Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

erschlaffen, vb.

Fundstelle: Band 8, Spalte 2132, Zeile 24 [Rahnenführer]
ERSCHLAFFEN vb.   präfixbildung zu ahd. slaffên, mhd. slaffen vb. im 16. jh. neubildung als abl. von schlaff adj.? auch mit nd. lautung, erschlappen. verbreitet erst seit dem 18. jh., vorher nur in den ahd. glossen des 11. jhs. nachgewiesen als entsprechung zu lat. elanguescere und resolvere vb. (2,256,61 und 2,304,44 S./S.) sowie im 16. jh. 1 träge, müde, mutlos machen oder werden: 1535 teufel .. kan dich erschlaffen, ut faciat faul (nachschr.) Luther w. 41,71 W. ⟨1765⟩ furchtbare hindernisse: daraus entsteht .. das erschlaffen der nöthigsten kräfte Abbt verm. w. (1768)1,60. 1844 daß bei großen massen alles interesse für schule und kirche .. völlig erschlafft Wichern s. w. 4,1,267 M. 1975 Afrika als schauplatz sowohl europäischen pioniergeistes wie einer erschlafften, westlichen zivilisation hat mich immer stärker beschäftigt Studnitz seitensprünge 343. 2 (sich) entspannen, lockern: 1573 dasz es (der gefrorene harnisch aus fell) vom schweisz vnd arbeit dessen der die haut antregt, nicht erschlaͤffet (werden) kan Fronsperger kriegßb. (1566)3,149b. 1766 daß es (öl) .. auf eine andere art den schließmuskel erschlappte Turner, krankheiten d. haut 811. 1868 die stimmbänder werden .. bei tiefen tönen angespannt durch das erweitern der stimmrize, bei hohen tönen erschlafft Wessely grundprincip 78. ⟨1973⟩ die hände entspannten sich, schleiften langsam über die tischplatte und blieben erschlafft liegen Jakobs interviewer (1974)212.

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Zitationshilfe
„erschlaffen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/erschlaffen>, abgerufen am 07.03.2021.

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