eifrig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungeif-rig (computergeneriert)
WortzerlegungEifer-ig
Wortbildung mit ›eifrig‹ als Letztglied: ↗biereifrig · ↗übereifrig
eWDG, 1967

Bedeutung

mit Eifer, nie ermüdend
Beispiele:
eifrig arbeiten, sich unterhalten, musizieren, essen
jmdm. eifrig zustimmen
er ist ein eifriger Arbeiter, mein eifrigster Schüler
ihr eifriger Verehrer
eine eifrige Leserin unseres Blattes
ein eifriges Quellenstudium betreiben
eine eifrige Unterhaltung
Aber Jettchen tat, als ob sie eifrig nachsänne [G. HermannGebert362]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eifer · eifrig · eifern · sich ereifern · nacheifern · wetteifern · Eifersucht · eifersüchtig
Eifer m. ‘ernsthaftes Bemühen, leidenschaftliches Verfolgen eines Zieles’ gehört zu einer im Obd. seit Mitte des 14. Jhs. nachzuweisenden Wortfamilie (am frühesten bezeugt ist Eiferer m. ‘wer eifersüchtig ist’, mhd. eifrær), deren etymologische Herleitung unbekannt ist; gewöhnlich wird Zusammenhang mit dem dazu im Ablautverhältnis stehenden Adjektiv ahd. eibar, eivar ‘scharf, bitter, widerwärtig, heftig’ (8. Jh., wovon ahd. eivar n. ‘Bitteres, Erbitterung’, eivarī f. ‘Bitterkeit, Erbitterung’, beide um 1000), aengl. āfor ‘bitter, herb, heftig’ (zu ie. *ā̌i- ‘brennen, leuchten’?) angenommen; vgl. in jüngerer Zeit noch nsächs. und fachsprachlich eifer ‘bitter, scharf’. Das Substantiv Eifer, zuerst in der 2. Hälfte des 15. Jhs. für ‘Eifersucht’ (zu eifern als postverbale Ableitung?), findet durch Luthers Bibelübersetzung Eingang in die nhd. Literatursprache. Luther verwendet es mit der Bedeutung ‘aus Sorge und liebevoller Anteilnahme erwachsende zornige Erregung’ zur Wiedergabe von griech.-lat. zēlus und begründet diese Entscheidung ausdrücklich. Hieraus geht der heutige Gebrauch hervor, während der ursprüngliche Sinn ‘Eifersucht’ im 18. Jh. zurücktritt. eifrig Adj. ‘mit Eifer tätig, emsig’ (15. Jh., anfangs und vereinzelt bis ins 17. Jh. in der Bedeutung ‘eifersüchtig’), im Frühnhd. meist eiferig neben Bildungen wie eiferisch, eifericht. eifern Vb. ‘heftig und mit blinder Leidenschaft für oder gegen etw. sprechen’ (frühnhd. ‘eifersüchtig sein’, Anfang 15. Jh.); im Unterschied zu Eifer (s. oben) behält eifern seinen tadelnden Beiklang, ebenso das jetzt geläufigere Verb sich ereifern ‘in Eifer geraten, sich erregen’ (17. Jh.); dagegen folgen die Verben nacheifern ‘einem Vorbild gleichzukommen suchen’ (16. Jh.) und wetteifern ‘jmdn. an Eifer überbieten wollen’ (17. Jh., aus um die Wette eifern) der semantischen Entwicklung des Substantivs. Eifersucht f. ‘Angst vor Zurücksetzung in der Liebe’, dann auch allgemeiner ‘Streben nach Alleinbesitz, Argwohn’; die Zusammensetzung (zum zweiten Glied s. ↗Sucht) tritt im 16. Jh. an die Stelle von Eifer nach dessen Bedeutungswandel (s. oben); dazu eifersüchtig Adj. (17. Jh.) für älteres eifrig (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
beflissen · ↗dienstbar · ↗dienstbeflissen · ↗dienstfertig · eifrig · ↗emsig · ↗fleißig · ↗geschäftig · ↗pflichteifrig  ●  ↗schaffig  ugs., süddt.
Assoziationen
Synonymgruppe
begierig (auf, nach) · eifrig · ↗inbrünstig
Synonymgruppe
arbeitsfreudig · ↗arbeitswillig · eifrig · ↗einsatzfreudig · ↗leistungsorientiert · ↗motiviert · ↗schaffensfreudig · zeigt Einsatz
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Befürworter Bemühen Bestreben Förderer Fürsprecher Helfer Jünger Kirchgänger Kopfnicken Leser Nicken Parteigänger Propagandist Punktesammler Rechercheur Sammler Spendensammler Suchen Verfechter Vorkämpfer Zeitungsleser basteln bemühen besonders betrieben kritzeln mitschreiben mühen nicken werkeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eifrig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dafür haben Musiker aus 30 Nationen elf Tage lang eifrig geprobt.
Süddeutsche Zeitung, 26.08.2004
Seit einigen Monaten lernen die überwiegend türkischen Frauen eifrig Deutsch.
Der Tagesspiegel, 07.02.2000
Aber ohne eifriges unermüdliches Lesen lernt es keiner, bewahrt sich auch keiner die Fähigkeit des Verstehens.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 3234
Ebenso eifrig fing man an, mich zu lehren, wie ich mich »benehmen« sollte.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 29831
Die Alte war so eifrig bei der Arbeit, daß sie mich nicht gehört hatte.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7100
Zitationshilfe
„eifrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eifrig>, abgerufen am 20.05.2019.

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