Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

erdengott, m.

Fundstelle: Band 8, Spalte 1657, Zeile 68 [Albrand]
ERDENGOTT m.   ahd. erdgot. zuss. mit erde f. im nhd. überwiegend mit fugenelement -en-, selten -e-, unter 1 auch fugenlos. 1 gottheit, gott der erde. im anschluß an antike und heidnische traditionen; selten: ⟨v1022⟩ tiu chorngeba (Ceres) unde der erdcot (Tellurus) Notker 2,70 ATB. 1711 weil die erden=götter gerne .. im finstern wohneten Hermann maslographia 72. ⟨1945⟩ Apollo .., sonnengott und erdgott in einem Broch tod (1947) 359. 2 irdischer, gottähnlicher machthaber, auch der mensch überhaupt. zu erde f. C 1. hauptgebrauch, überwiegend poetisch: 1645 (die eroberten geschütze sind) der erdengötter donnerkeil Harsdörffer gesprechsp. (1641)5,321. ⟨1724⟩ weil sie (die fürsten) die späte welt/ auf tempel und altar, als erden=götter stellt Pietsch gebundne schr. (1740)75. 1850 daß ich mich niederwerfen möchte vor die machthabenden und sie beschwören .. wollt nicht erdengötter sein, denn ihr seid nicht allmächtig, nicht allweise Lewald erinn. 2,348. 1937 deus terrestris nennen ihn (den menschen) deshalb die (kirchen-)väter, den erdengott Moock aufbau 20.

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Zitationshilfe
„erdengott“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erdengott>, abgerufen am 18.10.2021.

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