, nisl. arfi, aschwed. adän. arve; got. arbja. aus germ. *arbijōn, einem mit germ. suffix –(j)an gebildeten nomen agentis zu erbe n. 1 derjenige, der die hinterlassenschaft erhält, erbnehmer, erbberechtigter nachkomme. im alttestamentlich-christlichen verständnis auch die gläubigen, die das von gott verheißene erhalten hauptgebrauch: 8.jh. bona caduca, quibus nemo succedit heris coad zirisendi senti themo neoman ni folket erpeono ahd. gl. 1,61,3 S./S. u830 thie accarbigengon gisehente then sun, quadun untar in: thiz ist thie erbo (heres): quemet inti arslahemes, inti habemes sín erbi Tatian 2124,3 S. ⟨v1022⟩ uuanda er ist der reht-sculdigosto erbo mînes (gottes) rîches, imo habo ih iz mit triuuon gehalten Notker 3,2,641 ATB. ⟨1180/90⟩ daz gerau si schiere tiure,/ daz si ie des guotes wart erbe obd. Servatius 2825 W. ⟨u1231⟩ diu (kinder) hiez man schône ziehen. daz niht ân erben wæren/ lant unde bürge Kudrun 5573,3 B./S. 1303 daz wir mit vnserr erben gvtem willen vnd mit ir gvnst .. verchauffet haben vnsers rehten aigens ein viertail an dem havs ze Sevseneke urkb. ob d. Enns (1852)4,436. 1412 ich han nit me denn einen suͦn/ der myn rechter erbe ist Hans v. Bühel Diocletian 101 K. 1550 wann ein vatter seinem jungen vnerwachsenen son einn andern erben nachsetzt Gobler spiegel 35b. 1606 (gott) nimmet vns an zu seinen kindern, vnd machet vns zu erben aller seiner himlischen güter Garth religionswesen 89. 1669 wann sichs aber zuträgt, daß töchter zum erben der herrligkeit gemacht werden Kormart wagschale 81. 1791 ein durch vertrag oder letztwillige verordnung bestelltes vorkaufsrecht, ist in der regel nur ein persönliches recht, wodurch nur der gegenwärtige eigenthümer und dessen erben verpflichtet werden allg. gesetzb. preuß. staaten 1,2,924. 1840 das einzige unter den hier zusammengestellten rechten .., welches auf die erben übergeht Savigny system 2,112. 1974 das buch sei vom erben einer berühmten bierbrauerfamilie geschrieben, einem beachtlichen lyriker Muschg Albisser 139. in der verbindung die lachenden erben, die sich über eine (zu erwartende) erbschaft freuen: ⟨v1150⟩ vil sciere du irstirbis, san daz alliz erbis/ lachendigen erben armer Hartmann 149,5 M. 1654 lachende erben (gedichtüberschrift) wann erben reicher leute die augen wäßrig machen,/ sind solcher leute threnen nur threnen von dem lachen Logau sinnged. 647 LV. 1940 daß ein dritter lachender erbe sein würde Sell völkerwanderung 209. sohn, abkömmling: ⟨u1160⟩ sol disiu werlt an ir ende chomen,/ owê unser jungiste erben!/ wie harte si mûzzen verderben/ gotes unt ir christentuom Heinrich v. Melk erinn. 385 H./K. 1573 so ein mans person zu schwach, vnd jme die krafft, erben nach jhm zulassen versagt, der nemme ein wenig von diser pomada Martius Nostradamus 18. 1710 wie sie (sklavin) .. so gefällig gegen einem weissen knecht ihres meisters gewesen, daß sie einen erben von ihm bekommen Vischer Oldmixon, America 503. ⟨1945⟩ begreift ihr, was ihr tut mit euren spielen,/ atomzertrümmernde raketenzünder,/ .. ist alles überlieferte zerstört,/ fehlt euch sogar ein erbe, der euch hört Haushofer sonette (1947)23. 2 jmd., der in einer tradition steht, dem etwas aus der (kulturellen) vergangenheit zuteil wird, nachfolger, nachfahre. meist im plur.: 1509 o Judas, wie hast du souil erben hinder dir gelassen Fortunatus 14 HND. 1559 das sie (Adam und Eva) dardurch nicht alleine jhnen, sondern auch allen jren nachkomenden erben, einen vnuͤberwindtlichen schaden vnnd vnuergeslichen jammer zugerichtet haben L. Jacobi dialogvs F8a. 1761 man könnte sagen, daß die meisten alten classischen schriftsteller unter die zahl der nachahmer gehören .. sie nehmen nach ihrer väter absterben, als rechtmäßige erben, besitz von ihren gütern der ehre nord. aufseher 3,250 C. ⟨1864⟩ ihr (der Römer) reich ist wiederum jüngeren erben der weltgeschichte anheimgefallen E. Curtius alterthum (1875)1,87. 1972 wenn es eine überragende etruskische kultur gegeben hätte, die Römer – und damit wir – wären mit sicherheit ihre erben gewesen Wunderlich stier 30307.

