Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

erbschaden, m.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1630, Zeile 46 [Peperkorn]
ERBSCHADEN m.   zuss. mit erben vb. 1 überkommener, vererbter schaden. a alt bestehender mangel im ggs. zu neu erworbenem: ⟨13.jh.⟩ nuer um czwairlai schaden tuet man chlagern recht: daz ain haisset erbschaden und daz ander haisset gelopter schaden, der pewert ist stadtrechte Brünn 397 R. b angeborene, vererbte schädigung, krankheit; im 20. jh. als begriff der genetik wieder neu aufgenommen: 1603 deßgleichen daß vich, so presthaft were und der herd nit mehr gefolgen möcht, mag man auch darein treiben, sover eß anderst kain erbschaden oder krankheit nit hette württ. ländl. rechtsqu. 3,328. 1758 daß der aussatz nicht selbst die ursprüngliche kranckheit, sondern eine würkkung einer andern ursprünglichen kranckheit seye, das zeigt an, daß der aussatz der allernächste effect und wirckung des grossen erbschadens seye Oetinger sitten-lehre 1,246. 1966 bei den durch den erbschaden betroffenen kindern aber ist der abbau- und ausscheidungs-mechanismus von phenylalanin gestört zeit 5,42. 1994 verwirrende erbschäden. in Berlin mehr trisomien durch Tschernobyl-strahlung? frankf. allg. ztg. 178,N1. 2 erbsünde, überkommene schuld: ⟨1529⟩ die tauffe weschet vnsern erbschaden ab Agricola sprichw. (1534)n6b. 1644 bedencket doch, wie tieff, grundloß, ja vnaußsprechlich gifftig der erbschad, das böse gifft in der seelen Hoburg misbräuche 166. 1717 inzwischen weiß ich nicht, welch alter erbe=schade/ selbst den herr Guile quält Männling blumen-garten 541.

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Zitationshilfe
„erbschaden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erbschaden>, abgerufen am 26.10.2021.

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