eichen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungei-chen
Wortbildung mit ›eichen‹ als Erstglied: ↗Eichamt · ↗Eichgesetz · ↗Eichgewicht · ↗Eichmaß · ↗Eichmeister · ↗Eichschein · ↗Eichstempel · ↗Eichstrich · ↗Eichung · ↗Eichwesen
 ·  mit ›eichen‹ als Letztglied: ↗nacheichen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Beispiele:
Gewichte, Maße, Messgeräte eichen (= amtlich prüfen)
geeichte Gefäße, Gewichte
2.
umgangssprachlich jmd. ist auf etw. geeichtjmd. kann, versteht etw. besonders gut
Beispiele:
darauf bin ich besonders geeicht, bin ich nicht geeicht
Bin auf Fabrikarbeit geeicht [F. WolfGrenze5,62]
Auf diesen Vorschlag eines geeichten (= versierten) Mediziners [WerfelBernadette445]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eiche · Eichel · eichen1
Eiche f. Der zu den Buchengewächsen gehörende mächtige Laubbaum mit oft buchtig gelappten Blättern, ahd. eih, eihha (8. Jh.), mhd. eich, eiche, hat schon früh bei den germanischen Stämmen große wirtschaftliche und kultische Bedeutung; vgl. die gemeinsame, nur für das Got. nicht bezeugte Benennung asächs. ēk f., mnd. ēk f. und m., ēke f., mnl. eike, ēke f. und m., nl. eik m., aengl. āc f., engl. oak, anord. eik f., schwed. ek f. Dieses germ. *aik- f. und m. ist wahrscheinlich verwandt mit griech. aigílōps (αἰγίλωψ) ‘Eiche mit süßen Früchten’, vielleicht auch mit griech. krátaigos, krataigṓn (κράταιγος, κραταιγών) Baum unbestimmter Art (‘Harteiche’?), so daß eine Wurzel ie. *aig- ‘Eiche’ vorausgesetzt werden kann; ob an diese auch lat. aesculus ‘Bergeiche’ (aus *aig-sklos?) und griech. á͞igeiros (αἴγειρος) ‘Schwarzpappel’ anzuschließen sind, ist zweifelhaft. Eichel f. Frucht der Eiche, ahd. eihhila (9. Jh.), mhd. eichel, mnd. ēkel, mnl. eikel, ēkel m.?, nl. eikel m. Einer Deutung dieser Ableitung als Deminutivum zum Baumnamen ist kaum zuzustimmen, das l-Suffix drückt wohl vielmehr Zugehörigkeit aus (s. auch ↗Ärmel). Zwischen Eichel und synonym gebrauchtem ↗Ecker (s. d.) besteht kein etymologischer Zusammenhang; vgl. jedoch den Versuch gemeinsamer Herleitung durch Annahme eines Vokalwechsels ai-/a- bei Kuhn in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 71 (1954) 151. eichen1 Adj. ‘aus Eichenholz bestehend’, ahd. eihhīn (10. Jh.), mhd. eichīn, mnd. ēken, mnl. eikijn, aengl. ǣcen.

eichen2 Vb. ‘amtlich auf richtiges Maß oder Gewicht prüfen’, mhd. frühnhd. īchen, eichen, mnd. īken (neben häufigerem līkenen, līken), mnl. īken, nl. ijken. Das erst spät bezeugte Verb ist bereits vor der hd. Lautverschiebung als Fachwort der Weinkultur aus lat. aequāre ‘gleichmachen, ausgleichen’ (von lat. aequus ‘eben, gleich’) entlehnt. Wahrscheinlich über Nordgallien, wo sich auch aus der Zusammensetzung lat. exaequāre ein afrz. essever ‘ausgleichen, eichen’ entwickelt, gelangt es zunächst an den Nieder- und Mittelrhein, wandert dann rheinaufwärts und setzt sich schließlich gegenüber landschaftlichen Entsprechungen wie alem. sinnen (aus lat. sīgnāre ‘mit einem Zeichen versehen’) und obd. pfachten, pfächten (zu mhd. phahte, phaht ‘Recht, Gesetz, Abgabe’, s. ↗Pacht) im größten Teil des dt. Sprachgebiets durch; vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 156.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausrichten · eichen · ↗einrichten · ↗einstellen · ↗fluchten · ↗justieren · ↗kalibrieren · ↗konfigurieren
Assoziationen
Synonymgruppe
abmessen · ↗abzirkeln · ↗bestimmen · eichen · ↗erheben · ↗ermitteln · ↗messen · ↗vermessen
Assoziationen
Synonymgruppe
adjustieren · ↗anpassen · eichen · ↗einstellen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schrank Schreibtisch See Tisch Tür

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eichen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen ist aber durchgesickert, daß entscheidende Meßresultate der unterirdischen Atomtests mit der Laseranordnung unbrauchbar waren, weil die Meßinstrumente teils versagten, teils falsch geeicht waren.
Der Spiegel, 31.03.1986
Wir sind darauf geeicht, all unsere Probleme bei der Politik abzuladen.
Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 11
Die Stellung der Gewichte läßt sich eichen, so daß Frequenzen direkt abgelesen werden können.
Lottermoser, Werner: Stimmgabel. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 28339
Was wäre, wenn die Hunde, beschränkt wie sie nun mal sind, nach diesem fein dosierten Training lebenslang auf kleine Portionen geeicht wären?
Süddeutsche Zeitung, 14.07.1999
Ich kann bloß nicht ganz nachvollziehen, warum ich immer so rabiat auf das ernste Fach geeicht worden bin.
Die Welt, 13.08.2005
Zitationshilfe
„eichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eichen#1>, abgerufen am 16.11.2018.

