ehern

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
dichterisch aus Erz bestehend, erzen
2.
gehoben unbeugbar fest
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ehern Adj. ‘aus Erz, eisern, hart, fest’. Das westgerm. Adj. ahd. (um 800), asächs. mhd. ērīn, mnd. ēren, mnl. erijn, aengl. ǣren ist von germ. *ajaz, dem im Nhd. ausgestorbenen Subst. für ‘Erz, Metall’ abgeleitet, das (wie seine ie. Verwandten) entsprechend dem gegebenen kulturellen Entwicklungsstand auch für ‘Kupfer, Messing’ oder ‘Eisen’ steht; ahd. (9. Jh.), asächs. ēr, mhd. mnd. ēr(e), mnl. eer, aengl. ār, engl. ore, anord. eir, got. aiz gehören mit aind. áyaḥ, awest. ayah- ‘Metall, Eisen’, lat. aes (Genitiv aeris) ‘Erz, Kupfer, Bronze’, davon lat. aēnus, aēneus ‘ehern, bronzen’, zu einem s-Stamm ie. *ai̯es-, *ai̯os- ‘Metall’, wahrscheinlich ‘Kupfer, Bronze’, ostie. auch ‘Eisen’, ursprünglich, wenn auf eine Wurzel ie. *ā̌i- ‘brennen, leuchten’ rückführbar, vgl. griech. á͞ithos (αἶθος) ‘Brand’, ahd. eit ‘Feuer(stätte), (glühender) Scheiterhaufen’, vielleicht ‘das brandfarbige Metall’ bedeutend. Die nhd. Form ehern (Luther) anstelle von frühnhd. ehrn richtet sich nach Vorbildern wie ↗kupfern, ↗hölzern (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
belastbar · ehern · ↗fest · ↗haltbar · ↗kräftig · ↗robust · ↗solide · ↗stabil · ↗stark · ↗stattlich · ↗tragfähig · ↗zäh  ●  ↗resilient  fachspr. · ↗taff  ugs.
Synonymgruppe
felsenfest · sehr fest · ↗unerschütterlich · ↗unnachgiebig  ●  ↗eisern  fig. · ehern  geh., altertümelnd, fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
ehern · ↗fest · ↗hart · ↗standhaft  ●  ↗knallhart  ugs. · ↗knüppelhart  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ehern · ↗fest · ↗fix · ↗gefestigt · steht fest
Synonymgruppe
eisern (Regel) · für die Ewigkeit (festgeschrieben, bestimmt, gemacht o.ä.) · in Stein gemeißelt · ↗unumstößlich  ●  ehern  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dogma Gebot Gehäuse Geschlossenheit Gesetz Gesetzmäßigkeit Gewißheit Glaubenssatz Glocke Griffel Grundregel Grundsatz Grundwert Letter Lohngesetz Maxime Monument Naturgesetz Pforte Prinzip Regel Reiter Schlange Sockel Standbild Tafel Zeitalter ehemals scheinbar ungeschrieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ehern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An diesem ehernen Schweizer Gesetz hat sich bis heute nichts geändert.
Der Tagesspiegel, 28.10.1999
Die ehemals eherne Institution Ehe ist heute nicht mehr unbedingt ein Bund für das ganze Leben.
Süddeutsche Zeitung, 27.02.1997
Auch das kommunistische China steht angeblich bis heute unter diesem ehernen Gesetz.
Bauer, Wolfgang: China. Verwirklichungen einer Utopie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 21798
Nach dem ehernen Gesetze der Entwicklung führt auch für die Schule der gewundene Pfad zur Höhe.
Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 1901, Nr. 1, Bd. 53
Böse ist es, sehr böse, hineinzugreifen in die ewigen Gesetze, mit frecher Hand sie herauszureißen aus ihren ehernen Fugen.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 380
Zitationshilfe
„ehern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ehern>, abgerufen am 14.11.2018.

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