Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

eingreifen

Grammatik Verb · greift ein, griff ein, hat eingegriffen
Aussprache 
Worttrennung ein-grei-fen
Wortzerlegung ein- greifen
Wortbildung  mit ›eingreifen‹ als Erstglied: Eingreiftruppe  ·  mit ›eingreifen‹ als Grundform: Eingriff

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. in etw. greifen, fassen
  2. 2. [übertragen] entscheidend handeln, einschreiten
    1. ⟨eingreifend⟩ entscheidend
eWDG

Bedeutungen

1.
in etw. greifen, fassen
Beispiele:
das kleinere Zahnrad greift in ein größeres, ins Getriebe ein
die Balken griffen ins Mauerwerk ein
2.
übertragen entscheidend handeln, einschreiten
Beispiele:
die Polizei, Behörde, Gewerkschaft müsste hier eingreifen
der Arzt musste eingreifen
die Truppe hat bei der Meuterei eingreifen müssen
in einen Streit, den Konflikt eingreifen
er griff leider nicht in die Geschehnisse ein
in die Diskussion, Verhandlung, in ein Gespräch eingreifen (= sich entscheidend beteiligen)
das Ereignis hatte ernstlich in sein Leben eingegriffen (= hatte es entscheidend beeinflußt)
die Menschheit bemüht sich immer wieder, in das Naturgeschehen einzugreifen
fördernd, hemmend, tatkräftig, energisch, ernsthaft, entschlossen, rasch, entscheidend, ordnend, rettend, zögernd, verfrüht, verspätet eingreifen
eingreifendentscheidend
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
etw. ist von eingreifender Wichtigkeit, Bedeutung
etw. hat eingreifende Folgen
das Ereignis war von tief eingreifender Wirkung auf sein Leben

Thesaurus

Synonymgruppe
eingreifen · einrücken · in Eingriff bringen · ineinander greifen
Synonymgruppe
(ins Geschehen) eingreifen · (sich) einmischen · (sich) einschalten · dazwischentreten · eingreifen · einschreiten  ●  intervenieren  Hauptform · (jemandem) hineinreden  ugs. · (sich) reinhängen  ugs. · dazwischenfunken  ugs., fig. · dazwischengehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›eingreifen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eingreifen‹.

Verwendungsbeispiele für ›eingreifen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wiederum greift aber auch tierisches Leben allerwärts vermittelnd in pflanzliches Dasein ein. [Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 11]
Als ich das Licht sah heute nacht, da hätte ich eingreifen müssen. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 239]
Warum sollen wir korrigierend in den Gang der Dinge eingreifen, wenn doch alles kommt, wie es kommen muß? [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1366]
Sie griffen wie wertvolle Instrumente in einen laufenden Prozeß ein. [Garin, Eugenio: Die Kultur der Renaissance. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 4827]
Von Rechts wegen könnte sie jederzeit in einzelne Verfahren eingreifen. [Die Zeit, 17.02.2000, Nr. 8]
Zitationshilfe
„eingreifen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eingreifen>.

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