eidesstattlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungei-des-statt-lich
eWDG, 1967

Bedeutung

an Eides Statt
siehe auch Statt (1)
Beispiele:
eine schriftliche, mündliche eidesstattliche Erklärung
eine eidesstattliche Versicherung
etw. eidesstattlich versichern, erklären, bezeugen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eid · beeidigen · beeiden · vereidigen · eidlich · eidesstattlich · Eidgenosse
Eid m. ‘feierliche Beteuerung der Wahrheit einer Aussage’. Ahd. eid (8. Jh.), mhd. eit ‘Eid, Schwur, Gelöbnis’, asächs. ēð, mnd. ēt, mnl. eet, nl. eed, aengl. āþ, engl. oath, anord. eiðr, schwed. ed, got. aiþs als gemeingerm. Ausdruck (germ. *aiþa-) der Rechtssphäre (vgl. langobard. aidos Plur. ‘Eideshelfer’, 7. Jh.) stimmt überein mit air. ōeth ‘Eid’; hierbei kann es sich um alte Verwandtschaft, aber auch um Entlehnung der germ. Bezeichnung aus dem Kelt. (wie bei anderen Rechtswörtern, s. ↗Amt, ↗Geisel, ↗Reich) handeln. Die weitere Herleitung ist unklar. Bei einem Vergleich mit anderen Dentalbildungen zur Wurzel ie. *ei- ‘gehen’, z. B. mit aind. itíḥ ‘Gang, Wandel’, ityā́ ‘Gang’, lat. itio ‘Gehen’, iter ‘Weg, Gang, Reise’ und vielleicht auch griech. ó͞itos (οἶτος) ‘Los, Geschick, Schicksal’ ist die Bedeutungsentwicklung schwer nachzuvollziehen (vgl. aber schwed. edgång ‘Eidesleistung’), daher wird auch Zusammenhang mit griech. á͞inos, á͞inē (αἶνος, αἴνη) ‘bedeutsame Rede, Lob’, á͞inigma (αἴνιγμα) ‘dunkle Rede’ und folglich Rückführung auf ie. *ai-, *oi- ‘bedeutsame Rede’ erwogen. beeidigen Vb. (15. Jh.), auch beeiden (16. Jh.) ‘durch Eid bekräftigen’ und vereidigen Vb. (15. Jh., verbreitet erst im 19. Jh.), älter auch vereiden (mhd. vereiden, bis Ende 18. Jh. gebräuchlich) ‘eidlich verpflichten’ sind Präfixbildungen zum Verb mhd. frühnhd. eiden, eidigen (letzteres schweiz. und obd. noch in jüngerer Zeit) ‘schwören, eidlich verpflichten, beschwören, Strafe leiden’, dem ahd. gieiden ‘eidlich verpflichten’ (10. Jh.) und eidōn ‘Strafe leiden’ (um 1000) vorausgehen. eidlich Adj. ‘durch einen Eid bekräftigt’ (16. Jh.). eidesstattlich Adj. ‘einer beeideten Aussage gleichwertig’, namentlich in Fügungen wie eine eidesstattliche Erklärung, Versicherung und etw. eidesstattlich erklären; junge Zusammenbildung (Mitte 19. Jh.) aus der formelhaften Wendung an Eides Statt (mhd. an eines eides stat, Anfang 14. Jh.), seit dem Frühnhd. auch in der Schreibung an Eidesstatt. Eidgenosse m. ‘Mitglied eines Bundes’, heute vor allem ‘Bürger der Schweiz’; mhd. eitgenōʒ(e) ‘Verschworener, Verbündeter’.

Typische Verbindungen zu ›eidesstattlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eidesstattlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›eidesstattlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nachdenklich stimmt neben der Überschuldung besonders die Entwicklung bei den eidesstattlichen Versicherungen.
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2000
Sie dagegen wußte nicht, was das ist, eine Eidesstattliche Versicherung.
Die Zeit, 27.02.1967, Nr. 09
Zu den anderen eidesstattlichen Erklärungen darf ich mich wohl nachher noch äußern?
o. A.: Zweihundertdritter Tag. Mittwoch, 14. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5281
Wie steht es mit den beiden eidesstattlichen Versicherungen, für die Sie einen Antrag gestellt haben?
o. A.: Einhundertachtundsiebzigster Tag. Montag, 15. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 13562
Ich darf bitten, von dieser eidesstattlichen Erklärung Kenntnis nehmen zu wollen.
o. A.: Einhundertzweiundsechzigster Tag. Montag, 24. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 24251
Zitationshilfe
„eidesstattlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eidesstattlich>, abgerufen am 05.04.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
eidesstättig
eidespflichtig
Eidespflicht
Eidesleistung
Eideshelfer
eidesunfähig
Eidesunfähigkeit
Eidesverletzung
Eidesverweigerung
Eidetik