Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

eichen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ei-chen
Wortbildung  mit ›eichen‹ als Erstglied: Eichamt · Eichbehörde · Eichgesetz · Eichgewicht · Eichmarke · Eichmaß · Eichmeister · Eichschein · Eichstempel · Eichstrich · Eichung · Eichwesen
 ·  mit ›eichen‹ als Letztglied: nacheichen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ...
  2. 2. [umgangssprachlich] ⟨jmd. ist auf etw. geeicht⟩
eWDG

Bedeutungen

1.
Beispiele:
Gewichte, Maße, Messgeräte eichen (= amtlich prüfen)
geeichte Gefäße, Gewichte
2.
umgangssprachlich jmd. ist auf etw. geeicht (= jmd. kann, versteht etw. besonders gut)
Beispiele:
darauf bin ich besonders geeicht, bin ich nicht geeicht
Bin auf Fabrikarbeit geeicht [ F. WolfGrenze5,62]
Auf diesen Vorschlag eines geeichten (= versierten) Mediziners [ WerfelBernadette445]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eichen2 Vb. ‘amtlich auf richtiges Maß oder Gewicht prüfen’, mhd. frühnhd. īchen, eichen, mnd. īken (neben häufigerem līkenen, līken), mnl. īken, nl. ijken. Das erst spät bezeugte Verb ist bereits vor der hd. Lautverschiebung als Fachwort der Weinkultur aus lat. aequāre ‘gleichmachen, ausgleichen’ (von lat. aequus ‘eben, gleich’) entlehnt. Wahrscheinlich über Nordgallien, wo sich auch aus der Zusammensetzung lat. exaequāre ein afrz. essever ‘ausgleichen, eichen’ entwickelt, gelangt es zunächst an den Nieder- und Mittelrhein, wandert dann rheinaufwärts und setzt sich schließlich gegenüber landschaftlichen Entsprechungen wie alem. sinnen (aus lat. sīgnāre ‘mit einem Zeichen versehen’) und obd. pfachten, pfächten (zu mhd. phahte, phaht ‘Recht, Gesetz, Abgabe’, s. Pacht) im größten Teil des dt. Sprachgebiets durch; vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 156.

Typische Verbindungen zu ›eichen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eichen‹.

Verwendungsbeispiele für ›eichen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen ist aber durchgesickert, daß entscheidende Meßresultate der unterirdischen Atomtests mit der Laseranordnung unbrauchbar waren, weil die Meßinstrumente teils versagten, teils falsch geeicht waren. [Der Spiegel, 31.03.1986]
Die Stellung der Gewichte läßt sich eichen, so daß Frequenzen direkt abgelesen werden können. [Lottermoser, Werner: Stimmgabel. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 28339]
Wir sind darauf geeicht, all unsere Probleme bei der Politik abzuladen. [Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 11]
Die Gewichte müssen stets von neuem austariert und zuweilen auch frisch geeicht werden. [Die Zeit, 12.01.1976, Nr. 02]
Was wäre, wenn die Hunde, beschränkt wie sie nun mal sind, nach diesem fein dosierten Training lebenslang auf kleine Portionen geeicht wären? [Süddeutsche Zeitung, 14.07.1999]
Zitationshilfe
„eichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eichen#1>.

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eichen

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache 
Worttrennung ei-chen
Wortzerlegung Eiche -en
eWDG

Bedeutung

aus Eichenholz
Beispiele:
ein eichener Tisch, Sarg
eine eichene Täfelung
eichene Stühle, Balken, Bohlen, Bretter, Schwellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eiche · Eichel · eichen1
Eiche f. Der zu den Buchengewächsen gehörende mächtige Laubbaum mit oft buchtig gelappten Blättern, ahd. eih, eihha (8. Jh.), mhd. eich, eiche, hat schon früh bei den germanischen Stämmen große wirtschaftliche und kultische Bedeutung; vgl. die gemeinsame, nur für das Got. nicht bezeugte Benennung asächs. ēk f., mnd. ēk f. und m., ēke f., mnl. eike, ēke f. und m., nl. eik m., aengl. āc f., engl. oak, anord. eik f., schwed. ek f. Dieses germ. *aik- f. und m. ist wahrscheinlich verwandt mit griech. aigílōps (αἰγίλωψ) ‘Eiche mit süßen Früchten’, vielleicht auch mit griech. krátaigos, krataigṓn (κράταιγος, κραταιγών) Baum unbestimmter Art (‘Harteiche’?), so daß eine Wurzel ie. *aig- ‘Eiche’ vorausgesetzt werden kann; ob an diese auch lat. aesculus ‘Bergeiche’ (aus *aig-sklos?) und griech. á͞igeiros (αἴγειρος) ‘Schwarzpappel’ anzuschließen sind, ist zweifelhaft. Eichel f. Frucht der Eiche, ahd. eihhila (9. Jh.), mhd. eichel, mnd. ēkel, mnl. eikel, ēkel m.?, nl. eikel m. Einer Deutung dieser Ableitung als Deminutivum zum Baumnamen ist kaum zuzustimmen, das l-Suffix drückt wohl vielmehr Zugehörigkeit aus (s. auch Ärmel). Zwischen Eichel und synonym gebrauchtem Ecker (s. d.) besteht kein etymologischer Zusammenhang; vgl. jedoch den Versuch gemeinsamer Herleitung durch Annahme eines Vokalwechsels ai-/a- bei Kuhn in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 71 (1954) 151. eichen1 Adj. ‘aus Eichenholz bestehend’, ahd. eihhīn (10. Jh.), mhd. eichīn, mnd. ēken, mnl. eikijn, aengl. ǣcen.

Verwendungsbeispiele für ›eichen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In emotional bewegenden Beiträgen schilderten Eichener Bürger die Belastungen über Jahrzehnte, die mit den vielen militärischen Einrichtungen für den Ort verbunden waren. [Der Tagesspiegel, 23.02.2004]
Nach etwa zwei Minuten ist der Tacho wieder richtig geeicht. [Die Zeit, 19.07.1996, Nr. 30]
Ihre eigene Taktfrequenz würde etwas länger als einen Tag dauern, doch das Tageslicht eicht sie auf 24 Stunden. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Ich bin wie ein Minenhund darauf geeicht, nach Fehlern zu suchen. [Die Zeit, 15.09.1997, Nr. 37]
Er ist nicht geeicht auf Solidarität mit den Opfern von Regierungen, er sucht Arbeitsplätze. [Die Zeit, 17.04.1987, Nr. 17]
Zitationshilfe
„eichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eichen#2>.

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