Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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all-.

Fundstelle: Band 2, Spalte 517, Zeile 37 [Huber]
ALL-. (ahd. al[a]–, mhd. al-). aller- s. sp. 344–348, alles- sp. 396 f. 1 in jeder beziehung, uneingeschränkt, in höchstem grade’, vielfach rein verstärkendganz (und gar), völlig’ (s. all indef.pron. D 1); seit dem ahd.; in diesem sinne auch in allein adj., adv., konj., allod n. u. in albern, aldus, also, alsus s. d. a adjektivische zuss.; produktiv bis zum 18., teilweise noch im 19. jh. (oft gelegenheitsbildungen, vielfach in der dichtung):-barmherzig; -bereit; -eins; -einzig; -emsig: v1832 allemsig müßt ihr sein, / ihr wimmelschaaren! Goethe I 15,1,137 W.;-ewig; -fähig; -frei: ⟨1784⟩ Bürger 1,213 W.;-ganz; -geliebt 2; -gemein; -genugsam; -genügsam; -gerecht; -gereit 1; -getreu; -gewaltig; -gewöhnlich; -gewohnt; -groß: 1641 (v. gott) Weckherlin ged. 1,360 LV.;-gültig; -gut; -gütig; -heilig; -herrlich; -klug; -kräftig: 1612 Böhme urschr. 1,38 ak. ⟨1799⟩ Tieck (1828)10,229;-kundig; -lebendig (schreibung: allebendig);-mächtig; -mild: 1648 so bist du, herr, all starck, all milt Weckherlin ged. 2,117 LV (s.a. 1DWB 1,238);-möglich: ⟨v1624⟩ dem allmöglichen verborgenen element Böhme theosophia (1730)2,200 faks.;-stark (s.o. -mild);-süß: ⟨1782⟩ Klinger theater 1(1786)295;-vermessen: 1641 ihr stoltz und boßheit all-vermessen Weckherlin ged. 1,419 LV;-vernünftig; -waltig; -weise; -weit; -wesentlich -wichtig: 1801 Schiller 9,107 nat.;-wirksam. gelegentl. (statt aller-) mit superlativ:-begabtest: 1808 allschönst und allbegabtest (Pandora) Goethe I 50,302 W.;-geliebtest: v1832 durch dich allgeliebteste, alltheuerste freundin ebd. I 25,2,58;-lieblichst: v1832 ebd. I 15,1,167;-schönst (s.o. -be- gabtest);-teuerst (s.o. -geliebtest). entsprechende substantivische zuss.:-barmherzigkeit f.;-fähigkeit f.;-güte f.; -kraft f.;-möglichkeit f.;-vernunft f.;-weisheit f. b adverbiale zuss. mit verstärkendem all-; bes. in älterer spr. produktiv (oft mhd.), im 19. jh. auslaufend:-bereit; -da; -dahin; -dar; -daselbst; -dort; -dorten; -eben; -endlich; -erst; -fort; -gemach; -gemächlich; -gemachsam; -gemählich; -genug: 1492 (Braunschw.) chr. dt. städte 16,116. ⟨1789⟩ Bürger 1,92 W.;-gereit 2;-gewiß: hs.E15.jh. alsfelder passionssp. 3343 G. ⟨1626⟩ Zinkgref sprüch (1628)1,66; -gleich 2;-her; -hero; -hieher; -hie(r); -hierinnen; -hiero; -hin; -immer; -mählich; -nachgerade: ⟨1654⟩ daß man .. dürfftigen leuthen allnachgerade zu ihrer nothdurfft etwas .. gebe Olearius rosen-thal, in: reisebeschr. (1696)10b (s.a. 1DWB 1,238);-recht; -reit; -sacht(e); -schon; -stets; -überall; -um; -umher; -wo; -zu; -zugleich 2; -zuhand. 