Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

eben

Grammatik Adjektiv · Komparativ: ebener · Superlativ: am ebensten, Superlativ selten
Aussprache  [ˈeːbən]
Wortbildung  mit ›eben‹ als Erstglied: Ebenbild · Ebenheit · Ebenholz · Ebenmaß · ebenbürtig · ebenerdig
 ·  mit ›eben‹ als Letztglied: bretteben · topfeben · uneben
 ·  mit ›eben‹ als Grundform: Ebene
eWDG

Bedeutungen

1.
ohne Bodenerhebung
a)
gleichmäßig flach
Beispiele:
ebenes Land
eine ebene Fläche
die Gegend ist eben wie eine Tischplatte, wie ein Brett
b)
glatt
Beispiele:
wir hatten bei der Überfahrt ganz ebene See
eine ebene Landstraße
auf ebener Bahn
sie ist auf ebenem Boden gestolpert und hingefallen
der Kurort bietet viele bequeme, ebene Spaziergänge
das Terrain, ein Beet eben machen (= glätten)
aus seinem ruhig und eben fließenden Blut strömte Ruhe auf sie über [ I. SeidelTor122]
c)
zu ebener Erdeim Erdgeschoss
Beispiele:
wir wohnen zu ebener Erde
das Zimmer war zu ebener Erde gelegen
2.
ohne Unterbrechung, gleichmäßig
Beispiel:
das Zugtier geht im ebenen Schritt, Trott
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eben · Ebene · ebenbürtig · Ebenmaß · ebnen
eben Adj. ‘flach, ohne Erhebung’, Adv. ‘gerade, genau’, ahd. eban(i) ‘glatt, flach, gleich, gleichmäßig, gerecht, gerade (von Zahlen)’ (8. Jh.), mhd. eben, ebene, asächs. eƀan, mnd. ēven(e), effen, mnl. nl. effen, even, aengl. efen, engl. even, anord. jafn, jamn, schwed. jämn, got. ibns, germ. *ebna-. Zu Beginn der Überlieferung stehen für alle germ. Adjektivformen die Bedeutungen ‘gleich’ und ‘eben, flach’ (eigentlich ‘gleich hoch’) nebeneinander, nur im Got. sind sie durch unterschiedliche Flexion getrennt (stark flektierendes ibns ‘eben, flach’, schwach flektierendes ibna ‘gleich’). Im Nhd. lebt die Bedeutung ‘gleich’ nur noch in Zusammensetzungen wie Ebenbild (s. Bild), ebenbürtig, Ebenmaß (s. unten) fort. Sehr stark entwickelt sich der adverbiale Gebrauch in Verwendungen wie ‘gleichmäßig, in gleicher Weise, genau entsprechend’ und ‘gerade, genau’, so namentlich in Verbindung mit Demonstrativpronomina und Adverbien, vgl. ebender, ebenda, ebendort. Durch Bezug auf Zeitausdrücke nimmt eben bereits mhd. temporalen Sinn an ‘im unmittelbar vorangegangenen Augenblick’, aber auch ‘jetzt gerade, in diesem Augenblick’; es wird ferner alleinstehend sowohl bestätigend (eben!) wie verstärkend (eben deshalb) gebraucht. Weitgehend abgeblaßt wird es in unbetonter Stellung für ‘(nun) einmal, halt’ verwendet. Die Herkunft des germ. Adjektivs mit dem Suffix ie. -no- ist nicht geklärt. Man erwägt Verbindung mit mir. emon, emuin ‘Zwillingspaar’ und darüber hinaus mit aind. yamáḥ, awest. yə̄ma- ‘Zwilling’ sowie aind. yácchati ‘hält, lenkt, leitet, reicht dar’ (Aorist yámati), so daß das germ. Adjektiv zu einer Wurzel ie. *i̯em(ə)- ‘halten, zusammenhalten, paaren, bezwingen’ gestellt werden könnte. Andere Überlegungen gehen von der adverbialen Akkusativform ie. *im des Pronominalstamms ie. *i- (s. er, es) aus. Die Befürwortung solcher Herleitungen hängt auch davon ab, ob man (germ. -b- auf -m- zurückführend) auf Grund der germ. Lautverhältnisse ererbtes germ. *imna- oder *emna- voraussetzt. – Ebene f. ‘unbegrenzte, nirgends gekrümmte Fläche, flaches Land’, ahd. ebanī f. ‘glatte Fläche, flaches Land’ (8. Jh.), daneben ebani n. ‘Gleichheit, Ebenmäßigkeit’ (9. Jh.), mhd. ebene ‘flaches Land, Gleichmäßigkeit’; im mathematischen Sinne (16. Jh.) für mlat. planum. ebenbürtig Adj. ‘von gleich hoher Geburt’, mhd. ebenbürtec. Ebenmaß n. ‘Gleichmaß’, mhd. ebenmāʒ; vgl. ahd. ebanmāʒa f. (Hs. 12. Jh.), mhd. ebenmāʒe. ebnen Vb. ‘eben machen’, ahd. ebanōn (8. Jh.), mhd. ebenen ‘gleichmachen, vergleichen’. In neuerer Sprache oft bildlich jmdm. die Wege ebnen.

