Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

füllhorn, n.

Fundstelle: Band 9, Spalte 1247, Zeile 33 [Katzmann]
FÜLLHORN n.   lehnübersetzung aus lat. cornu copiae. oft mit genitivattr. bzw. präpositionalverbindung und in verbindungen wie (das) füllhorn (von etwas) über jmdm. oder etwas ausschütten o. ä.; häufig poetisch, gehoben. mit blumen, früchten gefülltes horn als symbol des (verschwenderischen) reichtums, überflusses an etwas: 1715 in der mitte jeden bogens sind .. in der obersten reihe geschnittene ornamenten von geflochtenen ledigen füllhörnern, so unten die barbysche rose einfassen Heräus neben-arbeiten (2))(2b. 1785 die natur scheint über die Schweiz das füllhorn ihrer schönheiten ausgeleert zu haben Hirschfeld gartenkunst (1779)5,251. 1819 ich zog mit dir aus Roma’s heil’gen mauern,/ den rücken jenen fluren zugewendet,/ wo sich der himmel nimmer müde spendet/ mit seines füllhorns frischen blumenschauern W. Müller ged. 54 DLD. ⟨1876⟩ von jeher hat das ferne Asien einen bedeutenden überschuß aus dem reichen füllhorn seiner üppigen vegetation dem abendlande zugesandt Bamberger ges. schr. (1894)4,370. ⟨1915⟩ die modernen Olympier sind nicht alle so großmütig wie Jupiter, der seine erzieherin Amalthea mit dem füllhorn des überflusses besoldete Faulhaber zeitfragen (1919)121. 1995 ein füllhorn von subventionen, etwa in der landwirtschaft, wurde ausgeschüttet frankf. allg. ztg. 192,11.

Im ²DWB stöbern

a b c d e f
furagelieferung
Zitationshilfe
„füllhorn“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/f%C3%BCllhorn>, abgerufen am 04.12.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)