2 s. all indef.pron. A u. B. a alle und alles (betreffend, umfassend); bes. im 17. – 19.jh. produktiv s.a. alles-. α adjektivische bildungen mit part. präs. meist transitiver verben, vereinzelt bereits ahd. (s. allwaltend), oft gelegenheitsbildungen: -ausgleichend: 1798 das schiksaal, allausgleichend Hölderlin (1943)1,1,264 B.;-bedingend: 1829 dem allbedingenden und allbefreienden wesen (gott) Goethe I 24,124 W.;-befassend allumfassend: ⟨1743⟩ ein all-befassend wesen ist, / das wesen, das die wesen schuff Brockes vergnügen 7(1748)9. 1781 Kant reine vernunft 25;-befreiend (s.o. -bedingend);-befruchtend: 1807 in: Campe wb. 1,97b. 1847 A. v. Humboldt kosmos (1845)2,32;-beglückend; -beherrschend; -belebend; -beseelend; -bezwingend: ⟨1883⟩ Ebner-E. 2(1905)12; -dämpfend alles bezwingend: 1641 zu seinem (d. todes) alldämpfenden joch Weckherlin ged. 1,362 LV;-durchdringend; -durchwaltend; -erbarmend; -erforschend; -erfreuend; -erfüllend; -ernährend: 1781 in der allernährenden erde Voss odüßee 216;-erschaffend: 1784 des allerschaffenden (gott) Herder 13,175 S.;-erwärmend; -fressend: 1648 Weckherlin ged. 2,247 LV. 1816 Oken lehrb. naturgesch. (1813) 3,2,657;-fühlend; -gebärend; -gebend: 1641 (gottes) allgebende hand Weckherlin ged. 1,373 LV;-gebietend; -glaubend: ⟨u1770⟩ Klopstock w. (1798)7,389;-heilend; -herrschend -hörend; -kennend: ⟨1597⟩ allmaͤchtiger vnd allkennender gott Ayrer d. j. processus (1601)552;-liebend (schreibung: alliebend);-mögend; -säugend: ⟨1780⟩ ihr (der natur) allsäugender busen Stolberg ged. (1821)1,257;-schaffend; -schreckend: 1641 in hilffloß, allschröckender noht Weckherlin ged. 1,362 LV;-sehend; -umfassend; -umspannend; -vermögend; -verschlingend; -versöhnend; -verzehrend -waltend; -wirkend; -wissend; -würgend (v. tod u. seuche) 1854 1DWB 1,243.-zerstörend. β entsprechende nomina agentis (mask.):-befreier: 1801 Lavater nachgel. schr. 3,316.-beherrscher; -besieger; -bezwinger: ⟨1787⟩ (Herakles) Stolberg ges. w. (1820)14,85. ⟨1938⟩ Europa .., worin er (Hitler) .. den allbezwinger spielen darf Th. Mann (1955)12,772; -erbarmer; -erhalter; -ernährer (beiname gottes) 1854 1DWB 1,226;-erschaffer; -geber; -gebieter; -herrscher; -macher; -schöpfer; -versöhner; -würger: 1648 (tod) Weckherlin ged. 2,259 LV. γ ferner:-belebung f.: 1774 Herder 9,7 S.;-beseelung f.;-einheit f.;-erbarmen n.; -erfüllung f.: 1774 bild der alldurchschauung, allerfüllung. der erdkreis ist voll des geistes des herrn Herder 9,21 S.;-gefühl n.; -geist m.;-genuß m.;-gott m.;-heil n.;-heilmittel n.; -herrschaft f.;-kampf m.;-leben n. (schreibung: alleben); -liebe f. (schreibung: alliebe);-mutter f.;-natur f.;-seele f.; -vater m;-verein m. alle seligen umfassende gemeinschaft: v1832 Goethe I 15,1,324 W.;-vermögen n.;-walten n.;-wesen n.; -wille m.;-wissen n. b überall, bei, von allen’, adjektivische zuss., meist mit part. prät., vereinzelt bereits ahd. (alakund allg. bekannt), öfters im 17.