Typische Verbindungen zu ›eben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eben‹.

Verwendungsbeispiele für ›eben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Räume zu ebener Erde imponieren meist durch ihre verschwenderische Grösse. [Francke, Alexander: Fünf Wochen im Osten der Vereinigten Staaten und Kanadas, Bern: A. Francke 1913, S. 22]
Von Ast zu Ast ließ sich zusammenhängend nachdenken, viel besser als zu ebener Erde. [Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 25]
Es geschieht klarer als zu ebener Erde, aber auch einleuchtender als auf jedem Stadtplan. [Die Zeit, 22.03.1996, Nr. 13]
Der kleine Kasten projiziert eine rötlich schimmernde virtuelle Tastatur auf eine ebene Oberfläche. [Die Zeit, 15.04.2013, Nr. 16]
Wirklich warm wurde es in dem Raum zu ebener Erde nie. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 124]
Zitationshilfe
„eben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eben#1>.

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eben

Grammatik Adverb
Aussprache  [ˈeːbən]
Wortbildung  mit ›eben‹ als Erstglied: ebd. · ebenda · ebendaher · ebendahin · ebendann · ebendarum · ebendas · ebendasselbe · ebender · ebenderselbe · ebendeshalb · ebendeswegen · ebendie · ebendiese · ebendieselbe · ebendieser · ebendieses · ebendort · ebenfalls · ebenjene · ebenjener · ebenjenes · ebenso · ebensolch
 ·  mit ›eben‹ als Letztglied: soeben
eWDG

