Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

frager, m.

Fundstelle: Band 9, Spalte 865, Zeile 5 [Stöwer]
FRAGER m.   mhd. vrâgære, vrâger. mnd. vrāger(e), vrēger; mnl. nnl. vrager. abl. von fragen vb. 1 vorsitzender (eines gerichts, rates). jünger nur in bezug auf historische sachverhalte: 1291 daz man di vorsprechen v̊z den siben di vorgenant sint, nemen sol, vnd auch einer v̊z den siben vrager sej corp. altdt. originalurk. 2,661 W. 1389 und welhre denne also .. ein freger und ein sibendeman ist, .. so sol er ouch urteil sprechen urkb. Basel 5,141 W. 1424 und welcher frager under yne ist, der sal die andern alle off yre eyde fragen obrhein. stadtrechte III 3,1,214. 1574 er soll auch ain frager sein aller landsfrag recht in dem gericht zu Camer öst. weist. 14,384. 1817 als frager machte der graf die landesbedürfnisse kund, hieß die schöppen in die acht gehen, publicirte das von ihnen gefundene urtheil Rüder ständewesen 4. 2 jmd., der (viel) fragt: ⟨1299⟩ sprach mîn kneht, der frâgær Seifried Helbling 8,287 S. ⟨M14.jh.⟩ do verjach der vrager wild:/ ‘sol ich beleiben pey dem spor?’ Teichner 395,124 DTM. ⟨u1460⟩ yettweder hatt recht der frager und der antwurter Hartlieb dialogus 258 DTM. 1519 wenn man jn fragt, warumb es wer,/ synen schůch, den zeiget er/ vnd sprach zů denen fragern glich Murner 5,132 Sch. 1566 so er in aller narration warumb befragt, do fure er fort, .. stiess den frager mit aim arm von im zimmer. chr. 23,122 B. 1673 frager verstund solches (antwort) auf eine gantz wiedersinnige meinung Kuhlmann gesch.-herold Ff3a. ⟨1775⟩ und ihre antwort scheint nur spott/ über den frager zu seyn Goethe Faust 1,113 ak. 1828 man ist oft in noth wegen einer guten lüge, besonders unverschämten fragern gegenüber Herloszsohn farben 180. 1859 er .. sah den frager erst starr an .., als hätte er die frage nicht recht verstanden Schön geistesgestörte 198. 1937 Sokrates, der strenge frager, der sucher der wachbewußten, geistgeschauten lebensnorm Jaeger reden 188. 1979 kurz, ich war ein frager geworden, ein verdammt aufsässiger frager gött. tagebl. 88, feuilleton.

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Zitationshilfe
„frager“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/frager>, abgerufen am 16.10.2021.

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