–19. jh.: -bekannt; -beliebt; -bewundert; -erwünscht: 1806 Goethe I 2,105 W. ⟨1816⟩ Fortuna, .. die allgesuchte, die allerwünschte Tieck schr. (1828)3,6;-gefällig; -gefürchtet: 1805 Schiller 15,1,33 G.-gegenwärtig; -gelesen; -geliebt 1; -gelobt: 1648 Weckherlin ged. 2,260 LV. (s.a. 1DWB 1,233); -genannt; -gesucht (s.o. -erwünscht);-verbreitet; -verehrt -verflucht: ⟨1776⟩ Bürger 1,126 W.;-verständlich; -wissend 2. – adverbien:-gegen: 1691 allgegen ubique, omnipræsens Stieler stammbaum 378. 1807 Campe wb. 1,102a; -zugegen: 1700 Kramer t.-it. dict. 1,471c. c all(e)– sing., ‘ganz, gesamt’ (s. all indef.pron. A 1):alldieweil adv., konj.;alleweil (allweil, alleweile) adv., konj.;allzeit (allezeit) adv. d all(e)– plur. ‘sämtliche’, sing. ‘jeder’ (s. all indef.pron. A 2, B). α zusr., ahd.-frnhd. produktiv; pronomina u. adverbien:allbeide indef pron.;-bot (allebot) adv.;-ecken adv.: 1561 ich sie es hangn vol würst all ecken (‘überall’) Sachs 14,224 LV;-fahrt adv.; -gemeiniglich adv.;-gemeinlich adv.;-gesamt indef.pron.; -gleich 1 indef.pron.;allemal adv.;-mann indef.pron.;allmänniglich indef.pron.;-morgen adv.;allesammen indef pron.;-samt indef.pron.;-sämtlich indef.pron.;allstund adv.;-tag (alletag) adv.;allewege (allwege) adv.;allwegen adv.;-zugleich adv. 1;-zuhauf adv.;-zumal adv.; -zusammen adv.;-zusamt adv.;-zwei indef.pron.allenthalben adv. β zusb. aus alle tage, alle seiten usw., überwiegend adjektive (oft adverbial gebraucht). bildungen auf -lich schon spätmhd., öfters im 18./19.jh., meist mit zeitbezeichnungen:-abendlich; -augenblicklich; -herbstlich; -jährlich; -monatlich; -morgendlich; -nächtlich; -sommerlich; -sonntäglich; -stündlich; -täglich; -wöchentlich. anders vereinzelt: -menschlich. bildungen auf -ig, vom frnhd. bis ins 19. jh. produktiv, meist nicht mit zeitbezeichnungen:-artig; -fällig (gelegentl. allen- fällig);-farbig; -gestaltig; -seitig; -stimmig; mit zeitbezeichnungen jünger und weniger ausgeprägt als die entsprechenden bildungen auf -lich-jährig; -nächtig; -tägig; ferner:allemalig. adverbien auf -s, vom frnhd. bis ins 19. jh. gebildet:allabends jeden abend: 1860 Sanders wb. 1,4b;-morgens; 1-tags; ferner:allenfalls. ortsadverbien (19.jh.) neben älteren al- ler-bildungen:allorts; -seits; vgl.-wärts. γ jung sind fachsprachliche bildungen, in denen all- mit subst. nur als erstes glied substantivischer zuss. erscheint (20.jh.):allgebrauchs-, allparteien- allrad-, allstrom-, allwetter-, allzweck-.

füllung, f.