erbe, n.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1588, Zeile 14 [Horlitz, Albrand]
ERBE n.   ahd. erbi, mhd. erbe. as. erƀi, mnd. erve; mnl. erve, arve, nnl. erf; afrs. erve; ae. i(e)rfe; an. mit bildungs- und genusunterschied arfr m.das erbe’; got. arbi. zu idg. *orbho- ‘verwaist’, das auch armen. orb ‘waise’, gr. ὀρφανός ‘verwaist’, lat. orbus ‘beraubt, verwaist’, air. orb(b)a n., m. ‘erbschaft’, orb(b) m. ‘erbschaft, erbe’ zugrunde liegt. die bedeutungerbgut’ geht also davon aus, daß dieses als ‘verwaistes gutbezeichnet wird.älter häufig apokope des auslauts, auch in flektierten formen: des erbs. das genus gelegentlich auch fem. selten im plur. gebraucht – häufig rechtlich, daneben auch breiter religiöser gebrauch. 1 in einer erbfolge als eigentum weitergegebener oder empfangener besitz. im anschluß an alttestamentlich-christlichen gebrauch auch das von gott, durch Christi tod verheißene, überlassene. a ererbter grundbesitz, liegenschaften, erbland. im 19./20. jh. meist archaisierend: ⟨E8.jh.⟩ quedent, daz in dero marchu si ieguuedar, Ióh chirihsahha sancti Kilianes, ióh frono, Ióh friero Franchono erbi würzb. markbeschr. 64 S. ⟨v1022⟩ erbe habest du gegeben dîen dîe dih furhtent. in himele ist daz erbe Notker 3,2,396 ATB. ⟨u1194⟩ iwer vater der hiez Pant./ Genewîs was sîn lant:/ daz ist iwer rehtez erbe Ulrich v. Zazikhoven 4711 H. ⟨2.h13.jh.⟩ daz wir iuch der mære/ müezen vrâgen wer ir sît!/ dô sprach er: mîn erbe lît/ vil verre in der kristen lant,/ hie bin ich leider unerkant heidin 1,172 P. E14.jh. ypotheca ist ein vmbewegelich gut, daz man einem czu pfande setzt, alz erbe, ackir eygen vnd welde blume v. Magdeb. 80 B. ⟨u1400⟩ als er zuͦ Schwaben kam/ in die veste zuͦ Stauffe/ .. die selbe stat sin erbe wazz Oswald d. schreiber 1130 Z. 1536 daß man in wider einsetz in sein väterlich erb und landt Wirtenberg (Augsb.) chr. dt. städte 23,360. 1638 die allgemeine landstrasse in der welt, die sie alle, gute vnd böse, mehrentheils aber die frommen, nach dem verheissenen erbe wandern müssen, sintemal man durch viel trübsal in das himmelreich gehen muß mon. sepvlcrale 126. 1783 erfuhren denn, daß ein bauer im dorfe .. sein erbe funfzig jahr bewohnt habe, und morgen sein jubiläum feyern wolle Claudius s. w. (1775) 4,21. 1804 werd’ ein fürstenknecht,/ da du ein selbstherr sein kannst und ein fürst/ auf deinem eignen erb’ und freien boden Schiller 7,165 H. 1923 als lehen/ die (besiegten) Thüringer ihr freies erbe sehen Ernst kaiserb. 1,1,61. in formelhaften verbindungen, bes. erb(e) und eigen ererbter und erworbener besitz, erbe und gut gesamter nachlaß. im 19./20. jh. archaisierend: 863/71 er (Christus) quam sos er skolta, ../ in eigan joh in erbi, thaz lag al umbitherbi (in propria venit, Joh. 1,11) Otfrid II 2,22 E. ⟨v1150⟩ diz ist des heiligen geistis rat: swer den mit ime hat,/ der beginnet vil dicke trahte(n), .. wi er wole bederbe (nutze) sin eigen unde sin erbe./ daz gibit er an di gotis hus armer Hartmann 188,3 M. ⟨u1230/40⟩ beide ir erbe unde ir eigen/ und dar zuo alle ir varnden