ebenbürtig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung eben-bür-tig
Wortbildung  mit ›ebenbürtig‹ als Erstglied: ↗Ebenbürtigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

von gleichen Fähigkeiten, gleichwertig
Beispiele:
ein ebenbürtiger Gegner, Konkurrent, Rivale
jmd. ist jmdm. ebenbürtig, gilt jmdm. als ebenbürtig
er war ihm an Kraft, in der Kraft, Schlagfertigkeit, an, im Können, geistig ebenbürtig
es [das Dritte Reich] stellt ... seiner gesamten Mentalität nach die physische Leistung so ganz ebenbürtig neben die geistige, nein über sie [KlempererLTI229]
historisch von gleicher Geburt, gleichem Rang
Beispiele:
der jüngere Sohn war nicht ebenbürtig
die Standesherren waren den Territorialfürsten ebenbürtig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eben · Ebene · ebenbürtig · Ebenmaß · ebnen
eben Adj. ‘flach, ohne Erhebung’, Adv. ‘gerade, genau’, ahd. eban(i) ‘glatt, flach, gleich, gleichmäßig, gerecht, gerade (von Zahlen)’ (8. Jh.), mhd. eben, ebene, asächs. eƀan, mnd. ēven(e), effen, mnl. nl. effen, even, aengl. efen, engl. even, anord. jafn, jamn, schwed. jämn, got. ibns, germ. *ebna-. Zu Beginn der Überlieferung stehen für alle germ. Adjektivformen die Bedeutungen ‘gleich’ und ‘eben, flach’ (eigentlich ‘gleich hoch’) nebeneinander, nur im Got. sind sie durch unterschiedliche Flexion getrennt (stark flektierendes ibns ‘eben, flach’, schwach flektierendes ibna ‘gleich’). Im Nhd. lebt die Bedeutung ‘gleich’ nur noch in Zusammensetzungen wie Ebenbild (s. ↗Bild), ebenbürtig, Ebenmaß (s. unten) fort. Sehr stark entwickelt sich der adverbiale Gebrauch in Verwendungen wie ‘gleichmäßig, in gleicher Weise, genau entsprechend’ und ‘gerade, genau’, so namentlich in Verbindung mit Demonstrativpronomina und Adverbien, vgl. ebender, ebenda, ebendort. Durch Bezug auf Zeitausdrücke nimmt eben bereits mhd. temporalen Sinn an ‘im unmittelbar vorangegangenen Augenblick’, aber auch ‘jetzt gerade, in diesem Augenblick’; es wird ferner alleinstehend sowohl bestätigend (eben!) wie verstärkend (eben deshalb) gebraucht. Weitgehend abgeblaßt wird es in unbetonter Stellung für ‘(nun) einmal, halt’ verwendet. Die Herkunft des germ. Adjektivs mit dem Suffix ie. -no- ist nicht geklärt. Man erwägt Verbindung mit mir. emon, emuin ‘Zwillingspaar’ und darüber hinaus mit aind. yamáḥ, awest. yə̄ma- ‘Zwilling’ sowie aind. yácchati ‘hält, lenkt, leitet, reicht dar’ (Aorist yámati), so daß das germ. Adjektiv zu einer Wurzel ie. *i̯em(ə)- ‘halten, zusammenhalten, paaren, bezwingen’ gestellt werden könnte. Andere Überlegungen gehen von der adverbialen Akkusativform ie. *im des Pronominalstamms ie. *i- (s. ↗er, ↗es) aus. Die Befürwortung solcher Herleitungen hängt auch davon ab, ob man (germ. -b- auf -m- zurückführend) auf Grund der germ. Lautverhältnisse ererbtes germ. *imna- oder *emna- voraussetzt. Ebene f. ‘unbegrenzte, nirgends gekrümmte Fläche, flaches Land’, ahd. ebanī f. ‘glatte Fläche, flaches Land’ (8. Jh.), daneben ebani n. ‘Gleichheit, Ebenmäßigkeit’ (9. Jh.), mhd. ebene ‘flaches Land, Gleichmäßigkeit’; im mathematischen Sinne (16. Jh.) für mlat. planum. ebenbürtig Adj. ‘von gleich hoher Geburt’, mhd. ebenbürtec. Ebenmaß n. ‘Gleichmaß’, mhd. ebenmāʒ; vgl. ahd. ebanmāʒa f. (Hs. 12. Jh.), mhd. ebenmāʒe. ebnen Vb. ‘eben machen’, ahd. ebanōn (8. Jh.), mhd. ebenen ‘gleichmachen, vergleichen’. In neuerer Sprache oft bildlich jmdm. die Wege ebnen.

Thesaurus

Synonymgruppe
ebenbürtig · gleichgestellt · ↗gleichrangig · ↗paritätisch · ↗vollwertig  ●  ↗auf Augenhöhe  Jargon · ↗gleichberechtigt  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ebenbürtig‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ebenbürtig‹.

Verwendungsbeispiele für ›ebenbürtig‹

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Denn nur der Sieg über einen ebenbürtigen Gegner war ein ehrenvoller Sieg.
Die Welt, 16.06.2004
Ebenbürtig waren sie allemal, aber nicht clever, nicht kaltschnäuzig genug.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.1999
Denn zum ersten Male verband sich dramatische Dichtung höchsten Ranges mit ebenbürtiger Musik.
Pfannkuch, Wilhelm u. Schuh, Willi: Strauss. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 21132
Seit gestern bist Du mir nun auch auf dem Papier ebenbürtig.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 245
Er hielt eines seiner Bilder den Werken anderer Maler für ebenbürtig!
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 685
Zitationshilfe
„ebenbürtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ebenb%C3%BCrtig>, abgerufen am 10.08.2020.

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