Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ebnen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung eb-nen
Wortbildung  mit ›ebnen‹ als Erstglied: Ebnung  ·  mit ›ebnen‹ als Letztglied: einebnen
eWDG

Bedeutung

etw. eben, gleichmäßig flach und glatt machen
Beispiele:
den Erdboden, ein Feld, die Gartenwege, Beete ebnen
der geebnete Schulhof, Kasernenhof
Sie allein hat den Zauberstab, der die Winde bändigt und die Wellen ebnet [ RaabeII 1,272]
übertragen
Beispiele:
jmdm. den Weg, die Wege ebnen (= jmdm. seinen Weg vorbereiten)
jmdm. die Schwierigkeiten, Hindernisse ebnen (= beseitigen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eben · Ebene · ebenbürtig · Ebenmaß · ebnen
eben Adj. ‘flach, ohne Erhebung’, Adv. ‘gerade, genau’, ahd. eban(i) ‘glatt, flach, gleich, gleichmäßig, gerecht, gerade (von Zahlen)’ (8. Jh.), mhd. eben, ebene, asächs. eƀan, mnd. ēven(e), effen, mnl. nl. effen, even, aengl. efen, engl. even, anord. jafn, jamn, schwed. jämn, got. ibns, germ. *ebna-. Zu Beginn der Überlieferung stehen für alle germ. Adjektivformen die Bedeutungen ‘gleich’ und ‘eben, flach’ (eigentlich ‘gleich hoch’) nebeneinander, nur im Got. sind sie durch unterschiedliche Flexion getrennt (stark flektierendes ibns ‘eben, flach’, schwach flektierendes ibna ‘gleich’). Im Nhd. lebt die Bedeutung ‘gleich’ nur noch in Zusammensetzungen wie Ebenbild (s. Bild), ebenbürtig, Ebenmaß (s. unten) fort. Sehr stark entwickelt sich der adverbiale Gebrauch in Verwendungen wie ‘gleichmäßig, in gleicher Weise, genau entsprechend’ und ‘gerade, genau’, so namentlich in Verbindung mit Demonstrativpronomina und Adverbien, vgl. ebender, ebenda, ebendort. Durch Bezug auf Zeitausdrücke nimmt eben bereits mhd. temporalen Sinn an ‘im unmittelbar vorangegangenen Augenblick’, aber auch ‘jetzt gerade, in diesem Augenblick’; es wird ferner alleinstehend sowohl bestätigend (eben!) wie verstärkend (eben deshalb) gebraucht. Weitgehend abgeblaßt wird es in unbetonter Stellung für ‘(nun) einmal, halt’ verwendet. Die Herkunft des germ. Adjektivs mit dem Suffix ie. -no- ist nicht geklärt. Man erwägt Verbindung mit mir. emon, emuin ‘Zwillingspaar’ und darüber hinaus mit aind. yamáḥ, awest. yə̄ma- ‘Zwilling’ sowie aind. yácchati ‘hält, lenkt, leitet, reicht dar’ (Aorist yámati), so daß das germ. Adjektiv zu einer Wurzel ie. *i̯em(ə)- ‘halten, zusammenhalten, paaren, bezwingen’ gestellt werden könnte. Andere Überlegungen gehen von der adverbialen Akkusativform ie. *im des Pronominalstamms ie. *i- (s. er, es) aus. Die Befürwortung solcher Herleitungen hängt auch davon ab, ob man (germ. -b- auf -m- zurückführend) auf Grund der germ. Lautverhältnisse ererbtes germ. *imna- oder *emna- voraussetzt. Ebene f. ‘unbegrenzte, nirgends gekrümmte Fläche, flaches Land’, ahd. ebanī f. ‘glatte Fläche, flaches Land’ (8. Jh.), daneben ebani n. ‘Gleichheit, Ebenmäßigkeit’ (9. Jh.), mhd. ebene ‘flaches Land, Gleichmäßigkeit’; im mathematischen Sinne (16. Jh.) für mlat. planum. ebenbürtig Adj. ‘von gleich hoher Geburt’, mhd. ebenbürtec. Ebenmaß n. ‘Gleichmaß’, mhd. ebenmāʒ; vgl. ahd. ebanmāʒa f. (Hs. 12. Jh.), mhd. ebenmāʒe. ebnen Vb. ‘eben machen’, ahd. ebanōn (8. Jh.), mhd. ebenen ‘gleichmachen, vergleichen’. In neuerer Sprache oft bildlich jmdm. die Wege ebnen.

Thesaurus

Synonymgruppe
abflachen · begradigen · ebnen · einebnen · flach machen · planieren · verflachen

Typische Verbindungen zu ›ebnen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ebnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ebnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ohne es zu wissen, hat er sich damit den Weg nach Rom geebnet. [o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3982]
Damit wäre dann endlich der weg für echte Lösungen geebnet. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1972]]
Sie sollen dazu dienen, den Weg zu einer politischen Gemeinschaft der Deutschen zu ebnen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1968]]
Das würde den Weg ebnen zur endgültigen Lösung des deutschen Problems. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1957]]
Und nur so kann ich meinen Namen auch dazu benutzen, kleineren Filmen den Weg zu ebnen. [Die Zeit, 01.03.2010, Nr. 09]
Zitationshilfe
„ebnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ebnen>.

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