Fundstelle: Band 9, Spalte 1249, Zeile 18 [Katzmann]
FÜLLUNG f.   mhd. vüllunge. mnd. vüllinge; mnl. vullinge, nnl. vulling; ae. fylling, me. ne. filling; norw. fylling, dän. fylding, schwed. fyllning. abl. von füllen vb. 1 etwas, das etwas an- oder ausfüllt. a inhalt, füllmaterial. mhd. singulär: hs.E12.jh. beweget werde daz mer und div fůllunge sin cod. pal. vind. 2682 1,157 LGF. 1714 da er unter der regierung Elisabethä die schatz=kammer umsonst aufmachte oder vielmehr, ohne füllung zu schlüssen muste, wurde dieser böse Pius durch und durch böse Büttner Bruno 226. 1785 wir machen unnützen aufwand an übertriebenen füllungen, besetzungen, meublirungen und zierrathen unserer zimmer Sintenis pred. 1,345. 1843 die so erhaltenen streifen werden dann auf der hohlen innenseite mit schnellloth ausgefüllt, weil sie ohne eine solche füllung beim nachherigen umbiegen einknicken würden Karmarsch/H. techn. wb. 2,618. ⟨1874⟩ weder am stock (des steckenpferds) liegt’s, noch an der füllung, sondern am ueberzug Kürnberger ges. w. 1,39 D. 1925 ein schulkind .. hatte sich ein stückchen füllung von einer brandbombe in die hosentasche gesteckt Herrmann‐N. selbsterlebtes 50. 1968 die wordsmith gazette .. nahm den vorfall auf und fing an, wie ein mutwilliger junger hund die füllung daraus hervorzuzerren Nabokov, feuer 201. 2003 in den USA war der verdacht laut geworden, dass die füllung der kissen (brustimplantate) .. krebs und entzündungen auslösen könnte süddt. ztg. 180,2. bestimmte menge an inhalt, fassungsvermögen; meist von kraftstoff. vereinzelt: 1886 die füllung reicht für eine mehrstündige brennzeit aus b. d. erfindungen 5,318 R. ⟨1939⟩ infolge der langsamen .. motordrehzahl erhalten die zylinder eine volle füllung Heinze motor (1950)365. 1967 Wolfsburg hebt noch das .. vierganggetriebe hervor, sowie den 60‐liter-tank (bisher 40 liter), was der reichweite des wagens mit einer füllung zugute kommt presse 5802,26. 2003 mit einer füllung kann der rechner bis zu sieben stunden betrieben werden süddt. ztg. 88,17. b von rahmen, linien o. dgl. eingefaßte fläche, feld. in der architektur, tischlerei usw.: 1670 solche rahmen (sind) auff beyden seiten höher, als das lindene holtz, und dieses gleichsam die füllung, oder der boden in den feldern Hondorff saltz-werck 127. 1724 die faciata des gebäudes zeigeten 4. pyramiden .. unten in der füllung sr. majestät des königes bildniß in einer forme einer medaille en profil Fleming jäger (1719)2,86a. 1757 füllungen, ist ein tischler=wort, und bedeutet bey thüren, die nicht aus ganzen zusammen geleimten bretern bestehen, sondern in rahmen eingesetzte stücken breter, oder felder haben, ein jedes solcher felder Eggers kriegs-lex. 1,952. 1829 ich hob noch einen koffer auf die kiste um die schon hereinbrechenden füllungen der belagerten thüre zurückzuschieben Goethe I 25,1,176 W. 1888 die renaissance bezeichnet die mitte: das vollkommene gleichgewicht von füllung und einschliessender form Wölfflin renaissance 43. ⟨1902⟩ jemand probierte an der klinke herum und stieß mit den knien gegen die füllung Thoma ges. w. 3,115 K. 1978 der weg war .. versperrt .. mit gartenhäuschen und holztüren, aus denen die füllungen gesprungen waren Boesch kiosk 70. c das innere gefüllter speisen, vgl. fülle f. B 2, füllsel n. 1. vor dem 20. jh. selten, zuerst im wörterbuch: 1602 de la farce, füllung einer wurst Hulsius dict. françois allemand Q8b. 1715 farce, heist in der küche klein gehacktes fleisch, welches .. zu füllung gewisser speisen gebraucht wird Amaranthes frauenzimmer-lex. 525. 