ehrbar

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungehr-bar (computergeneriert)
Wortzerlegungehren-bar
Wortbildung mit ›ehrbar‹ als Erstglied: ↗Ehrbarkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben achtbar
Beispiele:
er ist das Kind ehrbarer Eltern
aus ehrbarem Hause, ehrbarer Familie sein
ehrbare Männer, Bürger, Leute
ein ehrbarer Beruf
Halten Sie den Kapitän für so ehrbar oder leidenschaftslos [JahnnHolzschiff178]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ehre · ehren · ehrlich · ehrbar · ehrsam · ehrfürchtig · Ehrfurcht · ehrwürdig · Ehrwürden · Ehrenmann · Ehrenpreis · ehrenrührig · Ehrenwort
Ehre f. ‘äußeres Ansehen, Wertschätzung durch andere Menschen, Selbstachtung’, ahd. ēra ‘Ansehen, Wertschätzung, Berühmtheit, Würde, Zierde, Ehrfurcht, Verehrung’ (8. Jh.), mhd. ēre ‘Ehrerbietung, Zierde, Ansehen, Ruhm, Sieg, Herrschaft, Ehrgefühl, ehrenhaftes Benehmen’, asächs. ēra, mnd. mnl. ēre, nl. eer, afries. ēre, aengl. ār ‘Ehre, Würde, Ruhm, Achtung, Verehrung, Gnade, Mitleid, Besitz, Einkommen’, anord. eir ‘Gnade, Milde, Hilfe’ (germ. *aizō) werden auf eine Wurzel ie. *ais- ‘ehrfürchtig sein, verehren’ zurückgeführt, deren Erweiterung, mit einem ursprünglich wohl präsensbildenden d ie. *aizd-, *izd-, in aind. ī́ṭṭē ‘verehrt, preist’, got. aistan ‘sich scheuen, achten’ (sofern dies nicht mit ie. t-Suffix gebildet ist) und wohl auch in griech. á͞idesthai, aidé͞isthai (αἴδεσθαι, αἰδεῖσθαι) ‘scheuen, verehren’, aidṓs (αἰδώς) ‘Ehrfurcht, Scheu, Scham’ vorliegt. Mittelalterliche Auffassung verbindet mit Ehre vornehmlich das äußere Ansehen in Gestalt von ‘Ruhm, Anerkennung’ (daher mhd. oft im Plural wie noch heute in den Wendungen mit Ehren, zu Ehren, ehrenhalber); später entwickelt sich Ehre zum sittlichen Begriff, wird oft als ‘Selbstachtung’ verstanden; vereinzelt begegnet es in diesem Sinne bereits im Ahd. (Notker, um 1000). ehren Vb. ‘Ehre erweisen, achten, anerkennen’, ahd. ērēn (8. Jh.), mhd. ēren. ehrlich Adj. ‘zuverlässig, aufrichtig, redlich’, heute meist im Gegensatz zu betrügerisch; dagegen ahd. ērlīh (um 800), mhd. ērlich ‘ehrenvoll, ruhmreich, ansehnlich, vornehm’. ehrbar Adj. ‘achtenswert, ehrenhaft’, mhd. ērbære. ehrsam Adj. ‘ehrbar, sittsam’, ahd. (10. Jh.), mhd. ērsam. ehrfürchtig Adj. ‘Ehrfurcht, hohe Achtung empfindend’ (16. Jh.), dazu die Rückbildung Ehrfurcht f. ‘Hochachtung’ (Ende 16. Jh.). ehrwürdig Adj. ‘Ehrerbietung einflößend’, ahd. ērwirdīg (8. Jh.), mhd. ērwirdec (s. ↗würdig); dazu Ehrwürden Anrede für geistliche Personen, Angehörige katholischer Orden, frühnhd. euer Ehrwürden (2. Hälfte 15. Jh.), zu ahd. ērwirdī ‘Ehrerweisung, Ehrerbietung, Rücksicht’ (um 800), mhd. ēwirde, frühnhd. erwirde (16. Jh.). Ehrenmann m. ‘ehrenhafter Mensch’ (2. Hälfte 15. Jh.; zuerst in Schweiz. Quellen, danach im Obd.), eventuell Übersetzung von lat. vir honestus. Ehrenpreis n. m. als Heilpflanze verwendeter Rachenblütler mit kleinen blauen Blüten (15. Jh.), wegen seiner Heilkraft zu ↗preisen und zu ↗ehren (Marzell 4, 1079). ehrenrührig Adj. ‘das Ehrgefühl verletzend, beleidigend’ (15./16. Jh.); vgl. mnd. ērenrȫrich; daneben frühnhd. ehr(en)rührend (16. Jh.). Ehrenwort n. ‘feierliches Versprechen’, eigentlich gegen Verpfändung der Ehre (um 1700), zuvor ‘ehrendes Wort, Huldigung, respektvolle Anrede’ (16. Jh.), spätmhd. ērwort ‘höfliche Rede’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ehrbar · ↗ehrenhaft · ↗ehrenvoll · ↗ehrenwert  ●  ↗ehrsam  veraltend · ↗honorig  veraltend
Synonymgruppe
Anerkennung verdienend · Dank verdienend · ↗achtbar · ↗anerkannt · ↗anerkennenswert · ↗beachtenswert · ↗bewundernswert · ↗dankenswert · ehrbar · ↗lobenswert · ↗rühmenswert · ↗verdienstlich · ↗verdienstvoll · ↗verdient  ●  ↗reputierlich  veraltet · ↗bewunderungswürdig  geh.