habe,/ der tet si sich durch got abe Stricker Karl 10422 B. 1346 daz wier vns .. wellen .. verczeichen allez dez guͤtes vnd eribes, .. ez seinen (sic) vestt, sætz, erib oder varund guͤt oder swie so daz genant ist urkb. ob d. Enns (1852) 6,536. hs.2.h15.jh. durch sie (‘hundsmücken’) wirt manch man gepfendt./ .. verlur er erb und all sin gut mhd. minnereden II 9,30 DTM. ⟨1583⟩ gut Mertschütz .. weil es nun von ifg. zu erb und eigen gemacht Schweinichen denkw. 296 Oe. 1649 ob jemand clagen welle vmb eigen vnd erb rechtsqu. Argau I 4,169. ⟨1878⟩ dein gut und erbe/ ist verstrickt und königseigen F. W. Weber ges. dicht. 3,112 W. 1907 (er) kehrt heim in erb und eigen Strausz u. T. n. balladen 84. b gesamtheit eines nachlasses, erbschaft, erbteil. häufig in unscharfer abgrenzung zu a E8.jh. after Moysises ablide .. dhea lantscaffi dhes im chiheizssenin arbes (terram promissę hereditatis) chideilida Isidor 532 ATB. ⟨1060/5⟩ daz man dâ bî mahte wizzen daz er in (Esau) scolt under slieffen/ vaterliches erbes, geistliches lîbes./ durch daz er in sô under gruob sô ward er geheizzen Jacob wiener genesis 1069 S. ⟨u1194⟩ siu (tochter des getöteten burgherrn) schict ez gar nâch râte,/ swaz ûf der burc unebene stuont,/ als dicke wîse liute tuont,/ die ein grôz erbe an kumet Ulrich v. Zazikhoven 2151 H. ⟨u1300⟩ so ist got unser vater umbe die gâbe dez vaterlichen erbes. dc ist, dc er uns wil machen êrben sines riches. dc wil er under uns tailen dt. pred. 1,108 G. ⟨M14.jh.⟩ dat waren zwa junffrauwen, den was erve zo gevallen van eren alderen seelentrost 1,193 P. ⟨M15.jh.⟩ ap ich nu icht neher sie, des obgnanten H. B. erb zcu nemen billicher vnd myt mereme rechte Bocksdorf gerichts-formeln 455 B. 1580 als er .. abgeleibet, (hat er) sein gantze liberey zum erbe keiser Carl dem fuͤnfften verlassen Federmann Niderland 217. 1669 sein bruder wolt jhn nicht mit jhm erben lassen, als wäre er ein betrüger, und erhielt das erb allein vor gericht Wolgemuth haupt-pillen 40. 1703 damit .. (nicht) jemand aus frevel eine erbschafft zu seinem schaden antreten möge, .. als hat ein jeder von rechts wegen ein gantzes jahr berathschlagungs frist und zeitraum, das erbe anzutreten oder nicht Geise corp. jur. 325. 1885 Karnis (hat) das seine nicht verpraßt, sondern .. mit seinem erbe hat er versucht, der kunst auf die füße zu helfen Ebers Serapis 171. ⟨1978⟩ waisen, die von ihren vormündern um neun zehntel ihres erbes betrogen werden Rüegg lebensordnung 121. etwas vorgefundenes, von anderen überlassenes. scherzhaft: ⟨1916⟩ mit den unterständen und gräben zugleich übernahmen die landwehrleute von unsern musketieren das lebendige erbe der zahmen krähen und halbflüggen blauraken Flex ges. w. (Münch.o.j.)111,109. 