1769 wir redten schon sogar von den füllungen zu diesen neüen gutelnen (konfekt, zuckerbackwerk) Pestalozzi 1,35 B. ⟨1908⟩ jedes kunstwerk ist aber ein krapfen .. jedes besteht aus teig und aus füllungen Kerr ges. schr. (1917) I 2,213. 1975 nur war die haut der großmutter .. substanzlos wie die füllung eines negerkusses Struck mutter 315. 2003 die kalbsscheiben ausbreiten und mit der füllung bestreichen süddt. ztg. 198,30. d etwas, das einen zwischenraum, eine vertiefung ausfüllt, jünger insbesondere von zahnfüllungen. vereinzelt: 1743 so soll hinkünfftig solches gäntzlich abgestellet, und keine grüne soden in die füllung der teiche gebracht .. werden teich-ordn. Bremen 26. 1757 alle bisherige bau=arten .. bestehen .. in dergleichen 2 reihen, die in proportionirlicher weite voneinander ab und zwischen inne mit einer bequemen und daurhaften füllung versehen werden Brahms deich-baukunst [1754]2,84. 1832 die außenwände des dammes bestehen aus granitquadern, die füllung zwischen ihnen ist durch granitgruß gebildet Hausmann zustand 94. 1851 mit der steinmezenkunst wurde die frühere maurerkunst eine dienstbare und verachtete magd, bei kirchlichen bauten allein zu füllungen und grundlagen zugelassen Kreuser kirchenbau 1,359. 1933 die kassen zahlen keine goldplomben. was geschieht? es werden 6–8 einfache füllungen aufgeschrieben Liek welt 181. 1978 unser zahnarzt .. konnte .. anhand der füllungen und stiftzähne das gebiß eindeutig identifizieren Geiser Grünsee 167. 2003 so kommt es, dass viele 20‐jährige (Schweizer) keine füllung im mund tragen süddt. ztg. 167,24. e geistiger gehalt, ausdruck. vereinzelt, gehoben: 1780 die wahrheit .. ist kraft und that, quelle der bildung, füllung und stimmung des ganzen wesens der menschheit Pestalozzi 1,266 B. 1875 von nun aber handelt es sich darum, diesem (bild der sprachgeschichte) seine innere füllung zu geben Rückert schriftspr. 1,197. ⟨1916⟩ der osterspaziergang, der fluch und der pakt, die walpurgisnacht .. sind nur weitere philosophische vertiefungen oder sinnliche füllungen des fragments Gundolf Goethe (1917)753. 1967 das symbol (greift) in das kategoriale denken und gefüge ein und bestimmt es und vertieft es und gibt ihm weite und füllung Drechsler bildungstheorie 53. 2 das anfüllen, vollmachen. a (übermäßiges) essen und trinken, oft in den verbindungen füllung des bauchs, leibs: ⟨u1300⟩ daz sul wir allez von uns tuen,/ des libes semftunge,/ des buches vullunge,/ lobe unde ere suchen väterb. 14300 DTM. 1494 wer hunig fyndt vnd wafen scharff/ der aͤß nit me dann er bedarf/ vnd huͤt vor füllung sich der suͤß/ das ers nit wider spüwen můß Brant narrenschiff t1b faks. ⟨1542⟩ übrige füllung der speiß sei vns vil schedlicher vn̄ nachteyliger, wann hefftige vnnd zugleich vnmessige arbeyt Ryff spiegel (1544)15b. 1568 die grawe hat seine vrsach von dem gebrechen der natuͤrlichen waͤrme, aber die greyse kompt von fressigkeit vnd fuͤllung problemata Aristotelis B2a. b das füllen eines hohlraums (behältnisses, gefäßes u. dgl.): ⟨1581⟩ nachdem unsere geehrte vorfordern unserer burgerschafft zu Lauffen die kleinen huͤttenhallfarten, so man stuckweiß zu fuͤllung der poͤden (schiffe) auch auf das land und gey zu verkaufen vom Hallein aus .. zu verfuͤhren bewilligt .. haben samml. baier. bergrecht 324b L. 1630 alß soll vnsern verordneten bierauffschawern .. hiermit in ernst befohlen sein, daß sie .. die nechst angesessene mitwohner zu füllung der wasserschlaiffen auffbringen fewer-ordn. Breßl. 