Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

eidesstattlich

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache  [ˈaɪ̯dəsˌʃtatlɪç]
Worttrennung ei-des-statt-lich
Wortzerlegung Eid statt2 -lich
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

anstelle eines Eides
siehe auch statt² (2 b)
Kollokationen:
als Adjektivattribut: eine eidesstattliche Versicherung; eine eidesstattliche Aussage, Erklärung
als Adverbialbestimmung: etw. eidesstattlich erklären, versichern
Beispiele:
In der eidesstattlichen Erklärung versicherte Gysi, er habe »zu keinem Zeitpunkt über Mandanten oder sonst jemanden wissentlich und willentlich an die Staatssicherheit berichtet«. [Die Welt, 09.08.2013]
Wir möchten die Leute bitten, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Uns liegen eidesstattliche Erklärungen mehrerer Zeugen vor, die unseren Mandanten entlasten. [Süddeutsche Zeitung, 18.05.2020]
Die Forderung wurde mit […] Vertragskopien und eidesstattlichen Versicherungen belegt. [Die Zeit, 09.02.2014]
Mittels eidesstattlicher Unterschrift bestätigt man auf der Stimmkarte, dass der Stimmzettel persönlich, unbeobachtet, unbeeinflusst und vor dem Schließen der Abstimmungslokale […] ausgefüllt wurde. [Der Standard, 19.01.2010]
[…] strafrechtliche Konsequenzen sind nur zu erwarten, wenn vor der »zuständigen Behörde«, etwa vor einem Gericht, eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben wird oder unter Berufung auf eine solche Versicherung falsch ausgesagt wird. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2000]
Vier Konkurrenten erklärten eidesstattlich, er habe ihnen ausgeplaudert, daß sein Motor größer als zulässig sei. A[…] beteuerte demgegenüber, er sei mit einem vorschriftsmäßigen 1.100‑ccm‑Motor gefahren. [Der Spiegel, 21.11.1962]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eid · beeidigen · beeiden · vereidigen · eidlich · eidesstattlich · Eidgenosse
Eid m. ‘feierliche Beteuerung der Wahrheit einer Aussage’. Ahd. eid (8. Jh.), mhd. eit ‘Eid, Schwur, Gelöbnis’, asächs. ēð, mnd. ēt, mnl. eet, nl. eed, aengl. āþ, engl. oath, anord. eiðr, schwed. ed, got. aiþs als gemeingerm. Ausdruck (germ. *aiþa-) der Rechtssphäre (vgl. langobard. aidos Plur. ‘Eideshelfer’, 7. Jh.) stimmt überein mit air. ōeth ‘Eid’; hierbei kann es sich um alte Verwandtschaft, aber auch um Entlehnung der germ. Bezeichnung aus dem Kelt. (wie bei anderen Rechtswörtern, s. Amt, Geisel, Reich) handeln. Die weitere Herleitung ist unklar. Bei einem Vergleich mit anderen Dentalbildungen zur Wurzel ie. *ei- ‘gehen’, z. B. mit aind. itíḥ ‘Gang, Wandel’, ityā́ ‘Gang’, lat. itio ‘Gehen’, iter ‘Weg, Gang, Reise’ und vielleicht auch griech. ó͞itos (οἶτος) ‘Los, Geschick, Schicksal’ ist die Bedeutungsentwicklung schwer nachzuvollziehen (vgl. aber schwed. edgång ‘Eidesleistung’), daher wird auch Zusammenhang mit griech. á͞inos, á͞inē (αἶνος, αἴνη) ‘bedeutsame Rede, Lob’, á͞inigma (αἴνιγμα) ‘dunkle Rede’ und folglich Rückführung auf ie. *ai-, *oi- ‘bedeutsame Rede’ erwogen. beeidigen Vb. (15. Jh.), auch beeiden (16. Jh.) ‘durch Eid bekräftigen’ und vereidigen Vb. (15. Jh., verbreitet erst im 19. Jh.), älter auch vereiden (mhd. vereiden, bis Ende 18. Jh. gebräuchlich) ‘eidlich verpflichten’ sind Präfixbildungen zum Verb mhd. frühnhd. eiden, eidigen (letzteres schweiz. und obd. noch in jüngerer Zeit) ‘schwören, eidlich verpflichten, beschwören, Strafe leiden’, dem ahd. gieiden ‘eidlich verpflichten’ (10. Jh.) und eidōn ‘Strafe leiden’ (um 1000) vorausgehen. eidlich Adj. ‘durch einen Eid bekräftigt’ (16. Jh.). eidesstattlich Adj. ‘einer beeideten Aussage gleichwertig’, namentlich in Fügungen wie eine eidesstattliche Erklärung, Versicherung und etw. eidesstattlich erklären; junge Zusammenbildung (Mitte 19. Jh.) aus der formelhaften Wendung an Eides Statt (mhd. an eines eides stat, Anfang 14. Jh.), seit dem Frühnhd. auch in der Schreibung an Eidesstatt. Eidgenosse m. ‘Mitglied eines Bundes’, heute vor allem ‘Bürger der Schweiz’; mhd. eitgenōʒ(e) ‘Verschworener, Verbündeter’.

Typische Verbindungen zu ›eidesstattlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eidesstattlich‹.

Zitationshilfe
„eidesstattlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eidesstattlich>.

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