Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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1erblassen, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1612, Zeile 27 [Rahnenführer]
1ERBLASSEN vb.   abl. von blaß adj. vor allem jünger überwiegend poetisch-gehoben. 1 blaß, bleich werden oder machen. a blaß werden. intrans.; hauptgebrauch. α erschreckt angstvoll reagieren; die vorstellung des blaßwerdens tritt nicht hervor: 1525 wie erblasst und erzittert der geist fur diesem donner Luther w. 18,198 W. 1671 er ../ lebe furcht- und hoffnungs-voll, voll freuden und erblassen Kuhlmann weißheit-sonnenblumen 573. 1674 auch daß im hertzen man erblassen hefftig müsse/ vor grossem schmertz und furcht Adami Persius D4a. 1786 die schwache menschheit erblaßte bei diesem gebote Schiller 20,125 nat. 1843 erst im foltergewölbe erblaßte er (verbrecher) und bekannte Hitzig/H. Pitaval (1842)3,358. im gesicht fahl werden: 1534 da er nu .. sahe sie zorniglich an, erblasst die koͤnigin Luther bibel 12,498 W. ⟨1660⟩ der mund erblast Stockmann schrifft-lust (1668)41. 1782 er .. ließ die mädchen, unverschämt,/ erröthen und erblassen Blumauer ged. 85. ⟨1889⟩ zornig erblaßte der mönch Hamerling s. w. 5,41 R. ⟨1912⟩ ohne ein wort der erwiderung, schritt sie an dem jäh erblassenden vorbei Schnitzler (1912) I 2,382. 1966 erregtes geflüster ließ Jakow Lukitsch erblassen und versetzte ihn in noch größere angst Scholochow, ernte 97. β verblassen, zu leuchten aufhören: 1616 der mon ist erbleichet oder bleich worden Henisch t. spr. 1,910. 1778 auf den erblaßten rasen,/ wirds grau von frost und reif Jung-S. jünglings-jahre 124. ⟨1853⟩ die sterne .. erblaßten Stifter 5,1,246 S. ⟨1887⟩ wie dort drüben das erblassende mondlicht auf die gletscher leuchtet und im see wiederglänzt Lingg dr. dicht. (1897)193. 1979 ein taghelles geflimmer, das schon die strahlend hellgrünen laserbündel wieder erblassen läßt frankf. rundschau 159,9. b jmdn. durch furcht oder schreck blaß, bleich werden lassen, erschrecken trans.: ⟨v1640⟩ du sprichst, wenns übel geht: ach, solte michs erblässen? Fleming ged. 1,224 LV. 1743 sie wurde ganz erblast, wie man an sie begehrte,/ daß sie (zum nachweis ihrer unschuld) das wasser trünck samml. crit. schr. (1741)10,50. 1829 schiffbruchs=scene .., wodurch ich mich selbst sehr erblaßt und angegriffen gefühlt hatte Frühling phantasiegemälde 13. 2 sterben; verhüllend, in- trans.: ⟨1631⟩ der wahre widertod,/ der uns nach uns belebt und machet frisch und rot,/ wenn wir vorlängst erblaßt Fleming ged. 1,116 LV. 1671 indem richtet sich di erblasste auf, strekkte di linke hand aus, ergrif damit di rechte des jünglings Kuhlmann weißheit-sonnenblumen 416. 1782 als .., waren sie mehr erblaßten leichen, als lebendigen menschen ähnlich Bock Ostpreussen 1,139. ⟨1896⟩ bei Schnitzler schreitet das sterben, das absterben, das langsame erblassen und das ringen der seele schritt für schritt vorwärts Kerr ges. schr. (1917) I 1,127. 1926 er ist erblaßt im sechzigsten jahr Ehrenstein menschen 67. 3 schwinden, vergehen. intrans.: 1660 darob der blasse neid erblasset in: Stieler Venus 8 HND. 1852 wie mancher ruhm wird hier erblassen Alexis ruhe 5,202. 1972 die aufgabe, .. vor ihr erblassen alle alten prioritäten Amery ende 214.

2erblassen, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1613, Zeile 4 [Rahnenführer]
2ERBLASSEN vb.   zusr. aus erbe n. und lassen vb. erbschaft hinterlassen: 1769 insofern die erblassende großmutter sich zur zeit sothaner erblassung außer gütter-gemeinschaft befunden hat land-recht Bamb. 342. 1974 reiche leute, wenn sie erbzulassen sich anschicken Bamm schöpfung 151.

