einfassen

GrammatikVerb · fasste ein, hat eingefasst
Aussprache
Worttrennungein-fas-sen (computergeneriert)
Wortzerlegungein-fassen
Wortbildung mit ›einfassen‹ als Erstglied: ↗Einfassband · ↗Einfassborte · ↗Einfasstresse · ↗Einfassung
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. mit etw. umranden, einen festen Rand um etw. anbringen
Beispiele:
der Gürtel war mit bunter Borte, Tresse eingefasst
ein mit einem Pelzstreifen eingefasster Kragen
eine ringsum eingefasste Schlafdecke
schwarz, rot eingefasste Täschchen
das Knopfloch mit Schlingstichen, Stoff einfassen
die Beete sind mit Buchsbaum eingefasst
ein Spruchband mit grünen Girlanden einfassen
die Felder sind von Hecken eingefasst
Mauern fassen den Hof ein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fassen · faßlich · faßbar · unfaßlich · unfaßbar · gefaßt · Fassung · fassungslos · abfassen · befassen · erfassen · einfassen · Einfassung · umfassen · umfassend
fassen Vb. ‘(mit der Hand) ergreifen, in Gewahrsam nehmen, enthalten, eine Fassung, Umrahmung geben, sich innerlich zu eigen machen, begreifen’, reflexiv ‘die Selbstbeherrschung (wieder)erlangen’, ahd. faʒʒōn ‘in ein Gefäß füllen, gießen, beladen, bepacken, mit etw. bekleiden’ (9./10. Jh.), mhd. vaʒʒen ‘ergreifen, zusammenpacken, aufladen, überziehen mit etw., rüsten, kleiden, schmücken’, mnd. mnl. vāten, vatten, nl. vatten, anord. fata ‘lose zusamenfügen’ ist wohl zu einem in ahd. faʒʒa ‘Bündel, Bürde, Gepäck, Last’ (um 800), anord. fata ‘Kanne, Bütte’ belegten Substantiv gebildet und gehört daher etymologisch zu ↗Faß (s. d.); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 12. Ausgangsbedeutung ist ‘(in ein Gefäß) füllen, umhüllen, bekleiden’, die in den heute vielfältigen Verwendungsweisen sowie in den meisten Ableitungen und Komposita noch erkennbar ist. faßlich Adj. (17. Jh.), faßbar Adj. (19. Jh.) ‘gut verständlich, einprägsam, konkret’; unfaßlich Adj. (16. Jh.), unfaßbar Adj. (17. Jh.) ‘das geistige Fassungsvermögen übersteigend, absurd’; gefaßt Part.adj. ‘innerlich gerüstet, beherrscht, gelassen’ (16. Jh.). Fassung f. ‘Umrahmung, Vorlage, Version, Selbstbeherrschung’, ahd. faʒʒunga ‘Last, Ladung’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vaʒʒunge ‘Faß, Bekleidung, Schmuck’; fassungslos Adj. ‘bestürzt, außer sich’ (19. Jh.). abfassen Vb. ‘in Schriftform bringen, konzipieren’ (17. Jh.), ‘abfangen, festnehmen’ (19. Jh.). befassen Vb. mhd. bevaʒʒen ‘besetzen, befestigen’, später (bis zum 17. Jh.) ‘mit den Händen begreifen, umfassen, einschließen, erfassen’, heute meist reflexiv sich mit etw. befassen ‘beschäftigen’ (18. Jh.). erfassen Vb. ‘ergreifen, begreifen, registrieren’ (17. Jh.). einfassen Vb. ‘umgeben, umschließen, einfüllen’, mhd. īnvaʒʒen; Einfassung f. ‘Einrahmung’ (16. Jh.). umfassen Vb. ‘(mit den Armen) umfangen, einschließen’ (15. Jh.); umfassend Adj. ‘weitreichend, universal’ (18. Jh.). Ferner s. ↗verfassen.

Thesaurus

Synonymgruppe
einfassen · ↗rahmen · ↗umranden
Synonymgruppe
absetzen · ↗besetzen · einfassen · ↗einsäumen · ↗säumen · ↗ummanteln · ↗umsäumen · ↗verbrämen · ↗verzieren  ●  ↗bordieren  fachspr. · ↗galonieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
einfassen · ↗einschließen · ↗umgeben
Architektur
Synonymgruppe
(mit einem Zaun) einfassen · ↗einfrieden · ↗einzäunen · ↗umfrieden · ↗umzäunen  ●  ↗einfriedigen  selten
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baum Beet Chrom Diamant Fenster Glas Gold Grab Heck Hof Instrument Kante Klammer Leder Mauer Metallrahmen Quelle Rahmen Rand Rasenfläche Ring Sandkasten Stahlwand Stein Stoff Säule Ufer Wald Zaun fassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einfassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die seitlichen Ränder deiner Arbeit faßt du zum Schluß mit einem festen Band ein.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 124
Werte und Ziele ziehen sich wie in einem klassisch liberalen Programm auf, das anschließend noch sozial und umweltbewusst eingefasst wird.
Die Zeit, 25.06.2003, Nr. 26
Sie müssen die Texte nicht in Anführungszeichen einfassen, es empfiehlt sich jedoch der Übersichtlichkeit halber.
C't, 1995, Nr. 10
Oberen Storerand auf 140 cm einreihen und mit Band einfassen.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 358
Auf einem Waldparkplatz, den tote Bäume einfassen, werden der Kanzler und seine Begleitung erwartet.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 45
Zitationshilfe
„einfassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einfassen>, abgerufen am 22.03.2019.

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