Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

erblöden, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1619, Zeile 1 [Rahnenführer]
ERBLÖDEN vb.   ahd. irblôden und irblôdên. präfixbildung zu ahd. blôden und blôdên, mhd. blœden. mehrfach in den ahd. gl. des 10.-13. jhs. bezeugt, danach erst wieder seit dem 17. jh. 1 verzagen, mutlos, furchtsam sein: 10.jh. (vidit Saul castra Philisthiim, et timuit et) expauit irplodeta (cor eius nimis) ahd. gl. 1,405,5 S./S. 11./12.jh. non concidat ni erplodi (cor cuiusquam in eo) ebd. 1,401,51. 1657 gebt urlaub .. der furcht oder was es sonst ist, worüber ihr also erblödet Birken ostländ. lorbeerhäyn 94. 1793 doch er erblödete nicht, ../ sondern rief zu kämpfen hervor Voss Homer 1,99. sich scheuen, etwas zu tun oder zu unterlassen: 1668 dieser hengte sein hertz an den gold=klumpen so sehr, daß er solchen für seinen gott hielte und ihn anzurühren erblödete Francisci lust-garten 610b. 1691 einer aber erblödete nicht, der garten-thüre zuzulauffen Ziegler u. K. helden-liebe 365. 2 stark beunruhigen, verunsichern: 11.jh. (nec te iuventae fervidae instans periclum) permouet vuigit arplôdit ahd. gl. 2,426,39 S./S. 1656 ach was mag der liebste reden,/ hier von meiner würdigkeit?/ wil er mich dadurch erblöden,/ was hierin mir fehlet weit? venus-gärtlein 80 HND. 3 schwach, ohnmächtig, benommen werden: 1542 (wirkung dieser arznei:) das hertz vnd lebliche krefft vnd geyster zuͦstercken vnd bekrefftigen vnnd wa sy erschlagen, bemuͤdet oder erbloͤdet, die selbigen wider zuͦerquicken Ryff apoteck (1541)2,89b. 1664 Euphrosyne sorgt es möchte sich erblöden/ das freulein widerum Hohberg Ottobert 3,Mmm5a. ⟨1795⟩ wie erblödet/ sannen sie ../ und redeten wenig Voss s. ged. (1802)1,19. schwächen, kraftlos machen trans.; selten: ⟨1764⟩ die erblödende müdigkeit Tobler jahrszeiten (1774)2,159. 4 geblendet, blind werden: 1681 blintzelt er (der junge adler) aber, oder erblödet für dem sonnen=glantze; so .. Francisci rechenschafft 32. ⟨1851⟩ wirr und bunt tanzte ein hexenhaftes chaos vor den augen, deren natürliche sehkraft einer erblödeten vielsichtigkeit wich R. Wagner (1871)3,348.

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Zitationshilfe
„erblöden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erbl%C3%B6den>, abgerufen am 24.10.2021.

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