erben-.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1594, Zeile 50 [Horlitz, Albrand]
ERBEN-. bestimmungswort überwiegend erb-, bes. mhd. und frnhd. auch erbe-. substantivische, seltener adjektivische zuss. mit erben vb.; sichere zuordnung zu erben vb., erbe m. oder erbe n. als bestimmumgswort ist indessen vielfach nicht möglich. häufig scheint eher eine wortartneutrale variante des morphems vorzuliegen. für die zuordnung wird das rezente wortverständnis zugrundegelegt. vgl. die kompositionsgruppen zu erbe m. und zu erbe n. 1 in rechtlicher erbfolge ererbtes und vererbbares, bes. ämter, titel, grundbesitz und deren inhaber. bildungen seit dem 11. jh.; hauptgruppe: -belehnung f.belehnung mit einem erblichen amt: ⟨1734⟩ DRW 3,34. 1832 Matthias posten 1,173.-einung f.vertrag mit erblicher gültigkeit: 1424 dt. reichstagsakten 8,377. 1580 Wurstisen baßler chr. 502. 1839 Ranke gesch. ref. 1,370.-förster m.: E14.jh. (Nürnb.) chr. dt. städte 1,30. 1912 Eulenberg n. bilder 81. -kämmerer m.: 1438 qu. Wien (1895)I 7,132. 1966 stern 14,168. -kleinod n.: 1566 zimmer. chr. 23,4 B. 1685 erbs=kleinodien Ertel relationes 46a.-lehen n.-monarchie f.: 1620 d. ander post-reuter 112. 1973 Schlangen demokratie 22.-pächter m.(undatierten frühbeleg s. DRW 3,116):⟨z.j. 1608⟩ rhein. urbare (1902) 1,378. 1941 Beck vollendung 774.-schloß n.: 1477 mon. habsb. I 2,301. 1782 Sulzer altes 89.-sitz m.: ⟨1608⟩ in: Nieberding Münster (1840)3,105. 1936 Wechssler Hellas 97.-vogt m.: 1299 corp. altdt. originalurk. 4,368 W. 1713 Martini Erf. 37. 2 von vorfahren, vorgängern überkommenes, tradiertes. dem bildungstyp liegen bildungen wie erbfeind m., erbsünde f. (s. d.) zugrunde: -fluch m.: ⟨1896⟩ Kerr ges. schr. (1917)I 1,62. 1932 Brunner gebot 321.-gebrest n.(m.?). erbsünde; ansteckende, ‘vererbte’ krankheit: ⟨E13./A14.jh.⟩ (gott) hât dich erlôst von allen dînen erbegebresten dt. mystiker 2,452 P. ⟨v1510⟩ diewil es (die blattern, pocken) ein erbgebrest ist, morbus contagiosius Geiler postill (1522)3,N6a. -haß m.: 1499 (Köln) chr. dt. städte 13,598. 1805 Schiller 8,8 H. -krankheit f.1.-last f.mit einer erbschaft übernommene belastung. ursprünglich rechtlich, im 20. jh. übertragen: ⟨1616⟩ weist. Rheinprovinz 2,1,143. 1927 das tagebuchschreiben gehört mit zu den erblasten derer, die blut und wappen des John Dee übernommen haben Meyrink engel 134. 1993 steuererhöhungen zur finanzierung der finanziellen erblasten gött. tagebl. 23,1.-seuche f.(durch geburt) übertragbare ansteckende krankheit; auch erbsünde: 1531 Jonas apologia B4b. 1677 Francisci trauer-saal 3,1238.-tugend f.: 1802 Voss s. ged. 3,237. 1875 Laube schr. theater 566 ak.-wort n.von einer früheren sprachstufe her überkommenes wort. begriff der sprachwissenschaft: 1877 Lücking frz. mdaa. 27. 1981 Moser/W. gesch. dt. spr. 1,151 UTB. 3 durch genetische anlagen vererbtes, auf die vererbungslehre bezogenes bildungen im bereich der genetik seit anfang des 20. jhs., verbreitet im nationalsozialismus:-einheit f.erbfaktor, gen: 1908 Thesing streifzüge 329. 1938 Conrad-M. ursprung 318.-faktor m.: 1926 Schoenaich Damaskus 93. 1972 Jordan erkenntnis 161.-forschung f.vererbungslehre: 1926 gesundheitl. schulerziehung 56 W. 1965 spiegel 9,116.-gleich adj.: ⟨1900⟩ in: Correns abh. (1924) 60. 1948 die art als gesamtheit erbgleicher individuen Weizsäcker natur 96.-krankheit f.2.-leiden n.: ⟨1936⟩ Zeiss/R. hygiene (1937)32. 1966 zeit 38,30.-material n.: 1926 gesundheitl. schulerziehung 55 W. 1979 frankf. rundschau 143,13.-tüchtig adj. zur vererbung tauglich: 1922 gesunde, erbtüchtige .. nachkommen Günther rassenkde. 358. 1965 Geissler kulturhygiene 75.

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Zitationshilfe
„erblast“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erblast>, abgerufen am 26.10.2021.

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