Assoziationen
  • dankenswerterweise · wofür (wir ihm/ihr) alle sehr dankbar sind · zu unserem großen Dank
  • achtbar · ↗achtunggebietend · aller Ehren wert · ↗anerkennenswert · ↗beachtlich · ↗ehrenwert · ↗lobenswert · ↗respektabel  ●  ↗löblich (leicht iron.)  ugs.
  • (etwas) ehrt jemanden · (etwas) spricht für (jemanden) · (jemandem) alle Ehre machen · (jemandem) hoch anzurechnen sein · (jemandem) nicht hoch genug angerechnet werden können · es ehrt dich, dass · es ehrt dich, wenn · für jemanden sprechen  ●  (jemandem) zur Ehre gereichen  geh. · (mit etwas) gut dastehen vor  ugs.
Synonymgruppe
anständig · ↗aufrecht · ↗aufrichtig · ehrbar · ↗ehrlich · ↗fair · ↗geradeheraus · ↗grundanständig · ↗grundehrlich · ↗grundgut · ↗kreuzbrav · ↗lauter · ↗patent · ↗rechtschaffen · ↗redlich · ↗treu · treu und brav · ↗unverstellt · ↗veritabel · ↗wahrhaft  ●  das Herz am rechten Fleck haben  sprichwörtlich, fig. · ↗honett  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(Mann) von Ehre · (noch) nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen · ↗anständig · ehrbar · ↗ehrenhaft · ↗makellos · nicht vorbestraft · ↗redlich · ↗unbescholten · ↗untadelig  ●  (ein) unbeschriebenes Blatt  fig. · ↗ehrsam  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anliegen Antisemitismus Beruf Berufsstand Bürger Dirn Dirne Eltern Familienvater Geschäftsleute Geschäftsmann Gewerbe Handwerk Handwerker Handwerksmeister Hanseat Jungfrau Kaufleute Kaufmann Kaufmannschaft Leutchen Motiv Trinker Weib Zunft anständig durchaus fromm höchst tüchtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ehrbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So erwürgt die vormals ehrbare Bank jetzt in ihrem rollenden Schalter ihre Kunden.
Die Zeit, 01.09.2008, Nr. 35
Andererseits ist es aber ehrbarer, das Opfer eines Verbrechens zu sein, als der Täter.
Die Welt, 06.08.2003
Danach trafen gewisse ältere und ehrbare Bürger in einem friedvollen Wald zusammen.
Palmer, Robert R.: Der Einfluß der amerikanischen Revolution auf Europa. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 9824
Es handelt sich um einen vollkommen ehrbaren Mann, einen hohen Beamten des Französischen Staates.
o. A.: Dreiundvierzigster Tag. Freitag, den 25. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21104
Nie darf man es so weit kommen lassen, daß er vor andern bloßgestellt wird - ich spreche natürlich vom ehrbaren Gegner, der Lump verdient keine Rücksicht.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3096
Zitationshilfe
„ehrbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ehrbar>, abgerufen am 18.02.2019.

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