Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

fusel, m.

Fundstelle: Band 9, Spalte 1346, Zeile 17 [Harm]
FUSEL m.   herkunft unklar. möglicherweise lehnwort aus dem nd. (1DWB 4,1,1,962), anders Kluge/S. et. wb. 24323b. zuerst belegt als bedeutungsangabe zu einem rotwelschen wort, s. Kluge rotw. (1901)1,184. minderwertiger branntwein, auch allgemein minderwertiges alkoholisches getränk; pejorativ: 1743 fusel: brantewein Richey id. hamb. 9. 1762 ein dreyer zu brandwein, den der obriste selbst anschaffet, ist besser, als für zween groschen fusel in den leib gegossen, den die weiber herum tragen gedanken über d. kriegskunst 63. 1810 diejenigen, welche den branntwein verschenken, pflegen besonders den schlechten kornbranntwein (fusel) mit scharfen sachen, z. b. kellersalz, .. beissend zu machen lex. genußmittel 49. 1885 das spätere facit der untersuchung war .. eine 14tägige haft .., die S. .. abbüßte, zugleich aber auch dem genusse des fusels valet sagte Kobbe lebens-erinn. 396. 1949 die dreiviertelnacht war voller gestank; ein schnaps wäre das richtige gewesen, elender fusel meinetwegen A. Schmidt leviathan 56. 1970 der betrunkene, der nach schnaps stank, als wären seine kleider mit fusel getränkt, fiel über ihn Simmel Jimmy (1971)583. 2004 als der sprit, wie herr Rottluff den fusel nannte, .. zur neige ging und die frauen sich von dem betrunkenen abwandten, hielt Daniel weiter zu ihm freitag 35,20.

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Zitationshilfe
„fusel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/fusel>, abgerufen am 03.12.2020.

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