19. 1688 wardurch kan erfahren werden, wie vil pulfer zu füllung jedwederer granaten vonnöthen Wickrath compendium 38. 1721 da ich mit füllung der röhre fort fuhr und sie bey weitem noch nicht voll war, .. sprang der boden in zwey orten entzwey Ch. Wolff vers. 1,94. 1776 ich glaube doch, daß, wenn bey herrn Erxlebens einrichtung das wasser bey der füllung nur nicht über den heber steigt, sie einen guten effeckt haben wird Lichtenberg br. 1,256 L./Sch. 1800 man füllt mit der materie .. den kessel, aber nicht bis oben an, sondern wie es bei füllung der brannteweinblasen gewöhnlich ist Breitenbach brannteweinbrennerey 1,270. 1886 alle 24 stunden findet eine neue füllung statt b. d. erfindungen 5,325 R. 1918 nach entsprechender füllung der innentanks müssen ihre flutventile geschlossen werden Arvay seemannswesen 372. 1977 der linke ventrikel stellt also das bindeglied zwischen dem hochdrucksystem .. und dem niederdrucksystem .., welches er in der phase der diastolischen füllung abschließt, dar Adam/L. rudertraining 269. c das auffüllen, ergänzen von etwas. vereinzelt: 1610 es ist aber manichen vmb ein andere weinfüllung zu thun, die man nit die füllung, sonder die fälschung nennet Guarinonius grewel 697. 1708 im übrigen hat es damit nicht die meinung, daß man mit so thaner weitläuftl. füllung aller octaven sich jedesmahl quälen solte Walther praecepta 182 B. ⟨u1924⟩ alle konsonanten sind neu gestrafft und warten der füllung mit neuen vokalen Worringer fragen [1956]137. 1970 füllung, zugabe von füllstoff zum papierbrei (beschwerung) Kirchner satz 298. d (vollständiges) ausgestalten einer fläche; in der malerei. selten, gehoben: 1797 kein arm (auf bildern von Dürer) bewegt sich unnütz, oder bloß zum augenspiel und zur füllung des raums Wackenroder herzensergießungen 113. 1899 Michelangelo .. giebt .. in der bewegung der bodenlinien und in der füllung des luftraumes einen eindruck von reichtum und belebtheit Wölfflin klass. kunst 58. 1923 die landschaft ordnet die formen in diagonalem tiefenzug, .. so dass die rhythmische füllung mit dunklen und hellen massen für den eindruck bestimmend bleibt Gerstenberg landschaftsmalerei 51. 3 zustand des angefüllt‐, vollseins: 1757 von der inwendigen seite .. steiget die füllung mit erde auf jede 10 fuß nur 1 fuß Brahms deich-baukunst [1754]2,82. 1800 so gieße man ohne alles bedenken so viel wasser dazu, als zur gehörigen und zweckdienlichen füllung nöthig ist Breitenbach brannteweinbrennerey 1,263. 1877 dazu kommt nun, daß die omnibus, weil man es unter diesen umständen nicht wagt, auf häufigere füllungen derselben zu zählen, noch in zu großen zeitabständen vorüberfahren Faucher culturbilder 59. ⟨1936⟩ daß grüne, nicht holzige pflanzenteile eine gewisse festigkeit haben, beruht auf der prallen füllung der pflanzenzellen mit flüssigkeit Faucher culturbilder 67. 1969 man sieht also, daß diese kinder sich nicht mehr darauf beschränken, die dichte zu erklären mit einer mehr oder weniger vollständigen füllung eines gegebenen volumens durch die ‘sachen, die drin sind’ Piaget/I., entwicklung 220. 2003 dass die crew vor dem start die füllung der tanks nicht aufmerksam genug kontrolliert hatte süddt. ztg. 199,V1/3.

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Zitationshilfe
„füllung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/f%C3%BCllung>, abgerufen am 03.12.2020.

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