1949 das erbe, das ich (nachfolger eines ausgeschiedenen redakteurs) von ihm übernahm, .. bestand in zwei altmodischen glasschränken, in denen .. dutzende dicker mappen voll von nicht zurückgeschickten manuskripten und feuilletons lagen Fechter wende 26. c an besondere verpflichtungen gebundener nachlaß, vermächtnis, von vorfahren überkommenes: ⟨u1200/10⟩ (Cundrie zu Parzival:) von Anschouwe iwer vater hiez,/ der iu ander erbe liez/ denn als ir habt geworben./ an prîse ir sît verdorben Wolfram Parzival 6317,14 L. hs.A14.jh. wilt tu im (dem sohn) stetez erbe geben,/ so heiz in nach gote leben kl. mhd. erz. III 36,123 DTM. 1657 da doch .. tugend, geschickligkeit und kunst niemals wancken noch untergehen kan. diß ist eben das schönste reichthumb und das beständigste erbe, so wir unsern kindern nach unserem tode lassen können Schoch studenten-leben B1b. 1773 der großen familie, der ihr würde der menschheit .. zum erbe gegeben habt Goethe I 38,23 W. 1821 die folgenden geschlechter empfangen das resultat der forschung aller vorhergegangenen als erbe Arnd güterlehre 147. 1891 in sozialer beziehung hatte das jahrh. der reformation vom m. a. her ein trauriges erbe überkommen .. ein ungeheurer reichtum der kirche .. und daneben massenhaftester bettel Achelis theol. (1890)2,285. 1976 die beschäftigung mit dem humanistischen erbe setzte sogar erst relativ spät ein Reinhold herausforderung (Münch.)180. d erbliche veranlagung, vererbung. selten: 1814 möge .. ihren (anrede) kleinen ein doppeltes und dreyfaches erbe, der güter, des talents und der gesinnung (werden) Goethe IV 24,177 W. ⟨1934⟩ zärtlichkeit oder verzagtheit .. gehörte zu dem mütterlichen erbe, das der freiherr mit sorge .. in dem zarten kinde hatte wachsen sehen Wiechert todeskandidat 8032. ⟨1974⟩ primatenforscher wiesen auf eine fülle .. gemeinsamkeiten im verhalten von menschenaffen und menschen hin, von denen viele vernünftigerweise nur als gemeinsames erbe gedeutet werden können Lorenz wirkungsgefüge 177 E.-E. 2 gegen erbzins verliehener besitz, erblehen, auch das entsprechende erbrecht. im gegensatz zu eigen n. rechtlich: ⟨1120⟩ bonum, quod in vulgari dicitur erbe DRW 3,44. 1251/1300 ein islich mensche, der erbe hat von vnzeme hus, gelde vnzen bruderen da von einen colnischen phenninc corp. altdt. originalurk. 1,39 W. ⟨u1328/38⟩ wan man von eim burger claget vm eygen vn vm erbe .. oder vm lehen, den sal man umb eygen wisen fur die hubener, da das gut gelegen ist: und vmb daz erbe in den hof, da ez in horet; vmb lehen für den heren, von dem si gent keyserrecht 228 E. 1483 han ich geluhen Clauß Hebstryt dyß noch geschriben guͤter zuͤ eynem erbe, vnd gyt dor von 2 gulden gelttes rappoltstein. urkb. 5,315 A. ⟨1610⟩ daß wir kein macht haben, die hofsgüter anderen vor frey eigen zu verkaufen .., bey verlust des erbs; und so unser (einer) .. sein lehengut einem anderen verkaufen .. wolt .., sol derselb solches erb den lehnherren erst anbieten weist. Rheinprovinz 1,1,182. 1670 (die salzkothe) Schwan, ist halb erbe, und halb fürstlich mannlehn gewesen, nunmehr aber gantz zu erbe gemachet. jene helffte lehnet und zinset dem ampte Giebichenstein, diese aber der fürstl. rent-cammer Hondorff saltz-werck 67. 1794 ist aber die belehnung unter dem ausdrucke: .. ‘zu rechtem erbe oder erbgute’ geschehen, so ist ein solches lehn für ein erblehn zu achten landrecht preuss. staaten 1,795.

