Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

erbland, n.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1611, Zeile 37 [Rahnenführer]
ERBLAND n.   zuss. mit erben vb. 1. überwiegend im plur., in den formen -lande und -länder. angestammter besitz, besonders der landesteil, der sich im altererbten besitz eines landesfürsten befindet. vor allem vom habsburgischen kernland gegenüber den späteren österreichischen erwerbungen Ungarn und teilen Italiens: ⟨u1120⟩ (Jesu opfertod) daz gab uns friliche widervart in unser alt erbelant Ezzo V 29,3 M. ⟨1235/40⟩ der junge fúrste von Brabant/ hatte botschaft gesant/ sinem erbelande gar Rudolf v. Ems Willehalm 14913 DTM. 1466 so der Turcke .. in dreyen tagen in des keysers erplant mit here geczihen mag font. rer. austr. II 42,381. 1533 im hundert vnd vier vnd siebenzigisten jar, kam Antiochus widder jnn sein erbland Luther bibel 12,408 W. ⟨1629⟩ wie .. deß feindes eigene erbländer zum theil bald auff einmahl auffstehen vnd rebelliren würden magna horologii campana (1631)56. 1723 auch soll kein Cosaque sein erb=land, so er als Cosaque besitzet, einem andern verkauffen oder cediren russ. land-recht 128. 1865 ein ‘gallischer judaskuß,’ bei dem Sardinien seine erblande verlor H. Lessing daheim 126. 1907 dieser (kaiser Leopold) lud nun seine untertanen aus den erbländern und den vorderösterreichischen herrschaften ein, die entvölkerten gebiete zu besiedeln Helmolt weltgesch (1899)9,245. 1968 e[rblande] der preuß[ischen] monarchie waren insbes[ondere] Brandenburg und Preußen Brockhaus enzykl. (1966)5,622b.

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Zitationshilfe
„erbland“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erbland>, abgerufen am 22.10.2021.

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