Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

erblenden, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1615, Zeile 3 [Rahnenführer]
ERBLENDEN vb.   ahd. irblenden, mhd. erblenden. präfixbildung zu blenden vb. schw. flexion; präteritum mhd. meist mit rückumlaut, erblant. das wort ist ahd. nur ganz vereinzelt bezeugt und wird mit dem 16. jh. ungebräuchlich. 1 blind machen, blind werden lassen, auch vorübergehend blenden: 8.jh. obtunsus obscecatus uel clausus pistumpolod irplendit edho pilohhan ahd. gl. 1,222,17 S./S. ⟨u1160⟩ wellent si (mönche) nû bêdenthalben wesen blint,/ sô werdent si êwich- lîchen erblendet Heinrich v. Melk erinn. 253 H./K. ⟨u1280/5⟩ daz geschah bi den ziten do Romer den babest erblendet heten schwabenspiegel 20a L. ⟨u1350⟩ ir ougen er vil schier ûz stach./ sus .. wurden beide erblendet Boner edelstein 157 P. 1473 gleich den voͤgeln, der angesicht die nacht erleuͤcht vnd der tag erplendet Boethius, de consolatione 65a. 1502 auch hast du mir gezeigt drey weg in deinem gang. der erst ist liecht gewesen: als ich in den gegangen was ward ich erplent von seinem schein Birgitte, offenbarung l3b. 1594 der adler .. picket mit dem schnabel immer mit zu, biß er den hirtzen erblend Spangenberg adels spiegel (1591) 2,6a. 1616 Henisch t. spr. 1,910. 2 verblenden, verwirren: ⟨v1022⟩ sô diu sêla fone sundon irblendet uuirt Notker 3,1,20 ATB. ⟨1130/40⟩ div girde in irblante. daz recht gotes er nerkante bücher Mosis 72 D. ⟨1261/9⟩ der (königin) minn unminn erblendet hât Ulrich v. d. Türlin 75,8 S. ⟨1270/80⟩ der tievel im die sinne/ genzlîch hete erblendet Mai u. Beaflor 20 V. ⟨u1300⟩ tugenden wert die sint erblant/ unde erwant liederdichter 205 K. ⟨1411⟩ so gib im (dem menschen) grosse herschaft ein,/ so erplentest du im all sein sinn Vintler 5493 Z. 1533 niemant nimt ir (die warnungen gottes) war, also sein die menschen erstockt und erplent Turmair 4,1,167 ak. 3 blind oder verwirrt werden: ⟨1293⟩ wie was ir sin verwildet/ ir ogen svz erblendet Hugo v. Langenstein Martina 137,111 LV.hs. 15.jh. kayser Karlin wond, siv (seine frau) wer erblendt, vnnd hettenn die knecht sy dar nach fer enwegk gefürtt in die wiestin spätlese ma. 1,49 TSM. ⟨1473/8⟩ ich pin et sehens auch doch nicht erplenndet,/ wer gicht er sech des ich nicht sich,/ der hat der warhait hönlich sich gepfenndet Füetrer Persibein 33,5 ATB. 1594 das der zeuberer .. auff der aposteln ernstes einreden also bald erblendete Spangenberg adels spiegel (1591)2,81a.

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Zitationshilfe
„erblenden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erblenden>, abgerufen am 24.10.2021.

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