Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

färbung, f.

Fundstelle: Band 9, Spalte 150, Zeile 18 [Casemir]
FÄRBUNG f.   abl. von färben vb. 1 farbgebung mittels farbstoff, ‐pigmenten: ⟨1493⟩ darumb lieben toͤchter so nembt hie bey vorpild .. dz ir eüwer angesicht nit vnderstandet anders zemachen dann wie eüchs got geben .. vn̄ nach lauff der natur erschaffen hat. die also on ferbung vn̄ andere verendrung beleiben zůlassen Marquart v. Stein ritter v. Turn (1498)e4a. 1683 in dem zehenden .. wird gehandelt von dem grund und zubereitung der schwartzen farbe, so zu färbung der zeuche, welche ihre farbe verlohren haben, dienlich ist ars tinctoria 18. 1716 den hecht=rögen gebrauchet man gemeiniglich zu färbung der fisch=pasteten Marperger küch- u. keller-dict. 464a. 1766 die färbung des oster-eyes am abend dieses festes, das an den letzten tägen desselben gewöhnliche hahnen-schießen qu. dt. volkskde. 5,156 G./M. 1843 die gewünschte färbung muß natürlich der praktiker durch die jedesmalige zusammenmischung der einzelnen lösungen hervorzubringen suchen Elsner vergoldung 173. 1853 in engem zusammenhange mit der eben bezeichneten richtung steht auch die sorge, welche man auf die färbung des marmors verwendete Brunn künstler 1,434. 1922 die färbungeines nahrungsmittels bedeutet den vorgang, durch welchen ihm eine farbe verliehen wird nahrungsmittelb. 12 G. 1993 man muß sehr lange warten, bis sich der farbstoff allmählich inder ganzen flüssigkeit homogen verteilt, die dann eine gleichmäßige leicht bläuliche färbung annimmt frankf. allg. ztg. 302,N1. 2 das (zeitweilige) annehmen einer bestimmten farbe, häufig bedingt durch umwelteinflüsse (licht u. ä.): 1534 ein jüngling ward rot vnd erschrack damit vast seer. sůn bissz gůtter ding, sprach Diogenes, das ist ein faͤrbung der tugent EppendorffPlutarch, sprüch 173. 1672 wenn er an bergen oder hügeln gepflantzet werden sol, so dienet ihm die mittags=seite zu besser färbung der früchte Elsholtz garten-baw 253. 1790 so verändert sich dieselbe (farbe der stengelblätter) doch oft an einem oder dem andern seiner theile .. und wir sehen mit dieser färbung jederzeit eine verfeinerung verbunden Goethe II 6,46 W. ⟨1830⟩ es stellte sich zwar auch eine starke geschwulst und dunkle färbung des leidenden gliedes ein, doch erfolgte die völlige genesung weit schneller, als im vorhergehenden falle in: Lenz schlangenkde. (1832)213. ⟨1870⟩ die sonne ging unter, miteinem male hatte der unheimliche rauch, der sich auf die fluren von Krodebeck gelagert hatte, die rechte färbung angenommen Raabe 8,184 H. 1950 das mähen setzt ein, sobald der nabel an den unteren hülsen eine dunkle färbung angenommen hat Holtze/W. landwirte 236. 3 farbliche beschaffenheit von etwas: 1681 dann daß werck dieser kunst .. bestehet alleine an der sonn und mercurio, dann wann sie einander zugeeignet und conjungiret seyn, haben sie eine immerwehrende färbung LangeFlamellus, chym. w. 23. 1776 und daß er eine sehr große brechung ohne farben würde erhalten haben, so wie er schon eine starke färbung ohne brechung erhalten hatte KlügelPriestley, optik 343. 1828 daß die grünliche färbung, welche der sandstein und mergel öfter zeigt, von solcher glaukonitmasse herrühren möge Keferstein Teutschland (1821)5,510. 1864 als allgemeine regel kann gelten, daß das thier eine färbung besitzt, welche der vorherrschenden färbung seines wohnortes genau entspricht Brehm thierleben 1,XXXII. 1920 das kuckucksweibchen legt .. in die fremden nester immer solche eier, die der färbung der fremden eier in einem gewissen grade entsprechen Uexküll theoret. biologie 120. 1978 tun sie es, weil es andere auch tun? oder weil sie freude an der färbung der flügel haben? Boesch kiosk 284. 4 tendenz, richtung: ⟨1809⟩ und dieß hat doch auf den ausdruck der leidenschaft einen nachtheiligen einfluß, da alle leidenschaft vom charakter eine besondere färbung erhält A. W. Schlegel s. w. 5,61 B. 1875 ein David von Augsburg, ein bruder Berthold der franciscaner .. haben noch in einer sprache geschrieben, deren reize durch die allerdings auch unserem auge nicht verborgene mundartliche färbung nicht entstellt Rückert schriftspr. 1,161. ⟨1927⟩ und die ‘unrein’ genannte mundartliche färbung von reimen .. ist innerhalb des schriftsprachlichen gesamt stets fehl am ort Wolfskehl ges. w. 2,398 R./B. 1979 von gewerkschaftern aller parteipolitischen färbungen ist diese einheitsgewerkschaft bisher völlig zu recht als eine der großen errungenschaften und stützen unseres staates gefeiert worden frankf. allg. ztg. 38,11.

Im ²DWB stöbern

a b c d e f
furagelieferung
Zitationshilfe
„färbung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/f%C3%A4rbung>, abgerufen am 28.11.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)