erben, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1592, Zeile 44 [Horlitz, Albrand]
ERBEN vb.   ahd. mhd. erben. mnd. erven; mnl. nnl. erven; afrs. ervia; ae. irfan; an. erfa. abl. von erbe n. schw. vb., ahd. und frmhd. selten bezeugt.ursprünglich rechtlich; im anschluß an alttestamentlich-christlichen gebrauch auch in bezug auf den von gott verheißenen besitz, die von Adam überkommene sünde. 1 etwas als erbnehmer erhalten. a ein erbe, vermächtnis erhalten übernehmen. hauptgebrauch: 8.jh. possedens sive possessio kisezzan edho kierpit ahd. gl. 1,95,27 S./S. ⟨v1022⟩ et semen eius id est opus eius, hereditabit terram. vnde sin uuerh erbet den irstandenen lîchamen in incorruptione (ps. 24,13) Notker 3,1,128 ATB. ⟨1150/80⟩ Steinsberc die tugende hât/ daz ez sich nieman erben lât,/ wan ein, der ouch êren pfligt MF 3648,5,2. ⟨1.h13.jh.⟩ mîn vater hiez Ruopert,/ der was rîch unde wert./ .. er starp und erbete ich sîn lant gute frau 2078 S. u1365 ob mer erben dann ainer ain erb geleich mit einander erbent denkm. münch. stadtrecht 377 D. 1454 stirbt die froͮw vor dem man und im enkein kind lasset, so erbet der man alles ir eigen guͦt fúr sin eigen rechtsqu Bern II 1,2,47. ⟨1535⟩ christen seindt .. bruͤder, vnnd welche das himelreich gleich erben Witzel catechismus (Leipz.1536)O8b. ⟨1634⟩ den stamm, das rittergut, das erbt man ingemein,/ kunst will gelernet sein Fleming ged. 1,136 LV. 1670 sie aber hätte cron’/ und infel stets geerbt vom anherr Assamon Hallmann Mariamne B4a. 1776 einige gegenden haben das unglükliche recht, daß der jüngste sohn den hof unzertheilt erbet Haller brw. 88 LV. 1850 die schönen kupferstiche, die ich von der tante geerbt hatte Stifter 4,1,104 S. 1979 er erbte ein vermögen frankf. rundschau 44,24. gewinnen, bekommen, etwas von einem vorgänger übernehmen. gegenwartssprachlich salopp: ⟨u1200/10⟩ ouch tet sich ûz der degen wert,/ daz er mit spern sunder swert/ hôhen prîs wolt erben,/ oder sînen prîs verderben Wolfram Parzival 6596,25 L. ⟨hs.u1310/30⟩ dâ von muoz mîn sender lîp/ lange wernden kumber erben schweiz. minnesänger 218 B. 1593 das dich doch nur all vnfall schend/ du lose haut, das du verderbst/ vnd nach verdienst all vngluͤck erbst Glaser phasma C5a. 1668 da dann der herr principal alsobald mit stecken=pfeffer umb sich geschlagen .. wie es aber ferner hergangen .., weiß ich nicht, dann ich machte mich fort, sonst hätte ich vielleicht auch etwas erben mögen Wolgemuth musen-freund 54. ⟨1852⟩ mir wurd’ es nicht so gut, den paß eines entwichenen zu erben, wie du jenen des nach Rußland übergetretenen Antoine Holtei erz. schr. (1861)12,92. 1978 vater .. gab das skifahren auf, fing an, golf zu spielen, .. während wir in die berge fuhren und ich seine skier erbte Geiser Grünsee 151. umgangssprachlich da, hier ist nichts zu erben nichts umsonst zu bekommen, zu holen: 1777 obwohlen mir alle leute und auch medici gesagt haben, daß da nichts mehr zu erben wäre Mozart br. 1,74 Sch. 1976 hier ist nichts, gibt es nichts zu e[rben] Duden wb. dt. spr. 2,721a. b veranlagungen, neigungen durch vererbung erhalten: ⟨u1230⟩ daz wîsheit nieman erben mac/ noch kunst, daz ist ein michel