edel

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

von hervorragender Qualität
a)
vortrefflich
Beispiele:
ein edles (= sehr wertvolles) Instrument
der edle (= herrliche) Ton dieser alten Geige
edler (= kostbarer) Schmuck
das edle (= kunstgerechte) Weidwerk
edle (= seltene) Hölzer, Gewürze
umgangssprachlich, scherzhaftein edler (= sehr wohlschmeckender) Tropfen
abwertendein edles (= zueinander passendes) Paar
b)
reinrassig
Beispiele:
ein edles Pferd, Tier, ein edler Hund
das edle Wild
edle Rosen
c)
gehoben schön gebildet, harmonisch
Beispiele:
ein edles Antlitz, ein edler Kopf
von edlem Wuchs
jmd., ein Baum ist edel gewachsen
eine edel geformte Hand, edel gebogene Nase
des Dichters edle Sprache
die edle Einfalt antiker Statuen
d)
gehoben selbstlos
Beispiele:
ein edler Mensch
ein edles Wesen
edle Menschlichkeit
eine edle Tat
ein edler Vorsatz
edle Beweggründe
ein edler Wettstreit
etw. geschah in edler Absicht, aus edelster Gesinnung
edel handeln, denken
Edel sei der Mensch, / Hilfreich und gut! [ GoetheDas Göttliche]
e)
veraltet adlig, mit Adelstitel
Beispiele:
er stammte aus edlem Hause
historischdie Edlen gingen hinter dem König
historischIhn trugen / Zwölf Jünglinge der edelsten Geschlechter [ SchillerWallenst. TodIV 10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

edel · Edelmut · edelmütig · Edelmütigkeit · Edelstein · Edelweiß
edel Adj. ‘von adligem Stande, vortrefflich’, ahd. edili (9. Jh.), mhd. edel(e), asächs. eðili, mnd. mnl. ēdel, nl. edel, afries. ethele, aengl. æþele ist eine nur westgerm. (*aþlja-) belegte Ableitung von dem unter Adel behandelten Substantiv. In der Ausgangsbedeutung ‘von vornehmer Herkunft’ durch adlig (s. d.) verdrängt, wird edel bereits im Mhd. und besonders im Nhd. in bezug auf geistige Eigenschaften und sittliche Werte gebraucht (edles Gemüt, edle Gesinnung). Edelmut m. ‘edle Gesinnung, Selbstlosigkeit’ (Ende 17. Jh.), wohl rückgebildet aus edelmütig Adj. (Mitte 17. Jh.); zuvor bereits die Zusammensetzung (ohne unmittelbare Nachfolge) mhd. edelmuot. Edelmütigkeit f. (17. Jh.; der für das Mhd. zitierte Beleg aus Boners Edelstein stammt aus dem Druck Breitingers von 1757). Edelstein m. ‘seltener kostbarer Stein’ (wegen seiner Farb- oder Lichteffekte zu Schmuck verarbeitet), mhd. edelstein, mnd. ēdelstēn. Edelweiß n. mit weißen Filzhaaren bedeckte Hochgebirgsblume. Im 18. Jh. aufkommend und landschaftliche Bezeichnungen wie Wollblume (16. Jh.) verdrängend.

Thesaurus

Synonymgruppe
anmutig · edel · elegant · geschmeidig · grazil · graziös · voller Anmut · zart · zierlich  ●  gazellenhaft  selten
Assoziationen
Synonymgruppe
aufopfernd · edel · edelmütig · hilfsbereit · selbstvergessen · solidarisch · sozial eingestellt · uneigennützig  ●  selbstlos  Hauptform · altruistisch  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
edel · erlesen · exzellent · fein · hochklassig · hochwertig · kostbar · luxuriös · meisterhaft · qualitativ hochstehend · qualitätsvoll · vortrefflich · wertvoll  ●  pipifein  derb
Assoziationen
Synonymgruppe
distinguiert · edel · erhaben · illuster · von gehobener Eleganz · vornehm  ●  hehr  veraltet · erlaucht  geh.
Synonymgruppe
adlig · adliger Abstammung · aristokratisch · aus hohem Hause · blaublütig · edel · erlaucht · feudal · nobel · von Adel · von Rang · von Stand · von blauem Blute · von edlem Geblüt · von edlem Geschlecht · von vornehmem Geschlecht · von vornehmer Abstammung  ●  hochwohlgeboren  auch ironisch
Synonymgruppe
(ein) feiner Zug (von jemandem) · edel · edelmütig · gentlemanlike · nobel
Assoziationen
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›edel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›edel‹.

Verwendungsbeispiele für ›edel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das hatte er nun wieder mal für seine edle Tat. [Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 73]
Und ihn jammerte der edle Zorn wie ein vertanes Blut. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 1053]
Doch auch dieses Jahr sind ein paar edle Stücke darunter. [o. A.: Archäologie. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]]
Nach allgemeiner Übereinkunft ist das edelste Stück vom Lamm der Rücken. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Der edle Kern seines Wesens ließ es nicht zu, sie noch weiter zu beunruhigen. [Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 35]
Zitationshilfe
„edel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/edel>.

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