ehelichen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungehe-li-chen
eWDG, 1967

Bedeutung

altertümelnd jmdn. heiraten
Beispiele:
er wollte sie ehelichen
sie hat ihn geehelicht
indem er eine Buddenbrook ehelichte [Th. MannBuddenbrooks1,375]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ehe · ehelich · ehelichen · ehebrechen · Ehebrecher · Ehebruch · Ehezerter
Ehe f. ‘gesetzliche Verbindung von Mann und Frau’. Aus dem westgerm. Wort für ‘Gesetz, Recht, göttliches Gebot, Vertrag’ ahd. ēwa, ēwī f. (8. Jh.), mhd. mnd. ē(we), mnl. ewe, ee, afries. ā, ē, ēwe, ēwa, asächs. ēo, ēu, aengl. ǣ, ǣw entwickelt sich (außer im Afries. und Asächs.) die neue, im heutigen Dt. allein erhaltene Bedeutung ‘Ehevertrag, Ehe’. Offen bleibt, ob das hier dargestellte westgerm. Substantiv mit dem unter ↗ewig (s. d.) behandelten ahd. ēwa identisch ist und danach als Grundbedeutung ‘immerdar, ewig geltendes Recht’ angesetzt werden darf, oder ob es mit aind. ḗvaḥ ‘Gang, Weg’, Plur. ‘Gewohnheit, Sitte’ (verwandt mit ↗eilen, s. d.) zu verbinden und als ‘Gewohnheitsrecht’ anzusehen ist. ehelich Adj. ‘aus einer Ehe stammend, auf die Ehe bezogen’, ahd. ēolīh, ēwilīh (8. Jh.) nur im Sinne von ‘dem Gesetz entsprechend, rechtmäßig’, mhd. ēlich ‘gesetzmäßig, ehelich’, mnd. ēlīk, mnl. eelic, aengl. ǣlic ‘gesetzmäßig’. ehelichen Vb. ‘heiraten’, spätmhd. ēlīchen, mnd. ēlīken. ehebrechen Vb. ‘die eheliche Treue verletzen’, mhd. ēbrechen; Ehebrecher m. mhd. ēbrechære; Ehebruch m. spätmhd. ēbruch. Ehezerter (-zärter) m. ‘Ehevertrag’ (16. Jh.), entlehnt aus lat. charta (s. ↗Charta).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Bund der Ehe eingehen · (den) Bund fürs Leben schließen · (die) Ehe mit jemandem eingehen · (eine) Familie gründen · (jemandem) die Hand fürs Leben reichen · (sich) trauen lassen · ↗(sich) vermählen · Hochzeit feiern · Hochzeit halten · Mann und Frau werden · in den (heiligen) Stand der Ehe (ein)treten · kirchlich heiraten · standesamtlich heiraten · zum Altar führen · zum Mann nehmen · zur Frau nehmen  ●  (jemanden) ehelichen  Amtsdeutsch · ↗heiraten  Hauptform · in den Hafen der Ehe einlaufen  fig. · (den) Bund der Ehe schließen  geh. · (jemandem) das Ja-Wort geben  ugs. · (jemandem) das Jawort geben  ugs. · ↗(jemanden) freien  geh., veraltet · ↗(sich) (mit jemandem) verehelichen  geh. · (sich) das Ja-Wort geben  ugs. · (sich) das Jawort geben  ugs. · Hochzeit machen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amerikanerin Braut Bürgerliche Dame Freundin Fräulein Kronprinz König Prinz Prinzessin Schwester Tochter Verlobte Witwe heiraten schließlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ehelichen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mindestens eine von ihnen lässt sich von einem der Grafen schwängern, verweigert sich aber seinem Angebot, ihn zu ehelichen.
Die Welt, 01.04.2000
Die Polizei wirft ihm vor, "mindestens 90 Frauen" geehelicht zu haben.
Bild, 27.06.2001
Als er erfährt, dass sie ihr Vermögen bei einer Neuheirat verliert, ist er sofort bereit, sie zu ehelichen.
Fath, Rolf: Rollen - H. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 16193
Eine Hexe zu ehelichen, kann zwar Geld und Gut, sonst aber nur Unglück bringen.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Sie gewöhnte sich sozusagen an den Gedanken, den Lukas Alder dereinst zu ehelichen.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 128
Zitationshilfe
„ehelichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ehelichen>, abgerufen am 15.12.2019.

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