slac Freidank 279,7 G. ⟨u1460⟩ der selb Pruno lyes ain suͦn .., der erbt mer seiner poshait dann seiner erb und aygen Hartlieb dialogus 371 DTM. 1523 nun ist Adam .. in die sünd, presten und tod gvallen. also volgt ouch, das alle, die von im kumend, sölchen presten von imm erbend Zwingli 2,631 E./F. 1602 die ehebrecher seind ein vrsach, dz die kinder erben die böse sitten jrer eltern. dann gemeinlich sagt man, daß ein böses weib ohn zweiffel seye ein tochter einer bösen mutter Albertinus haußpolicey 1/4,135b. 1699 diese ist schön, die wangen hat sie geerbt von Rosenheim, die stirn hat sie geerbt von Glattau aus Schlesien Abraham a s. Clara etwas 1,117. 1778 das ist etwas, welches wir Stillinge nicht kennen, das hast du von deiner mutter geerbt Jung-S. jünglings-jahre 125. 1827 demoiselle Facius, .. welche kunstliebe und fertigkeit vom vater geerbt hat Goethe IV 42,101 W. 1974 dieser hatte seine vorliebe für wissenschaftliche expeditionen von seinem onkel .. geerbt Schlee, erforschung 66. c in einer erbfolge stehen, erbberechtigt sein: ⟨M13.jh.⟩ ze Künis erbent ouch diu wip und niht die man Tannhäuser 100 S. u1430/5 so arbtind geswistergit von vater und von muͦter vor enin und anan obschwäb. stadtrechte 1,197 M. 1575 wiewol nuh Antipater vermeynet, wann die zwen bruͤder hinweg weren, so wuͤrde er alleyn erben Lautenbach juͤd. krieg 29b. 1663 die gesetze .. deß reichs schreiben .. in der succession zur cron eine sonderbare .. ordnung vor; daß nemlich bey absterben deß königs sein ältester bruder erben .. soll Caron/Sch., Jappan 288. ⟨1759⟩ wenn geschwi- strigt=kinder alleine vorhanden; so erben sie in die köpfe, das ist, zu gleichen theilen Heumann catechismus (Frankf./ Leipz.1760)87. 1884 als wir die nachricht bekamen, daß die tante gestorben sei und wir als die nächsten verwandten erben würden Stinde familie Buchholz 21,50. 1991 die mutter des korrupten bürgermeisters .. hat geerbt. das geld könnte für ihn rettung sein hör zu 19,52. d jmdn. beerben: ⟨u1230⟩ dem siechen kumt daz selten wol,/ ob in der arzât erben sol:/ er lât in lîhte sterben Freidank 259,17 G. ⟨1401⟩ syt er doch ist der rechte stam/ vnd billich sol erben mich Hans v. Bühel königstochter 8069 M. 1441 man fund kain schatz mer uf erd/ denn in den clœstern, da ist er werd:/ das zühend si von den armen/ .. si tuond die bi lebendem lib erben teufels netz 4985 LV. 1572 wär ane natürlich oder gesetzt erben alhie stirbt, wie der geerbt werde rechtsqu. Argau I 1,268. 1637/41 mir seindt (durch den tod Christi) erst recht in das erb gesözt .. wer soll aber Christum billicher erben, als sein flaisch und bluot chr. Villingen 106 LV. 1792 der mann stirbt, und seine wittwe erbt ihn Siebenkees v. letzten willen Q4a. e krankheiten übertragen bekommen sich anstecken. in der älteren medizin als eine art von vererbung aufgefaßt, vgl. erbkrankheit f. 1. selten: ⟨v1510⟩ diewil es ein erbgebrest ist, morbus contagiosius .. wann was der gebresten seind, die von jnen vßlossen dempff, die selben erbt man gern. douon seind die blotterechten leüt schuldig, sich zuͦ entpf[r]embden so wyt, das sye .. nit schaden bringen andren menschen Geiler postill (1522)3,N6a. 1588 dieweil sich die kranckhait der Frantzosen und lehmi je lenger ye mehr einreissen, .. also daß die krancken, so damit beschwehrt, in die gmaine bäder gangen und ain gesunder mensch hingegen dieselben erbt und überkombt württ. ländl. rechtsqu. 