eifern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungei-fern
Wortbildung mit ›eifern‹ als Letztglied: ↗aneifern · ↗beeifern · ↗ereifern · ↗loseifern · ↗nacheifern

Bedeutungsübersicht+

  1. [abwertend] ...
    1. 1. ⟨gegen, für etw., jmdn. eifern⟩ eindringlich gegen, für etw., jmdn. sprechen
    2. 2. ⟨nach etw. eifern⟩ eifrig nach etw. streben
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend
1.
gegen, für etw., jmdn. eiferneindringlich gegen, für etw., jmdn. sprechen
Beispiele:
gegen den Alkoholgenuss, das Rauchen, einen alten Brauch eifern
er eiferte gegen ihre Anhänger
für einen neuen Glauben eifern
im eifernden Zorn, in eifernder Liebe
der eifernde Asket, Prediger
denn die eifernde Direktorin mit ihrer aufdringlichen Frömmelei ging schon jedem auf die Nerven [O. M. GrafUnruhe190]
2.
nach etw. eiferneifrig nach etw. streben
Beispiele:
nach Besitz eifern
er eifert nach Ruhm, Anerkennung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eifer · eifrig · eifern · sich ereifern · nacheifern · wetteifern · Eifersucht · eifersüchtig
Eifer m. ‘ernsthaftes Bemühen, leidenschaftliches Verfolgen eines Zieles’ gehört zu einer im Obd. seit Mitte des 14. Jhs. nachzuweisenden Wortfamilie (am frühesten bezeugt ist Eiferer m. ‘wer eifersüchtig ist’, mhd. eifrær), deren etymologische Herleitung unbekannt ist; gewöhnlich wird Zusammenhang mit dem dazu im Ablautverhältnis stehenden Adjektiv ahd. eibar, eivar ‘scharf, bitter, widerwärtig, heftig’ (8. Jh., wovon ahd. eivar n. ‘Bitteres, Erbitterung’, eivarī f. ‘Bitterkeit, Erbitterung’, beide um 1000), aengl. āfor ‘bitter, herb, heftig’ (zu ie. *ā̌i- ‘brennen, leuchten’?) angenommen; vgl. in jüngerer Zeit noch nsächs. und fachsprachlich eifer ‘bitter, scharf’. Das Substantiv Eifer, zuerst in der 2. Hälfte des 15. Jhs. für ‘Eifersucht’ (zu eifern als postverbale Ableitung?), findet durch Luthers Bibelübersetzung Eingang in die nhd. Literatursprache. Luther verwendet es mit der Bedeutung ‘aus Sorge und liebevoller Anteilnahme erwachsende zornige Erregung’ zur Wiedergabe von griech.-lat. zēlus und begründet diese Entscheidung ausdrücklich. Hieraus geht der heutige Gebrauch hervor, während der ursprüngliche Sinn ‘Eifersucht’ im 18. Jh. zurücktritt. eifrig Adj. ‘mit Eifer tätig, emsig’ (15. Jh., anfangs und vereinzelt bis ins 17. Jh. in der Bedeutung ‘eifersüchtig’), im Frühnhd. meist eiferig neben Bildungen wie eiferisch, eifericht. eifern Vb. ‘heftig und mit blinder Leidenschaft für oder gegen etw. sprechen’ (frühnhd. ‘eifersüchtig sein’, Anfang 15. Jh.); im Unterschied zu Eifer (s. oben) behält eifern seinen tadelnden Beiklang, ebenso das jetzt geläufigere Verb sich ereifern ‘in Eifer geraten, sich erregen’ (17. Jh.); dagegen folgen die Verben nacheifern ‘einem Vorbild gleichzukommen suchen’ (16. Jh.) und wetteifern ‘jmdn. an Eifer überbieten wollen’ (17. Jh., aus um die Wette eifern) der semantischen Entwicklung des Substantivs. Eifersucht f. ‘Angst vor Zurücksetzung in der Liebe’, dann auch allgemeiner ‘Streben nach Alleinbesitz, Argwohn’; die Zusammensetzung (zum zweiten Glied s. ↗Sucht) tritt im 16. Jh. an die Stelle von Eifer nach dessen Bedeutungswandel (s. oben); dazu eifersüchtig Adj. (17. Jh.) für älteres eifrig (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›eifern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eifern‹.

Verwendungsbeispiele für ›eifern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur um die übrigen Titel, die vergeben werden, eifert niemand mit.
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2001
Und die Frau eiferte besonders gegen die Lehre, daß »die christliche Frau« möglichst viele Kinder in die Welt setzen solle.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 1
Den Stil seiner Bücher prägt ein ruhiger sachlicher Ton, wenig missionarisch und nie eifernd.
Die Zeit, 07.01.1999, Nr. 2
Ihre biegsame, beharrliche Eleganz übertönte die andern, eifernd gegen das tote Mädchen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 55
Er eifert gegen den Reichtum und die dadurch herbeigeführte Verweltlichung der Kirche.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7265
Zitationshilfe
„eifern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eifern>, abgerufen am 07.04.2020.

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