Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

erbrecht, n.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1626, Zeile 47 [Peperkorn]
ERBRECHT n.   mhd. erbereht. zuss. mit erben vb. 1 berechtigung, ein erbe anzutreten, erbliches anrecht: ⟨1060/5⟩ wil dû mir geben dîn erbereht sô bin ich dir is vil gereht wiener genesis 1093 S. ⟨u1120/30⟩ Jacob sprach ‘gip mir din erbreht des muͦses bin ich dir gereht’ milst. genesis 47,10 D. ⟨1301/19⟩ dâ müest er an hân gephlegen/ mit mînen kinden erberehtes Ottokar öst. reimchr. 82757 MGH. 1398 auf der obern badstuben hat der bader erbrecht und gibt dovon zu sand Walpurg zynß drey pfunt haller qu. Kulmbach 171 M. ⟨v1474⟩ nu meyne ich, daz ich von erbrechtis wegen darzcu als der neste erbe sy schöffenspruchsamml Pössneck 1,145 G. 1515 die armenleut kain erbrecht noch leybrecht uff den guetern haben württ. ländl. rechtsqu. 1,272. 1602 wann einer seiner tochter ihr vätterlich erbrecht abstattet cod. dipl. Silesiae 27,246. 1749 in solcher zeit war der letzte pommerische herzog Bogislaus XIV. gestorben, weshalb er kraft seines erbrechts dieses herzogthum in besitz zu nehmen suchte Bock Preussen 72. 1829 auf die verlassenschaft seiner mutter hat ein solches (uneheliches) kind gleiches gesetzliches erbrecht mit ihren ehelichen kindern Frühling phantasiegemälde 261. 1898 damit hatte er eine erklärung im sinne .., daß er, wenn sein könig dadurch vor gefahr geschützt werden könne, bereit sei, auf sein erbrecht zu verzichten Bismarck gedanken 1,37 K. 1971 João wurde sein vorsichtiger verbündeter in den unternehmungen zur durchsetzung seiner erbrechte, die aber wenig erfolg hatten Häusler Heinrich 106. 2 vererbbarer besitz: 1297 disev red vnd diser gewerft, daz ist allez geschehen mit gutem willen der Vlrihs witeben von Staudeh vnd ir erben, di ez von jn e heten ze erbreht corp. altdt. originalurk. 4,110 W. 1399 wär aber, daz vns not geschäch, daz wir daz eribrecht versetzen verchumern oder verchaufen müsten urkb. ob d. Enns (1852)11,867. ⟨u1400⟩ der klager klaget sein verlust, als ob sie (seine frau) sein erberecht were Johannes v. Tepl ackermann 138 K. ⟨1569⟩ alle liggende gütter, sie seienn gründlich oder zu einem wiederkauff verkaufft, oder zu erbrechte verlenet wittgensteiner landrecht 110 H. u1690 ein iede frau, so sie wittib wierdt und auf einen erbrecht sizet, die mag darauf so lang hausen, biß auf der herrschaft wohlgefahlen öst. weist. 14,397. 1784 was den grundherrschaften sogar durch ein generalmandat empfohlen worden, daß sie die leibgeding, und freystifte in erbrecht abändern möchten, geschieht nicht Westenrieder Wurmsee 151. 3 rechtsordnung, gesamtheit von gesetzen zur regelung von erbansprüchen, erbfolge: 1509 mon wêre schuldig, gemainer stat erbrecht handzuhaben qu. Wien (1895) II 4,1,254. 1623 welche sy in iren landts- und erbrechten, ouch brüchen und ordnungen zuo erlüteren und bestädtigen demüetig begert rechtsqu. Bern II 1,2,105. 1797 eben so wenig gewährt das erbrecht möglichkeit der entschädigung, für das entwendete oder beschädigte Merkel Letten 279. ⟨1872⟩ an Hasses vorlesungen über erbrecht, pandekten, deutsches privatrecht hatte ich grosses interesse Bluntschli denkwürdiges 1,76 S. 1902 das familienvermögens- und erbrecht ist im wesentlichen sachenrecht, hängt aber mit dem personenrecht zusammen Kohler rechtswiss. 17. 1972 die legitimation des privateigentums an produktionsmitteln wäre in gefahr, wenn man sie nicht rein juristisch im erbrecht des bürgerlichen gesetzbuches sucht umwelt-revolte 115 W.

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Zitationshilfe
„erbrecht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erbrecht>, abgerufen am 18.10.2021.

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