edel

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›edel‹ als Erstglied: ↗Edelbrand · ↗Edelbranntwein · ↗Edeldame · ↗Edelfisch · ↗Edelfrau · ↗Edelfräulein · ↗Edelfäule · ↗Edelgas · ↗Edelhirsch · ↗Edelhof · ↗Edelholz · ↗Edeling · ↗Edelkastanie · ↗Edelkirsche · ↗Edelkitsch · ↗Edelknabe · ↗Edelknecht · ↗Edelkoralle · ↗Edelkrebs · ↗Edelleute · ↗Edellikör · ↗Edelmann · ↗Edelmarder · ↗Edelmetall · ↗Edelmut · ↗Edelobst · ↗Edelpilz · ↗Edelreife · ↗Edelreis · ↗Edelroller · ↗Edelrost · ↗Edelschnulze · ↗Edelsinn · ↗Edelstahl · ↗Edelstein · ↗Edeltanne · ↗Edelwild
 ·  mit ›edel‹ als Letztglied: ↗unedel · ↗veredeln  ·  mit ›edel‹ als Grundform: ↗Edle · ↗edel-
eWDG, 1967

Bedeutung

von hervorragender Qualität
a)
vortrefflich
Beispiele:
ein edles (= sehr wertvolles) Instrument
der edle (= herrliche) Ton dieser alten Geige
edler (= kostbarer) Schmuck
das edle (= kunstgerechte) Weidwerk
edle (= seltene) Hölzer, Gewürze
umgangssprachlich, scherzhaft ein edler (= sehr wohlschmeckender) Tropfen
abwertend ein edles (= zueinander passendes) Paar
b)
reinrassig
Beispiele:
ein edles Pferd, Tier, ein edler Hund
das edle Wild
edle Rosen
c)
gehoben schön gebildet, harmonisch
Beispiele:
ein edles Antlitz, ein edler Kopf
von edlem Wuchs
jmd., ein Baum ist edel gewachsen
eine edel geformte Hand, edel gebogene Nase
des Dichters edle Sprache
die edle Einfalt antiker Statuen
d)
gehoben selbstlos
Beispiele:
ein edler Mensch
ein edles Wesen
edle Menschlichkeit
eine edle Tat
ein edler Vorsatz
edle Beweggründe
ein edler Wettstreit
etw. geschah in edler Absicht, aus edelster Gesinnung
edel handeln, denken
Edel sei der Mensch, / Hilfreich und gut! [GoetheDas Göttliche]
e)
veraltet adlig, mit Adelstitel
Beispiele:
er stammte aus edlem Hause
historisch die Edlen gingen hinter dem König
historisch Ihn trugen / Zwölf Jünglinge der edelsten Geschlechter [SchillerWallenst. TodIV 10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

edel · Edelmut · edelmütig · Edelmütigkeit · Edelstein · Edelweiß
edel Adj. ‘von adligem Stande, vortrefflich’, ahd. edili (9. Jh.), mhd. edel(e), asächs. eðili, mnd. mnl. ēdel, nl. edel, afries. ethele, aengl. æþele ist eine nur westgerm. (*aþlja-) belegte Ableitung von dem unter ↗Adel behandelten Substantiv. In der Ausgangsbedeutung ‘von vornehmer Herkunft’ durch ↗adlig (s. d.) verdrängt, wird edel bereits im Mhd. und besonders im Nhd. in bezug auf geistige Eigenschaften und sittliche Werte gebraucht (edles Gemüt, edle Gesinnung). Edelmut m. ‘edle Gesinnung, Selbstlosigkeit’ (Ende 17. Jh.), wohl rückgebildet aus edelmütig Adj. (Mitte 17. Jh.); zuvor bereits die Zusammensetzung (ohne unmittelbare Nachfolge) mhd. edelmuot. Edelmütigkeit f. (17. Jh.; der für das Mhd. zitierte Beleg aus Boners Edelstein stammt aus dem Druck Breitingers von 1757). Edelstein m. ‘seltener kostbarer Stein’ (wegen seiner Farb- oder Lichteffekte zu Schmuck verarbeitet), mhd. edelstein, mnd. ēdelstēn. Edelweiß n. mit weißen Filzhaaren bedeckte Hochgebirgsblume. Im 18. Jh. aufkommend und landschaftliche Bezeichnungen wie Wollblume (16. Jh.) verdrängend.

Thesaurus

Synonymgruppe
anmutig · edel · ↗elegant · ↗geschmeidig · ↗grazil · ↗graziös · voller Anmut · ↗zart · ↗zierlich  ●  ↗gazellenhaft  selten
Assoziationen
Synonymgruppe
aufopfernd · edel · ↗edelmütig · ↗hilfsbereit · ↗selbstlos · ↗selbstvergessen · ↗solidarisch · sozial eingestellt · ↗uneigennützig  ●  ↗altruistisch  geh.
Assoziationen
  • (eine) Seele von Mensch · ↗gut · ↗gutmütig · ↗gütig · ↗herzensgut · ↗menschlich
  • (ein) feiner Zug (von jemandem) · edel · ↗edelmütig · ↗gentlemanlike · ↗nobel
  • (am) Helfersyndrom (leiden) · (übertrieben) hilfsbereit (sein)
  • nicht alles für sich haben wollen · teilen können · verzichten können  ●  (anderen) auch etwas gönnen  ugs.
Synonymgruppe
edel · ↗hochklassig · ↗hochwertig · qualitativ hochstehend
Assoziationen
  • Damast
  • edler Tropfen · edles Tröpfchen · guter Tropfen · gutes Tröpfchen
Synonymgruppe
adlig · ↗distinguiert · edel · ↗erhaben · ↗illuster · von gehobener Eleganz · ↗vornehm  ●  ↗hehr  veraltet · ↗erlaucht  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
adlig · adliger Abstammung · ↗aristokratisch · aus hohem Hause · ↗blaublütig · edel · ↗erlaucht · ↗feudal · ↗nobel · von Adel · von Rang · von Stand · von blauem Blute · von edlem Geblüt · von edlem Geschlecht · von vornehmem Geschlecht · von vornehmer Abstammung
Synonymgruppe
(ein) feiner Zug (von jemandem) · edel · ↗edelmütig · ↗gentlemanlike · ↗nobel
Assoziationen
Synonymgruppe
edel · ↗formvollendet · ↗geschmackvoll · ↗schön · ↗stilvoll · ↗stylisch · ↗stylish · ↗ästhetisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ambiente Boutique Design Einfalt Gesinnung Getränk Gewächs Holz Interieur Leder Material Metall Motiv Pferd Porzellan Ritter Rotwein Roß Schreibgerät Spender Stein Stoff Traurige Tropfen Tuch Vierbeiner Wein Wettstreit Wilde Zwirn

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›edel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das edle Gemüse hat in diesem Jahr eine besonders gute Qualität.
Die Welt, 09.05.2003
Das ist natürlich mit edlen schlichten Tischen eingerichtet, die hinten im Laden verkauft werden könnten.
Der Tagesspiegel, 04.02.2001
Von allen alkoholischen Getränken ist der Wein das edelste Getränk.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 139
Es gibt aber keine Kunst ohne Tradition im edelsten Sinne.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Man wird nicht immer damit Freude machen, selbst bei edelster Absicht nicht.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 25799
Zitationshilfe
„edel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/edel>, abgerufen am 15.12.2018.

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