ei

Grammatik Ausruf
Aussprache 
eWDG, 1967

Bedeutungen

a)
drückt Verwunderung, Staunen aus
Beispiele:
ei, was ist denn das?
ei, das ist aber nett, ist das aber hübsch!
ei der Daus!
ei der Tausend!
ei du meine Güte!
Ei, Vater, sieh den Hut dort auf der Stange [ SchillerTellIII 3]
Aus Sachsen also! Ei, ei! aus Sachsen [ LessingMinnaII 2]
b)
Kindersprache drückt eine Empfindung der Zärtlichkeit aus, mit einer streichelnden, liebkosenden Bewegung verbunden
Beispiele:
ei machen
ei, ei machen
mach ei!
c)
Kindersprache drückt einen Vorwurf, Unwillen aus
Beispiel:
ei, ei, das will ich nicht wieder sehen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ei · eien · eia popeia
ei Interjektion Ausruf von Anteilnahme, Freude, Spott und dgl., auch (satzeinleitend) Aufmerksamkeit fordernd, mhd. ei, mit Lautverstärkung eiā. Vergleichbar sind lat. eia, griech. eia (εἶα). Als Ausdruck der Verwunderung oft in der Doppelung ei ei. Auch Zeichen der Zärtlichkeit in der Wendung ei, gedoppelt ei ei machen ‘streicheln’, dazu eien Vb. ‘streicheln, liebkosen’ (17. Jh.). In Wiegenliedern und Kinderreimen in lautmalendem Singsang eia popeia (aja pupaja, Ende 17. Jh.).
Zitationshilfe
„ei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ei>, abgerufen am 29.11.2020.

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