eidlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung eid-lich
Wortbildung  mit ›eidlich‹ als Letztglied: amtseidlich · diensteidlich
eWDG

Bedeutung

mit einem Eid
Beispiele:
jmdn. eidlich vernehmen
sich eidlich verpflichten
er war eidlich gebunden
etw. eidlich bezeugen, versichern, aussagen
die eidliche Vernehmung des Zeugen
eine eidliche Verpflichtung
ein eidliches Gutachten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eid · beeidigen · beeiden · vereidigen · eidlich · eidesstattlich · Eidgenosse
Eid m. ‘feierliche Beteuerung der Wahrheit einer Aussage’. Ahd. eid (8. Jh.), mhd. eit ‘Eid, Schwur, Gelöbnis’, asächs. ēð, mnd. ēt, mnl. eet, nl. eed, aengl. āþ, engl. oath, anord. eiðr, schwed. ed, got. aiþs als gemeingerm. Ausdruck (germ. *aiþa-) der Rechtssphäre (vgl. langobard. aidos Plur. ‘Eideshelfer’, 7. Jh.) stimmt überein mit air. ōeth ‘Eid’; hierbei kann es sich um alte Verwandtschaft, aber auch um Entlehnung der germ. Bezeichnung aus dem Kelt. (wie bei anderen Rechtswörtern, s. Amt, Geisel, Reich) handeln. Die weitere Herleitung ist unklar. Bei einem Vergleich mit anderen Dentalbildungen zur Wurzel ie. *ei- ‘gehen’, z. B. mit aind. itíḥ ‘Gang, Wandel’, ityā́ ‘Gang’, lat. itio ‘Gehen’, iter ‘Weg, Gang, Reise’ und vielleicht auch griech. ó͞itos (οἶτος) ‘Los, Geschick, Schicksal’ ist die Bedeutungsentwicklung schwer nachzuvollziehen (vgl. aber schwed. edgång ‘Eidesleistung’), daher wird auch Zusammenhang mit griech. á͞inos, á͞inē (αἶνος, αἴνη) ‘bedeutsame Rede, Lob’, á͞inigma (αἴνιγμα) ‘dunkle Rede’ und folglich Rückführung auf ie. *ai-, *oi- ‘bedeutsame Rede’ erwogen. beeidigen Vb. (15. Jh.), auch beeiden (16. Jh.) ‘durch Eid bekräftigen’ und vereidigen Vb. (15. Jh., verbreitet erst im 19. Jh.), älter auch vereiden (mhd. vereiden, bis Ende 18. Jh. gebräuchlich) ‘eidlich verpflichten’ sind Präfixbildungen zum Verb mhd. frühnhd. eiden, eidigen (letzteres schweiz. und obd. noch in jüngerer Zeit) ‘schwören, eidlich verpflichten, beschwören, Strafe leiden’, dem ahd. gieiden ‘eidlich verpflichten’ (10. Jh.) und eidōn ‘Strafe leiden’ (um 1000) vorausgehen. eidlich Adj. ‘durch einen Eid bekräftigt’ (16. Jh.). eidesstattlich Adj. ‘einer beeideten Aussage gleichwertig’, namentlich in Fügungen wie eine eidesstattliche Erklärung, Versicherung und etw. eidesstattlich erklären; junge Zusammenbildung (Mitte 19. Jh.) aus der formelhaften Wendung an Eides Statt (mhd. an eines eides stat, Anfang 14. Jh.), seit dem Frühnhd. auch in der Schreibung an Eidesstatt. Eidgenosse m. ‘Mitglied eines Bundes’, heute vor allem ‘Bürger der Schweiz’; mhd. eitgenōʒ(e) ‘Verschworener, Verbündeter’.

Thesaurus

Synonymgruppe
eidlich · eidlich gebunden · mit einem Eid · unter Eid

Typische Verbindungen zu ›eidlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eidlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›eidlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wahl erfolgt geheim, die teilnehmenden Kardinäle werden eidlich verpflichtet, lebenslängliches strengstes Stillschweigen über die Wahl zu wahren. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 187]
Dies geht aus einer eidlichen Erklärung des Konzernmanagers Roger Black hervor. [Süddeutsche Zeitung, 21.02.1998]
Auch hat derselbe bei seiner späteren Vernehmung eidlich bekundet, daß er mich gar nicht kenne und nie einen Brief von mir erhalten habe. [Peters, Carl: Lebenserinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 35398]
In jenem Verfahren hatte seine Mutter eidlich bekundet, daß er nichts habe und auch von seinem Schwager nichts zu erwarten habe. [Friedländer, Hugo: Der König der Spieler Rudolf Stallmann und Genossen auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3720]
Näher wird der Sinngehalt des E. es durch die Funktion der eidlichen Beteuerung und Verpflichtung im Rahmen staatlicher Ordnung bestimmt. [Wendt, G.: Eid. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 7308]
Zitationshilfe
„eidlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eidlich>.

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