eiern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungei-ern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›eiern‹ als Erstglied: ↗Eierei · ↗Eiertor  ·  mit ›eiern‹ als Letztglied: ↗aneiern · ↗herumeiern · ↗rumeiern

Bedeutungsübersicht+

  1. [salopp] ...
    1. 1. ...
    2. 2. ...
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp
1.
Beispiel:
ein Rad eiert (= rotiert durch Verbeulung unregelmäßig)
bildlich
Beispiel:
die Gegenwart aber drehte sich heftiger als die Vergangenheit, eierte über diese hin [BöllHaus110]
2.
Beispiel:
ein Mensch eiert (= geht wackelnd, unsicher)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ei · Eigelb · Eiweiß · Eierkopf · Eierkuchen · Eierstock · Eiertanz · eiern1 · eiern2
Ei n. aus Schale, Eiweiß und Eigelb bestehendes Hühner-, Vogelei, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnl. nl. ei, mnd. ey, aengl. ǣg (engl. egg aus dem Anord.), anord. egg, schwed. ägg führen auf germ. *ajjam bzw. (wegen des r-Plurals im Aengl. und im Hd.) auf *ajjaz. Der anlautende Vokal kann auf eine schwundstufige Form (ie. ə) zurückgehen oder Kürzung des im Germ. zu ā gewordenen ie. ō sein, das sich in den Formen verwandter Sprachen findet, griech. ōón (ᾠόν), lat. ōvum, kymr. wy, aslaw. ajьce, russ. jajcó (яйцо). Als Ausgangsformen können für diese Sprachen im wesentlichen ie. *ōu̯i̯om, daraus gekürztes *ōi̯om, und wohl auch *ōu̯om angesetzt werden. Zweifellos besteht eine Verbindung zu ie. *əu̯ei- (oder *au̯(e)i-?), *u̯(e)i- ‘Vogel’ in aind. vḗḥ, vī́ḥ, lat. avis ‘Vogel’, wahrscheinlich auch griech. aietós (αἰετός) ‘Adler’. Je nach Beurteilung des Ablautverhältnisses im Rahmen der ie. Wortbildung wäre danach Ei ursprünglich ‘das zum Vogel Gehörige’ oder der Vogel das ‘Eiertier’. Anders Schindler in: Die Sprache 15 (1969) 166, der für seinen Ansatz ie. *ō-ə̯ui̯-óm ‘Ei’, eigentlich ‘das beim Vogel Befindliche’, von einer präpositionalen Verbindung (mit ie. ‘nahe bei’, s. ↗Ohnmacht) ausgeht. Schon früh wird ‘Vogelei’ auf die Eier anderer Tiere (Insekten, Reptilien, Fische) sowie allgemein auf die weibliche Keimzelle übertragen. Eigelb n. ‘Dotter’ (18. Jh.), älter Eiergelb (Ayer-gelb, 17. Jh.). Eiweiß n. (18. Jh.), frühnhd. Eierweiß (ayger wys, 15. Jh.), ursprünglich ‘das Weiße im gekochten Ei’, dagegen mhd. eierklār ‘das Weiße im rohen Ei’; in der Chemie für eine organische Verbindung aus Kohlen-, Wasser-, Sauer-, Stickstoff (19. Jh.). Eierkopf m. länglich ovale Kopfform, Person mit eiförmigem Kopf, auch Schimpfwort ‘Dummkopf’ (19. Jh.); spöttisch ‘Akademiker, Intellektueller’, Übersetzungswort von gleichbed. amerik.-engl. egghead (Mitte 20. Jh.). Eierkuchen m. ‘in der Pfanne gebackener Teig aus Eiern, Mehl und Milch, Omelett’ (nordd.), mhd. eierkuoche. Eierstock m. ‘weibliche Keimdrüse’ (1. Hälfte 16. Jh.) für gleichbed. mlat. ovarium. Stock hier im Sinne von ‘Menge, Masse, Vorrat’ (s. d.). Eiertanz m. ‘Tanz mit verbundenen Augen zwischen ausgelegten Eiern’ (17. Jh.), heute übertragen ‘vorsichtiges, gewundenes Verhalten in heikler Situation’. eiern1 Vb. ‘Eier legen’, spätmhd. aiern. eiern2 Vb. ‘unregelmäßig rotieren’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›eiern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eiern‹.

Verwendungsbeispiele für ›eiern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meinetwegen kann der Ball auch in der letzten Minute über die Linie eiern.
Die Welt, 19.03.2004
Mit dieser Technik eiert er die Bälle so ins Feld, dass der Gegner sie nicht berechnen kann.
Bild, 05.12.2000
Jemand hat die Räder von unserem Auto geschraubt, und als meine Mutter losfuhr, fing es an zu eiern.
Süddeutsche Zeitung, 16.06.1999
Allerdings ist die Platte schon merklich zerkratzt und eiert ein bißchen von dem dauernden Einsatz.
Die Zeit, 26.03.1993, Nr. 13
Man eiert nicht lange herum, sondern reagiert mit Soforthilfe auf Probleme, die gelöst werden sollten.
Der Tagesspiegel, 22.02.2002
Zitationshilfe
„eiern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eiern>, abgerufen am 07.04.2020.

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