ebnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungeb-nen
Wortbildung mit ›ebnen‹ als Erstglied: ↗Ebnung  ·  mit ›ebnen‹ als Letztglied: ↗einebnen
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. eben, gleichmäßig flach und glatt machen
Beispiele:
den Erdboden, ein Feld, die Gartenwege, Beete ebnen
der geebnete Schulhof, Kasernenhof
Sie allein hat den Zauberstab, der die Winde bändigt und die Wellen ebnet [RaabeII 1,272]
übertragen
Beispiele:
jmdm. den Weg, die Wege ebnen (= jmdm. seinen Weg vorbereiten)
jmdm. die Schwierigkeiten, Hindernisse ebnen (= beseitigen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eben · Ebene · ebenbürtig · Ebenmaß · ebnen
eben Adj. ‘flach, ohne Erhebung’, Adv. ‘gerade, genau’, ahd. eban(i) ‘glatt, flach, gleich, gleichmäßig, gerecht, gerade (von Zahlen)’ (8. Jh.), mhd. eben, ebene, asächs. eƀan, mnd. ēven(e), effen, mnl. nl. effen, even, aengl. efen, engl. even, anord. jafn, jamn, schwed. jämn, got. ibns, germ. *ebna-. Zu Beginn der Überlieferung stehen für alle germ. Adjektivformen die Bedeutungen ‘gleich’ und ‘eben, flach’ (eigentlich ‘gleich hoch’) nebeneinander, nur im Got. sind sie durch unterschiedliche Flexion getrennt (stark flektierendes ibns ‘eben, flach’, schwach flektierendes ibna ‘gleich’). Im Nhd. lebt die Bedeutung ‘gleich’ nur noch in Zusammensetzungen wie Ebenbild (s. ↗Bild), ebenbürtig, Ebenmaß (s. unten) fort. Sehrstark entwickelt sich der adverbiale Gebrauch in Verwendungen wie ‘gleichmäßig, in gleicher Weise, genau entsprechend’ und ‘gerade, genau’, so namentlich in Verbindung mit Demonstrativpronomina und Adverbien, vgl. ebender, ebenda, ebendort. Durch Bezug auf Zeitausdrücke nimmt eben bereits mhd. temporalen Sinn an ‘im unmittelbar vorangegangenen Augenblick’, aber auch ‘jetzt gerade, in diesem Augenblick’; es wird ferner alleinstehend sowohl bestätigend (eben!) wie verstärkend (eben deshalb) gebraucht. Weitgehend abgeblaßt wird es in unbetonter Stellung für ‘(nun) einmal, halt’ verwendet. Die Herkunft des germ. Adjektivs mit dem Suffix ie. -no- ist nicht geklärt. Man erwägt Verbindung mit mir. emon, emuin ‘Zwillingspaar’ und darüber hinaus mit aind. yamáḥ, awest. yə̄ma- ‘Zwilling’ sowie aind. yácchati ‘hält, lenkt, leitet, reicht dar’ (Aorist yámati), so daß das germ. Adjektiv zu einer Wurzel ie. *i̯em(ə)- ‘halten, zusammenhalten, paaren, bezwingen’ gestellt werden könnte. Andere Überlegungen gehen von der adverbialen Akkusativform ie. *im des Pronominalstamms ie. *i- (s. ↗er, ↗es) aus. Die Befürwortung solcher Herleitungen hängt auch davon ab, ob man (germ. -b- auf -m- zurückführend) auf Grund der germ. Lautverhältnisse ererbtes germ. *imna- oder *emna- voraussetzt. Ebene f. ‘unbegrenzte, nirgends gekrümmte Fläche, flaches Land’, ahd. ebanī f. ‘glatte Fläche, flaches Land’ (8. Jh.), daneben ebani n. ‘Gleichheit, Ebenmäßigkeit’ (9. Jh.), mhd. ebene ‘flaches Land, Gleichmäßigkeit’; im mathematischen Sinne (16. Jh.) für mlat. planum. ebenbürtig Adj. ‘von gleich hoher Geburt’, mhd. ebenbürtec. Ebenmaß n. ‘Gleichmaß’, mhd. ebenmāʒ; vgl. ahd. ebanmāʒa f. (Hs. 12. Jh.), mhd. ebenmāʒe. ebnen Vb. ‘eben machen’, ahd. ebanōn (8. Jh.), mhd. ebenen ‘gleichmachen, vergleichen’. In neuerer Sprache oft bildlich jmdm. die Wege ebnen.

Thesaurus

Synonymgruppe
abflachen · ↗begradigen · ebnen · ↗einebnen · flach machen · ↗planieren · ↗verflachen
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussöhnung Beitrittsverhandlung Berufsleben Einigung Einstieg Friedensverhandlung Halbfinale Karriereweg Kreml Macht Neuwahl Pfad Rückkehr Rückweg Selbstständigkeit Selbständigkeit Steuerehrlichkeit Terrain Treffer Verständigung Viertelfinale Weg Weiße Haus Welthandelsorganisation Wiederaufnahme Währungsunion damit dorthin einebnen zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ebnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat gelernt, dass die Wege verschlungen sind, ihnen die Wege zu ebnen.
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2004
Auch wenn er nicht überall auf unsere heutige Ordnung abzielte: den Weg hat er ihr allemal geebnet.
Die Zeit, 21.07.1967, Nr. 29
Ohne es zu wissen, hat er sich damit den Weg nach Rom geebnet.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3982
Er trat auf die Straße, die noch nicht geebnet war.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 650
Es ebnet den Weg zu einer fortlaufenden Verbesserung der Beziehungen beider Länder zueinander.
o. A.: 1929. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 3991
Zitationshilfe
„ebnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ebnen>, abgerufen am 10.12.2019.

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