Bedeutungen

1.
Grammatik: betont
a)
drückt Gleichzeitigkeit aus   in diesem Augenblick; soeben
Beispiele:
eben hat es fünf Uhr geschlagen
er ist eben angekommen
sie hat es eben selbst gesagt
ich wollte eben einschlafen
er war eben noch hier
ich wollte eben zu ihm gehen, als er eintrat
ich war eben im Begriff fortzugehen, als sie anrief
eben erst höre ich, dass …
der eben Genannte stand vor uns
das eben Erwähnte, Gehörte
b)
drückt Knappheit, Beschränkung aus   mit Mühe und Not, gerade noch
Beispiele:
das reicht eben so aus, mag eben so hingehen
er hielt sich eben noch, noch eben aufrecht
er konnte sich eben (noch) in Sicherheit bringen, konnte den Wagen eben (noch) bremsen
c)
landschaftlich, besonders norddeutsch rasch, schnell
Beispiele:
komm eben mal her!
heb das eben mal auf!
Glauben Sie nicht, daß Ihr Großvater eben herüberkommen und es sich anschauen könnte [ BöllBillard300]
Noch bluttriefende Fleischfetzen werden an einem schnell entfachten Feuer eben geröstet [ SchomburgkAfrika212]
d)
umgangssprachlich in Ausrufen, die Vorangegangenes bestätigen   so ist es!
Grammatik: alleinstehend
Beispiele:
»Der ist auch schon über fünfzig.« »Na eben
»Nächste Woche ist schon der Geburtstag.« »Ja eben
»Lieber Herr Zweig, ich gestehe, es ist nur zu willkommen.« »Eben, eben [ Th. Mann11,299]
2.
ohne eigentliche Bedeutung
Grammatik: partikelhaft, unbetont
a)
drückt Zusammenfassung, Bestätigung des Vorangegangenen aus   so wie die Dinge liegen
Beispiele:
ein solches Werk dauert eben lange, kostet eben viel Zeit, Geld
es ist eben nichts mehr zu ändern
das ist eben (nun einmal) so
er leidet eben so sehr unter der Trennung, dass …
es geht eben nicht
er ist eben zu nichts zu gebrauchen
du hättest dich eben vorsehen sollen
du musst es eben noch einmal versuchen
Mußt es eben leiden [ GoetheHeidenrösl.]
b)
verstärkt eine Behauptung   genau
Beispiele:
eben das wollte ich sagen, meine ich auch
eben dich, deine Mitarbeit brauchen wir
eben darum bin ich gekommen
eben deshalb wollte er nicht mitfahren
eben jetzt brauche ich das Geld
von dem eben reden wir
c)
umgangssprachlich mildert eine Verneinung
Beispiele:
das will ich nun eben nicht behaupten, nicht behauptet haben
er ist nicht eben sehr geschickt gewesen
was sie gesagt hat, ist nicht eben neu
er ist nicht eben schön
ich war nicht eben begeistert
die Entfernung ist nicht eben groß
die Zahl der Fehler ist nicht eben klein
Kann Euch nicht eben ganz verstehen [ GoetheFaustI 1942]
aber er ist nicht eben ein starker Geschäftsmann [ Th. MannBuddenbrooks1,78]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eben · Ebene · ebenbürtig · Ebenmaß · ebnen
eben Adj. ‘flach, ohne Erhebung’, Adv. ‘gerade, genau’, ahd. eban(i) ‘glatt, flach, gleich, gleichmäßig, gerecht, gerade (von Zahlen)’ (8. Jh.), mhd. eben, ebene, asächs. eƀan, mnd. ēven(e), effen, mnl. nl. effen, even, aengl. efen, engl. even, anord. jafn, jamn, schwed. jämn, got. ibns, germ. *ebna-. Zu Beginn der Überlieferung stehen für alle germ. Adjektivformen die Bedeutungen ‘gleich’ und ‘eben, flach’ (eigentlich ‘gleich hoch’) nebeneinander, nur im Got. sind sie durch unterschiedliche Flexion getrennt (stark flektierendes ibns ‘eben, flach’, schwach flektierendes ibna ‘gleich’). Im Nhd. lebt die Bedeutung ‘gleich’ nur noch in Zusammensetzungen wie Ebenbild (s. Bild), ebenbürtig, Ebenmaß (s. unten) fort. Sehr stark entwickelt sich der adverbiale Gebrauch in Verwendungen wie ‘gleichmäßig, in gleicher Weise, genau entsprechend’ und ‘gerade, genau’, so namentlich in Verbindung mit Demonstrativpronomina und Adverbien, vgl. ebender, ebenda, ebendort. Durch Bezug auf Zeitausdrücke nimmt eben bereits mhd. temporalen Sinn an ‘im unmittelbar vorangegangenen Augenblick’, aber auch ‘jetzt gerade, in diesem Augenblick’; es wird ferner alleinstehend sowohl bestätigend (eben!) wie verstärkend (eben deshalb) gebraucht. Weitgehend abgeblaßt wird es in unbetonter Stellung für ‘(nun) einmal, halt’ verwendet. Die Herkunft des germ. Adjektivs mit dem Suffix ie. -no- ist nicht geklärt. Man erwägt Verbindung mit mir. emon, emuin ‘Zwillingspaar’ und darüber hinaus mit aind. yamáḥ, awest. yə̄ma- ‘Zwilling’ sowie aind. yácchati ‘hält, lenkt, leitet, reicht dar’ (Aorist yámati), so daß das germ. Adjektiv zu einer Wurzel ie. *i̯em(ə)- ‘halten, zusammenhalten, paaren, bezwingen’ gestellt werden könnte. Andere Überlegungen gehen von der adverbialen Akkusativform ie. *im des Pronominalstamms ie. *i- (s. er, es) aus. Die Befürwortung solcher Herleitungen hängt auch davon ab, ob man (germ. -b- auf -m- zurückführend) auf Grund der germ. Lautverhältnisse ererbtes germ. *imna- oder *emna- voraussetzt. – Ebene f. ‘unbegrenzte, nirgends gekrümmte Fläche, flaches Land’, ahd. ebanī f. ‘glatte Fläche, flaches Land’ (8. Jh.), daneben ebani n. ‘Gleichheit, Ebenmäßigkeit’ (9. Jh.), mhd. ebene ‘flaches Land, Gleichmäßigkeit’; im mathematischen Sinne (16. Jh.) für mlat. planum. ebenbürtig Adj. ‘von gleich hoher Geburt’, mhd. ebenbürtec. Ebenmaß n. ‘Gleichmaß’, mhd. ebenmāʒ; vgl. ahd. ebanmāʒa f. (Hs. 12. Jh.), mhd. ebenmāʒe. ebnen Vb. ‘eben machen’, ahd. ebanōn (8. Jh.), mhd. ebenen ‘gleichmachen, vergleichen’. In neuerer Sprache oft bildlich jmdm. die Wege ebnen.

Typische Verbindungen zu ›eben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eben‹.

Verwendungsbeispiele für ›eben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Räume zu ebener Erde imponieren meist durch ihre verschwenderische Grösse. [Francke, Alexander: Fünf Wochen im Osten der Vereinigten Staaten und Kanadas, Bern: A. Francke 1913, S. 22]
Von Ast zu Ast ließ sich zusammenhängend nachdenken, viel besser als zu ebener Erde. [Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 25]
Es geschieht klarer als zu ebener Erde, aber auch einleuchtender als auf jedem Stadtplan. [Die Zeit, 22.03.1996, Nr. 13]
Der kleine Kasten projiziert eine rötlich schimmernde virtuelle Tastatur auf eine ebene Oberfläche. [Die Zeit, 15.04.2013, Nr. 16]
Wirklich warm wurde es in dem Raum zu ebener Erde nie. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 124]
Zitationshilfe
„eben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eben#2>.

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