Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ehrbar

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ehr-bar
Wortzerlegung ehren -bar
Wortbildung  mit ›ehrbar‹ als Erstglied: Ehrbarkeit
eWDG

Bedeutung

gehoben achtbar
Beispiele:
er ist das Kind ehrbarer Eltern
aus ehrbarem Hause, ehrbarer Familie sein
ehrbare Männer, Bürger, Leute
ein ehrbarer Beruf
Halten Sie den Kapitän für so ehrbar oder leidenschaftslos [ JahnnHolzschiff178]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ehre · ehren · ehrlich · ehrbar · ehrsam · ehrfürchtig · Ehrfurcht · ehrwürdig · Ehrwürden · Ehrenmann · Ehrenpreis · ehrenrührig · Ehrenwort
Ehre f. ‘äußeres Ansehen, Wertschätzung durch andere Menschen, Selbstachtung’, ahd. ēra ‘Ansehen, Wertschätzung, Berühmtheit, Würde, Zierde, Ehrfurcht, Verehrung’ (8. Jh.), mhd. ēre ‘Ehrerbietung, Zierde, Ansehen, Ruhm, Sieg, Herrschaft, Ehrgefühl, ehrenhaftes Benehmen’, asächs. ēra, mnd. mnl. ēre, nl. eer, afries. ēre, aengl. ār ‘Ehre, Würde, Ruhm, Achtung, Verehrung, Gnade, Mitleid, Besitz, Einkommen’, anord. eir ‘Gnade, Milde, Hilfe’ (germ. *aizō) werden auf eine Wurzel ie. *ais- ‘ehrfürchtig sein, verehren’ zurückgeführt, deren Erweiterung, mit einem ursprünglich wohl präsensbildenden d ie. *aizd-, *izd-, in aind. ī́ṭṭē ‘verehrt, preist’, got. aistan ‘sich scheuen, achten’ (sofern dies nicht mit ie. t-Suffix gebildet ist) und wohl auch in griech. á͞idesthai, aidé͞isthai (αἴδεσθαι, αἰδεῖσθαι) ‘scheuen, verehren’, aidṓs (αἰδώς) ‘Ehrfurcht, Scheu, Scham’ vorliegt. Mittelalterliche Auffassung verbindet mit Ehre vornehmlich das äußere Ansehen in Gestalt von ‘Ruhm, Anerkennung’ (daher mhd. oft im Plural wie noch heute in den Wendungen mit Ehren, zu Ehren, ehrenhalber); später entwickelt sich Ehre zum sittlichen Begriff, wird oft als ‘Selbstachtung’ verstanden; vereinzelt begegnet es in diesem Sinne bereits im Ahd. (Notker, um 1000). – ehren Vb. ‘Ehre erweisen, achten, anerkennen’, ahd. ērēn (8. Jh.), mhd. ēren. ehrlich Adj. ‘zuverlässig, aufrichtig, redlich’, heute meist im Gegensatz zu betrügerisch; dagegen ahd. ērlīh (um 800), mhd. ērlich ‘ehrenvoll, ruhmreich, ansehnlich, vornehm’. ehrbar Adj. ‘achtenswert, ehrenhaft’, mhd. ērbære. ehrsam Adj. ‘ehrbar, sittsam’, ahd. (10. Jh.), mhd. ērsam. ehrfürchtig Adj. ‘Ehrfurcht, hohe Achtung empfindend’ (16. Jh.), dazu die Rückbildung Ehrfurcht f. ‘Hochachtung’ (Ende 16. Jh.). ehrwürdig Adj. ‘Ehrerbietung einflößend’, ahd. ērwirdīg (8. Jh.), mhd. ērwirdec (s. würdig); dazu Ehrwürden Anrede für geistliche Personen, Angehörige katholischer Orden, frühnhd. euer Ehrwürden (2. Hälfte 15. Jh.), zu ahd. ērwirdī ‘Ehrerweisung, Ehrerbietung, Rücksicht’ (um 800), mhd. ēwirde, frühnhd. erwirde (16. Jh.). Ehrenmann m. ‘ehrenhafter Mensch’ (2. Hälfte 15. Jh.; zuerst in Schweiz. Quellen, danach im Obd.), eventuell Übersetzung von lat. vir honestus. Ehrenpreis n. m. als Heilpflanze verwendeter Rachenblütler mit kleinen blauen Blüten (15. Jh.), wegen seiner Heilkraft zu preisen und zu ehren (Marzell 4, 1079). ehrenrührig Adj. ‘das Ehrgefühl verletzend, beleidigend’ (15./16. Jh.); vgl. mnd. ērenrȫrich; daneben frühnhd. ehr(en)rührend (16. Jh.). Ehrenwort n. ‘feierliches Versprechen’, eigentlich gegen Verpfändung der Ehre (um 1700), zuvor ‘ehrendes Wort, Huldigung, respektvolle Anrede’ (16. Jh.), spätmhd. ērwort ‘höfliche Rede’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ehrbar · ehrenhaft · ehrenvoll · ehrenwert  ●  ehrsam  veraltend · honorig  veraltend
Synonymgruppe
Anerkennung verdienend · Dank verdienend · achtbar · anerkannt · anerkennenswert · beachtenswert · bewundernswert · dankenswert · ehrbar · lobenswert · rühmenswert · verdienstlich · verdienstvoll · verdient  ●  reputierlich  veraltet · bewunderungswürdig  geh. · reputabel  geh., selten, veraltend
Assoziationen
  • dankenswerterweise · wofür (wir ihm/ihr) alle sehr dankbar sind · zu unserem großen Dank
Synonymgruppe
anständig · aufrecht · aufrichtig · ehrbar · ehrlich · fair · geradeheraus · grundanständig · grundehrlich · grundgut · kreuzbrav · lauter · patent · rechtschaffen · redlich · treu · treu und brav · unverstellt · veritabel · wahrhaft  ●  das Herz am rechten Fleck haben  sprichwörtlich, fig. · honett  geh. · lauteren Herzens  geh., veraltend
Assoziationen
Synonymgruppe
(Mann) von Ehre · (noch) nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen · anständig · ehrbar · ehrenhaft · makellos · nicht vorbestraft · redlich · unbescholten · untadelig  ●  (ein) unbeschriebenes Blatt  fig. · bis jetzt nicht (unangenehm) aufgefallen  ugs. · ehrsam  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ehrbar‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ehrbar‹.

Verwendungsbeispiele für ›ehrbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So erwürgt die vormals ehrbare Bank jetzt in ihrem rollenden Schalter ihre Kunden. [Die Zeit, 01.09.2008, Nr. 35]
Es war ein unwirtlicher Platz, ängstlich gemieden von den ehrbaren Bürgern. [Die Zeit, 24.04.1964, Nr. 17]
Es gibt also noch so etwas wie ehrbaren Charakter auch in der Wirtschaft. [Die Zeit, 19.07.1956, Nr. 29]
Seht her, wir haben es doch immer gewusst, unser Mann ist ein ehrbarer Handwerker. [Süddeutsche Zeitung, 19.07.2000]
Danach trafen gewisse ältere und ehrbare Bürger in einem friedvollen Wald zusammen. [Palmer, Robert R.: Der Einfluß der amerikanischen Revolution auf Europa. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 9824]
Zitationshilfe
„ehrbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ehrbar>.

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