Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

fürstlichkeit, f.

Fundstelle: Band 9, Spalte 1341, Zeile 57 [Schulz]
FÜRSTLICHKEIT f.   spätmhd. vürstlîcheit. abl. von fürstlich adj. vor dem 19. jh. selten. 1 person im fürstenstand, angehöriger des hochadels; bis ins 18. jh. überwiegend als titulatur: 1412 do bitt ich úwer furstelichkeit/ das ir v̈ns zů dem schiffe geleiten Hans v. Bühel Diocletian 6284 K. 1523 ym zwoͤlfften tag hott seynn furstligkait yren offen vhedts brieff in Cronbergk geschickt Cronberg 128 HND. ⟨1791⟩ ein vortheil .. ist es, daß die regierende herzogin eine sehr gute frau ist, und (gewisse vorurtheile abgerechnet, ohne welche, wie es scheint, keine fürstlichkeit bestehen kann) ein wahres gefühl hat für das, was man charakter nennt Knebel nachlaß 3,5 V./M. ⟨1810⟩ unterwegs sprach ich manches kräftige über deutsche fürstlichkeiten, besonders weiblicher gattung Werner tgb. 161 LV. 1862 ich aß beim könige, mit niederländ. fürstlichkeiten Bismarck br. an braut u. gattin 517 B. ⟨1934⟩ es handelte sich um die führung der ehreneskorte für eine durchreisende fürstlichkeit, die in der stadt pferdewechsel hatte Zuckmayer ges. w. (1960)1,338. 1974 diese vorstellungen (im theater) wurden oft von hohen fürstlichkeiten besucht, nur der zar ließ sich sehr selten sehenFokin, gegen d. strom 99. 2 fürstenwürde; auch damit verbundene hoheitliche rechte, herrschermacht. selten, zum teil in unklarer abgrenzung zu 1: 1400 zu kiesen .. einen zukumftigen keiser, und dorzu mit allen und iglichen andern iren regalien, furstlichkeiten herlichkeiten, wirden, eren, freiheiden, .. die man pfligt zu dem reiche zu haben cod. dipl. Moraviae 13,34 B. hs.15.jh. her konik ../ ich euch rat, in welcher weis/ ir euren feinten tut angesigen/ und mit eur furstlichkeit in obligen fastnachtsp. 1,76 LV. 1836 es ist ein kleiner fürst im land, den groß ich preise/ .. er hat die fürstlichkeit erkannt in ihrem wesen,/ und will den titelprunk nicht hören und nicht lesen Rückert ges. poet. w. (1868)8,137. 1857 königlich ist jeder tropfe bluts in mir;/ du aber hast, abschwörend deiner fürstlichkeit,/ dich selbst entehrt in dienstbar schnödem ehebett! Geibel Brunhild 100. ⟨1919⟩ erfahrung von menschen und dingen hatte ihm leuchtkraft verliehen; die unbegrenzte herrschaft über sie einen hauch von fürstlichkeit Wassermann Wahnschaffe 551,183.

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Zitationshilfe
„fürstlichkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/f%C3%BCrstlichkeit>, abgerufen am 19.10.2021.

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