eindringen

GrammatikVerb · drang ein, ist eingedrungen
Aussprache
Worttrennungein-drin-gen
Wortzerlegungein-dringen
Wortbildung mit ›eindringen‹ als Erstglied: ↗Eindringling
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
in etw. eindringenin etw. hineindringen, vordringen, hineingelangen
Beispiele:
das Hochwasser dringt in den Keller ein
Gas war aus dem undichten Rohr in die Wohnung eingedrungen
der Splitter drang tief in das Fleisch ein
Ungeziefer dringt durch Ritzen, Löcher ein
die eindringende Kaltluft
eindringende Krankheitsstoffe, Bakterien
jmd. dringt in einen Familienkreis, in eine Gesellschaft ein
übertragen etw. erforschen
Beispiele:
in eine Wissenschaft, Kunst, ein Teilgebiet, Problem, Geheimnis eindringen
er ist tief in die Materie, in die Zusammenhänge dieses Geschichtsabschnittes, in die Dichtung eingedrungen
2.
Beispiele:
Einbrecher waren (nachts, heimlich, gewaltsam) in die Wohnung, beim Nachbar eingedrungen (= hatten in der Wohnung, beim Nachbar eingebrochen)
unter Gewaltanwendung eindringen
einfallen
Beispiele:
feindliche Horden drangen in das Land ein
die Eingedrungenen wurden zurückgeworfen
ein Raubtier ist in die Herde eingedrungen
3.
jmd. dringt mit etw. auf jmdn. einjmd. bedrängt jmdn.
Beispiele:
er drang (mit heftigen Worten) auf sie ein, nicht in das Konzert zu gehen
er drang mit dem Messer auf sie ein
er war mit den Fäusten auf sie eingedrungen
gehoben etw. dringt auf jmdn. einetw. wird jmdm. zwingend bewusst
Beispiel:
Interesse, das von zwei Seiten auf sie eindrang [FlakeLogbuch107]