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eichen

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungei-chen
GrundformEiche
eWDG, 1967

Bedeutung

aus Eichenholz
Beispiele:
ein eichener Tisch, Sarg
eine eichene Täfelung
eichene Stühle, Balken, Bohlen, Bretter, Schwellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eiche · Eichel · eichen1
Eiche f. Der zu den Buchengewächsen gehörende mächtige Laubbaum mit oft buchtig gelappten Blättern, ahd. eih, eihha (8. Jh.), mhd. eich, eiche, hat schon früh bei den germanischen Stämmen große wirtschaftliche und kultische Bedeutung; vgl. die gemeinsame, nur für das Got. nicht bezeugte Benennung asächs. ēk f., mnd. ēk f. und m., ēke f., mnl. eike, ēke f. und m., nl. eik m., aengl. āc f., engl. oak, anord. eik f., schwed. ek f. Dieses germ. *aik- f. und m. ist wahrscheinlich verwandt mit griech. aigílōps (αἰγίλωψ) ‘Eiche mit süßen Früchten’, vielleicht auch mit griech. krátaigos, krataigṓn (κράταιγος, κραταιγών) Baum unbestimmter Art (‘Harteiche’?), so daß eine Wurzel ie. *aig- ‘Eiche’ vorausgesetzt werden kann; ob an diese auch lat. aesculus ‘Bergeiche’ (aus *aig-sklos?) und griech. á͞igeiros (αἴγειρος) ‘Schwarzpappel’ anzuschließen sind, ist zweifelhaft. Eichel f. Frucht der Eiche, ahd. eihhila (9. Jh.), mhd. eichel, mnd. ēkel, mnl. eikel, ēkel m.?, nl. eikel m. Einer Deutung dieser Ableitung als Deminutivum zum Baumnamen ist kaum zuzustimmen, das l-Suffix drückt wohl vielmehr Zugehörigkeit aus (s. auch ↗Ärmel). Zwischen Eichel und synonym gebrauchtem ↗Ecker (s. d.) besteht kein etymologischer Zusammenhang; vgl. jedoch den Versuch gemeinsamer Herleitung durch Annahme eines Vokalwechsels ai-/a- bei Kuhn in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 71 (1954) 151. eichen1 Adj. ‘aus Eichenholz bestehend’, ahd. eihhīn (10. Jh.), mhd. eichīn, mnd. ēken, mnl. eikijn, aengl. ǣcen.

eichen2 Vb. ‘amtlich auf richtiges Maß oder Gewicht prüfen’, mhd. frühnhd. īchen, eichen, mnd. īken (neben häufigerem līkenen, līken), mnl. īken, nl. ijken. Das erst spät bezeugte Verb ist bereits vor der hd. Lautverschiebung als Fachwort der Weinkultur aus lat. aequāre ‘gleichmachen, ausgleichen’ (von lat. aequus ‘eben, gleich’) entlehnt. Wahrscheinlich über Nordgallien, wo sich auch aus der Zusammensetzung lat. exaequāre ein afrz. essever ‘ausgleichen, eichen’ entwickelt, gelangt es zunächst an den Nieder- und Mittelrhein, wandert dann rheinaufwärts und setzt sich schließlich gegenüber landschaftlichen Entsprechungen wie alem. sinnen (aus lat. sīgnāre ‘mit einem Zeichen versehen’) und obd. pfachten, pfächten (zu mhd. phahte, phaht ‘Recht, Gesetz, Abgabe’, s. ↗Pacht) im größten Teil des dt. Sprachgebiets durch; vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 156.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bemühten sich, den äußeren eichenen Sarg zu öffnen, und es glückte ihnen auch, den Deckel zu erbrechen.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 12.02.1902
Dafür gab es marmorverkleidete Stiegenhäuser, eichene Schränke, gediegene Flügeltüren, gedämpfte Ruhe und einen Lift von exemplarischer Langsamkeit.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 167
Sind Ihnen auch die Säle in der Erinnerung mit der hohen, eichenen Täfelung, den tiefen Fenstern und den weißen, gewölbten Decken wie ein Winterhimmel?
Hermann, Georg [d.i. Borchardt, Georg Hermann]: Jettchen Gebert, Berlin: Fleischel 1919 [1906], S. 127
Sauer ging um den eichenen Küchentisch herum, entnahm dem Regal ein dickwandiges Glas und braute sich seinen Schlummertrunk, einen Grog, halb Wasser, halb Rum.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 178
Zitationshilfe
„eichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eichen#2>, abgerufen am 16.11.2018.

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