Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

exorzismus, m.

Fundstelle: Band 8, Spalte 2502, Zeile 57 [Schulz]
EXORZISMUS m.   lehnwort aus lat. exorcismus m. bis in die erste hälfte des 18. jhs. ausschließlich in lat. flexion. kirchensprachlich. beschwörung und vertreibung, austreibung böser geister, vor allem des teufels: 1531 die brüder ruͦften gott an und baten s. Johannem, daß er gott für disen menschen bet, brauchten auch ir gewonlich exorcismos und beschwerung Knebel chr. Kaish. 112 LV. 1685 etliche lassen lieber ihre kinder tauffen bey denen pfarrern, welche den exorcismum brauchen Lichtstern fürsten-krone 797. 1766 die reformirte kirche findet den exorcismus höchst anstößig Töllner aufs. 2,159. 1862 die locale erneuerung .. möchte wohl die teufelsbeschwörung handgreiflicher nehmen; jedenfalls bildet der exorcismus .. keinen streitpunkt mit der katholischen kirche Hase polemik 389. 1926 er (Luther) wollte jedoch gegenüber denen, die er für besessen hielt, nicht zu dem gewohnten kirchlichen exorzismus mit den befehlen an den teufel greifen Grisar Luthers leben 439. 1978 in der kirche .. wurde die geisterbeschwörung durch den sogenannten ‘exorzismus’ institutionalisiert Grabner-H. vernunft 86.

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Zitationshilfe
„exorzismus“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/exorzismus>, abgerufen am 25.11.2020.

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