Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

erben-.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1594, Zeile 50 [Horlitz, Albrand]
ERBEN-. bestimmungswort überwiegend erb-, bes. mhd. und frnhd. auch erbe-. substantivische, seltener adjektivische zuss. mit erben vb.; sichere zuordnung zu erben vb., erbe m. oder erbe n. als bestimmumgswort ist indessen vielfach nicht möglich. häufig scheint eher eine wortartneutrale variante des morphems vorzuliegen. für die zuordnung wird das rezente wortverständnis zugrundegelegt. vgl. die kompositionsgruppen zu erbe m. und zu erbe n. 1 in rechtlicher erbfolge ererbtes und vererbbares, bes. ämter, titel, grundbesitz und deren inhaber. bildungen seit dem 11. jh.; hauptgruppe: -belehnung f.belehnung mit einem erblichen amt: ⟨1734⟩ DRW 3,34. 1832 Matthias posten 1,173.-einung f.vertrag mit erblicher gültigkeit: 1424 dt. reichstagsakten 8,377. 1580 Wurstisen baßler chr. 502. 1839 Ranke gesch. ref. 1,370.-förster m.: E14.jh. (Nürnb.) chr. dt. städte 1,30. 1912 Eulenberg n. bilder 81. -kämmerer m.: 1438 qu. Wien (1895)I 7,132. 1966 stern 14,168. -kleinod n.: 1566 zimmer. chr. 23,4 B. 1685 erbs=kleinodien Ertel relationes 46a.-lehen n.-monarchie f.: 1620 d. ander post-reuter 112. 1973 Schlangen demokratie 22.-pächter m.(undatierten frühbeleg s. DRW 3,116):⟨z.j. 1608⟩ rhein. urbare (1902) 1,378. 1941 Beck vollendung 774.-schloß n.: 1477 mon. habsb. I 2,301. 1782 Sulzer altes 89.-sitz m.: ⟨1608⟩ in: Nieberding Münster (1840)3,105. 1936 Wechssler Hellas 97.-vogt m.: 1299 corp. altdt. originalurk. 4,368 W. 1713 Martini Erf. 37. 2 von vorfahren, vorgängern überkommenes, tradiertes. dem bildungstyp liegen bildungen wie erbfeind m., erbsünde f. (s. d.) zugrunde: -fluch m.: ⟨1896⟩ Kerr ges. schr. (1917)I 1,62. 1932 Brunner gebot 321.-gebrest n.(m.?). erbsünde; ansteckende, ‘vererbte’ krankheit: ⟨E13./A14.jh.⟩ (gott) hât dich erlôst von allen dînen erbegebresten dt. mystiker 2,452 P. ⟨v1510⟩ diewil es (die blattern, pocken) ein erbgebrest ist, morbus contagiosius Geiler postill (1522)3,N6a. -haß m.: 1499 (Köln) chr. dt. städte 13,598. 1805 Schiller 8,8 H. -krankheit f.1.-last f.mit einer erbschaft übernommene belastung. ursprünglich rechtlich, im 20. jh. übertragen: ⟨1616⟩ weist. Rheinprovinz 2,1,143. 1927 das tagebuchschreiben gehört mit zu den erblasten derer, die blut und wappen des John Dee übernommen haben Meyrink engel 134. 1993 steuererhöhungen zur finanzierung der finanziellen erblasten gött. tagebl. 23,1.-seuche f.(durch geburt) übertragbare ansteckende krankheit; auch erbsünde: 1531 Jonas apologia B4b. 1677 Francisci trauer-saal 3,1238.-tugend f.: 1802 Voss s. ged. 3,237. 1875 Laube schr. theater 566 ak.-wort n.von einer früheren sprachstufe her überkommenes wort. begriff der sprachwissenschaft: 1877 Lücking frz. mdaa. 27. 1981 Moser/W. gesch. dt. spr. 1,151 UTB. 3 durch genetische anlagen vererbtes, auf die vererbungslehre bezogenes bildungen im bereich der genetik seit anfang des 20. jhs., verbreitet im nationalsozialismus:-einheit f.erbfaktor, gen: 1908 Thesing streifzüge 329. 1938 Conrad-M. ursprung 318.-faktor m.: 1926 Schoenaich Damaskus 93. 1972 Jordan erkenntnis 161.-forschung f.vererbungslehre: 1926 gesundheitl. schulerziehung 56 W. 1965 spiegel 9,116.-gleich adj.: ⟨1900⟩ in: Correns abh. (1924) 60. 1948 die art als gesamtheit erbgleicher individuen Weizsäcker natur 96.-krankheit f.2.-leiden n.: ⟨1936⟩ Zeiss/R. hygiene (1937)32. 1966 zeit 38,30.-material n.: 1926 gesundheitl. schulerziehung 55 W. 1979 frankf. rundschau 143,13.-tüchtig adj. zur vererbung tauglich: 1922 gesunde, erbtüchtige .. nachkommen Günther rassenkde. 358. 1965 Geissler kulturhygiene 75.

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Zitationshilfe
„erbsitz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erbsitz>, abgerufen am 19.10.2021.

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