Thesaurus

Synonymgruppe
durchdringen · ↗durchsetzen · eindringen · ↗einführen · ↗penetrieren
Synonymgruppe
eindringen · ↗einfallen · ↗einmarschieren · ↗einströmen · ↗invadieren
Synonymgruppe
(auf jemanden) eindringen · ↗(jemandem) zusetzen · (jemanden) drängen (zu) · (jemanden) in Bedrängnis bringen · ↗bedrängen · ↗befallen · ↗beknien · ↗drangsalieren · im Nacken sitzen · ↗löchern · ↗traktieren · unter Druck setzen  ●  (in jemanden) dringen  geh., veraltet · (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs. · (jemandem) auf die Pelle rücken  ugs. · (jemandem) die Hölle heiß machen  ugs. · ↗belagern  ugs. · bitteln und betteln  ugs. · keine Ruhe geben  ugs. · nicht in Ruhe lassen (mit)  ugs.
Assoziationen
  • anfassen · ↗berühren · ↗tangieren  ●  ↗(an etwas) drankommen  ugs.
  • (jemandem) auf die Nerven gehen · ↗...schreck · lästig werden · ↗nerven · Überdruss / Ablehnung hervorrufen  ●  (jemandem) auf den Keks gehen  ugs. · (jemandem) auf den Sack gehen  derb · (jemandem) auf den Senkel gehen  ugs. · (jemandem) auf den Wecker fallen  ugs. · (jemandem) auf den Wecker gehen  ugs. · (jemandem) auf den Zeiger gehen  ugs. · (jemandem) auf die Eier gehen  derb · (jemandem) auf die Nüsse gehen  derb · (jemandem) den letzten Nerv rauben  ugs. · (jemanden) auf den Mond schießen (können)  ugs., fig.
  • (intensiv) bearbeiten · (jemand hat) keine ruhige Minute mehr · ↗(jemandem) (tüchtig / ordentlich) einheizen · (jemandem) arg zusetzen · (jemanden) hart rannehmen · in die Mache nehmen  ●  (jemandem) ans Leder gehen  fig. · (jemanden) in die Zange nehmen  fig. · (jemandem) die Hölle heißmachen  ugs. · durch die Mangel drehen  ugs., fig. · in die Mangel nehmen  ugs.
  • einreden (auf)  ●  (jemandem) die Ohren vollblasen  ugs. · (jemandem) die Ohren volllabern  ugs. · (jemandem) die Ohren vollquatschen  ugs. · (jemandem) die Ohren vollsülzen  ugs. · (jemandem) ein Ohr abkauen  ugs., fig. · (jemandem) ein Ohr abknabbern  ugs., fig. · (jemandem) einen Knopf an die Backe labern  ugs., fig. · (jemandem) in den Ohren liegen (mit)  ugs. · (jemanden) totquatschen  ugs., fig. · (jemanden) volllabern  ugs. · (jemanden) vollquatschen  ugs. · (jemanden) vollsülzen  ugs., abwertend · (jemanden) zuquasseln  ugs. · ↗(jemanden) zuschwallen  ugs. · (jemanden) zutexten  ugs. · (wie) wild einreden auf (Verstärkung)  ugs.
  • (auf jemanden) einwirken · (jemandem) gut zureden · ↗(jemanden) traktieren · ↗einreden (auf jemanden)  ●  (auf jemanden) mit Engelszungen einreden  fig., variabel · zu überreden versuchen  Hauptform · (jemandem) in den Ohren liegen (mit)  ugs. · (jemandem) zureden wie einem kranken Gaul  ugs. · ↗(jemanden) bereden  geh., veraltet · ↗(jemanden) beschwatzen  ugs. · ↗(jemanden) beschwätzen  ugs., süddt. · (sich) Fransen an den Mund reden  ugs., sprichwörtlich · (sich) den Mund fusselig reden  ugs., sprichwörtlich · (so lange) belatschern (bis)  ugs. · ↗beackern  ugs. · ↗bearbeiten  ugs. · ↗beknien  ugs. · ↗bequatschen  ugs. · ↗besabbeln  ugs. · ↗breitschlagen (wollen)  ugs. · herumkriegen wollen  ugs. · immer wieder anfangen von  ugs. · immer wieder ankommen mit  ugs. · ↗rumkriegen (wollen)  ugs. · ↗überreden (wollen)  ugs.
  • (jemanden) umstimmen · (jemanden) zum Einlenken bewegen · ↗erweichen · zum Nachgeben bewegen  ●  ↗(jemanden) bekehren  fig. · (jemanden) bringen zu  ugs. · weichklopfen  ugs. · weichkochen  ugs.
  • hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
  • (jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · zur Rechenschaft ziehen  ●  ↗(sich jemanden) vornehmen  Hauptform · ↗(sich jemanden) greifen  ugs. · ↗(sich jemanden) kaufen  ugs., veraltend · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · (sich jemanden) zum Geburtstag schenken  ugs. · (sich jemanden) zur Brust nehmen  ugs.
  • (sich) bedrängt fühlen · (sich) eingeengt fühlen · (sich) genötigt fühlen (zu)  ●  (sich) in die Enge getrieben fühlen  fig. · (sich) unter Druck gesetzt fühlen  fig. · (sich) gedrängt fühlen  geh.
  • (jemanden) bedrängen (mit) · (jemanden) bombardieren mit · auf jemanden einstürmen (mit)  ●  (jemanden) bestürmen (mit)  fig., Hauptform
  • peinigen · ↗quälen
  • intrigieren · ↗mobben · ↗piesacken · ↗schikanieren  ●  aufs Korn nehmen  ugs. · ↗fertigmachen  ugs. · ↗kujonieren  geh. · ↗schurigeln  ugs. · zur Sau machen  derb, fig.
  • angreifen · in die Offensive gehen · offensiv vorgehen  ●  (jemandem) an die Eier gehen  derb, fig. · (jemandem) ans Leder gehen  ugs., variabel, fig. · Zähne zeigen  ugs., fig. · hart rangehen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Computersystem Dieb Einbrecher Einfamilienhaus Erdatmosphäre Feuchtigkeit Gebäude Geheimnis Gewebe Grundwasser Hacker Haut Hoheitswasser Körper Luftraum Lunge Panzer Privatsphäre Regenwasser Strafraum Truppe Täter Unbekannte Wohnung Zelle dringen gewaltsam nachts tief ungehindert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eindringen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unterschiedlichste Gerüche drangen auf die Bewohner von der Straße ein.
Der Tagesspiegel, 10.09.2001
Sie waren in das Haus eingedrungen, nachdem sie vergeblich versucht hatten, die junge Frau telephonisch zu erreichen.
Süddeutsche Zeitung, 02.02.1996
Die Sowjets dringen auch hier zum Teil tief in die rumänischen Stellungen ein.
o. A.: 1942. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1983], S. 16014
Dann drang eine Gruppe von ihnen in die Bar ein.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 239
Auch in die Legionen drang das barbarische Element sehr stark ein.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 22441
Zitationshilfe
„eindringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eindringen>, abgerufen am 21.04.2019.

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