Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

füllerei, f.

Fundstelle: Band 9, Spalte 1246, Zeile 62 [Katzmann]
FÜLLEREI f.   mhd. vüllerî. abl. von füllen vb. überwiegend im 16./17. jh. bezeugt, danach abgelöst von völlerei f. unmäßiges essen und trinken, völlerei: ⟨1264⟩ und wenn ir also in der fullerei siczt (bearbeitung) Berthold v. Regensburg 1,431 P./S. hs.u1485 hoffart han ich nach gedacht,/ vnlüter bin ich dick gesin,/ füllery was ouch der wille min donaueschinger passionssp. 189 DLE. 1520 füllery beschwert das gemuͤt, aber nüchterkeit erhebt es spiegel d. wyßheit 5a. 1558 vil gaben sich auff alle füllerey mit essen, trincken unnd unkeüschem leben Lindener rastbüchl. 19 LV. ⟨1605⟩ im essen vnd trincken hielt er sich gar messig, flohe vnd meydete die füllerey Sachs keyser chr. (1614)4,221a. 1658 so ist auch ein anders die füllerey, ein anders die trunkenheit: jene, ist dieser ihre ubermaß BirkenBalde, trunkenheit 197. u1728 es seynd der fraß und füllerey jetzt so gemeine sachen,/ daß man so gar aus diesem aas will einen sabbath machen Sporck streitged. 76 K. ⟨1782⟩ itzt ziehen die weinwirthe und kaffeesieder auf, und führen die vierte tod= oder hauptsünde, fraß und füllerey Bucher s. w. 6,181 K. 1813 an die stelle der genügsamkeit ist schwelgerey, an jene der mäßigkeit ist füllerey getretten qu. dt. volkskde. 2,44 G./M.

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Zitationshilfe
„füllerei“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/f%C3%BCllerei>, abgerufen am 03.12.2020.

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