Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

furunkel, m., n.

Fundstelle: Band 9, Spalte 1343, Zeile 16 [Harm]
FURUNKEL m., n.   lehnwort aus lat. furunculus m. ‘kleiner dieb’, nach der vorstellung, daß die entzündung blut und körpersäfte raubt, vgl. mitesser m. (1DWB 6,2343). älter auch fem. eitrige entzündung der talgdrüse, geschwür: 1579 zu- saͤuberen die spitzige blaͤterlin vnd harte beulen, die man sonst feigen, nägel vnd furunckel nennet, nemmet kornmaͤl, eyer totter .. Sebiz feldbau 92. ⟨v1787⟩ mamsell Düval bezahlte die eitelkeit, ihren niedtlichen fuß in einen engen schuh zu pressen, mit einem erklecklichen hühnerauge am großen zäh, der sie .. wie eine furunkel brannte Musäus kinderklapper (1788)40. 1828 schliesslich sind auch hier die in irrenanstalten so häufig gemachten erfahrungen .. vom eintreten kritischer furunkeln, flechten und andern impetiginösen processen, .. welche den .. genesungsprocess der seelenstörung ankündigten .., ganz ausgeschlossen auswahl med.-gerichtl. gutachten (1828)1,27. 1936 unter dem begriff ‘furunkel’ faßt man gewisse entzündliche vorgänge in der haut zusammen Kaufmann helfen 11. 1973 ich hatte an dem tag eine menge tabletten geschluckt, weil mich ein nicht verheiltes furunkel besonders schmerzte Grün glatteis 18. 2005 sein liebesproblem trägt der erzähler durch den ganzen roman mit sich wie einen immer wieder auftretenden furunkel freitag 30,14.

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Zitationshilfe
„furunkel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/furunkel>, abgerufen am 28.11.2020.

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