3,586. 1793 nichts erbt man in der fremde leichter als kräze und rauden Heinzmann rathgeber 406. 2 etwas als erblasser weitergeben, vererben. häufig etwas auf jmdn. erben ⟨v1150⟩ vil sciere du irstirbis, san daz alliz erbis/ lachendigen erben armer Hartmann 149,4 M. ⟨u1220⟩ wand du (Maria) diͤ sünde hads verloren,/ diͤ Adam up uns hat geervet rhein. marienlob 4273 LV. u1348/58 ein itlich wîp erbit wol zweiger wege ir gût: di gerâde (aussteuer) an ir nêhsten niftelen .. und ir erbe an den nêsten mâc zwickauer rechtsb. 120 U. ⟨u1410/33⟩ du solt ouch keyne vnrechte habe/ uff dyn kint nit erben Muskatblüt 86,138 G. 1548 als was er (ein rechtschaffener mann) zusamen treibt/ mit schaffen, arbeiten, vnd werben/ das ers mocht seinen kindern erben/ .. thut offt sein faules weib verzeren Waldis Esopus 341a. ⟨v1703⟩ daß dieser redliche autor dieses buch solte deswegen geschrieben haben, .. daß es vom vater auff den sohn geerbet werde Kunckel collegium (1738)329. 1798 fragt man sie, nach welchen grundsätzen sie dieses beweisen können, so ist die leere ausflucht: durch die vom vater auf den sohn geerbte erfahrung Helms tgb. 71. 3 als erbe, erbschaft an jmdn. gelangen. meist intrans. und, wie unter 2, mit präp. auf; selten refl. im 19. jh. ersetzt durch (sich) forterben, sich vererben u. ä.: ⟨1160/70⟩ unse hêrre hât sîn cleit mit ime genumin,/ dat is di natûre, dî ime von uns is kumin./ di hêt uns sô geervit,/ dat nimmer inkein instirvit,/ dî dar girêchin kunne/ zu dem hêmûde, dat hê hât gvunnen Wernher v. Niederrhein 585 K. ⟨1220/5⟩ dô er in werdekeit erstarp,/ dô erbte sich daz rîche ûf mich/ mit rehtem erbe Rudolf v. Ems Gêrhart 23873 ATB. ⟨u1320⟩ (der teufel) het die welt in sinen banden/ von unserem vater Adam./ .. von dem erbt uff unz der val märterb. 17357 DTM. 1400 ob das (enkelkind) stuͤuͤrb, das das vorgenante haus vnd gelt zoͤlt erbin an zeyn geswisterit vnd nicht an des kindis fater stadtb. Zipser Neudorf 89 W. 1563 was got gibt durchs gebete, das wudelt vnd truhet (wächst und gedeiht) vnd erbt auff kinds kind Mathesius ehestandt O1b. 1612 fursten und hern .., da ir rigement durch .. getreue dienste und ritterliche taten bestetigt und uff die kindskinder zu erben angefangen Mechtel limb. chr. 17 K. 1665 weyß doch diese stunde kein mensche, wer sein herr ist, und wenn er gleich ein wenig hoch am brete stehet, so heists doch: herrn gunst erbet nicht Stieler printz 37. 1799 ob die etwas ernsthaftere richtung meines großvaters auf mich geerbt hatte Goethe I 47,141 W. 1804 es leben selbst in unsern (schweizerischen) landesmarken/ der sassen viel, die fremde pflichten tragen,/ und ihre knechtschaft erbt auf ihre kinder Schiller 7,181 H.

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Zitationshilfe
„erbe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erbe>, abgerufen am 26.10.2021.

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