einig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ei-nig
Wortbildung  mit ›einig‹ als Erstglied: ↗Einigkeit · ↗einiggehen  ·  mit ›einig‹ als Letztglied: ↗dreieinig · ↗handelseinig · ↗uneinig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
geeint, unteilbar, fest zusammengehörend
Beispiele:
die verschiedenen Stämme wurden ein großes und einiges Volk
die Stämme einig machen
die Stämme wurden ein einiges Reich
eine einige Nation, Front
2.
eines Sinnes seiend, einmütig
Beispiele:
sich mit jmdm. einig wissen
mit jmdm. einig werden (= mit jmdm. übereinkommen)
scherzhaftdie beiden wurden sich, waren einig (= wollten sich heiraten)
jmd. ist, geht mit jmdm. einig (= jmd. stimmt mit jmdm. überein)
jmd. ist mit sich (selbst) einig (= jmd. ist sich über etw. klar geworden, nimmt einen festen Standpunkt ein)
Darauf gehen sie wieder – einig und versöhnt – Hand in Hand am Ufer des Alstersees [ BredelSöhne19]
nie war das legitime Europa der Kaiser und Könige einiger als in dieser Stunde ersten Entsetzens [ St. ZweigSternstunden6]
Seid einigeinigeinig [ SchillerTellIV 2]
(sich) in, über etw. einig seinmit jmdm. in etw. übereinstimmen
Beispiele:
sie waren (sich) in ihrem Urteil völlig einig
wir sind uns (darin) einig, dass ...
sie waren sich über diese Frage, in dieser Frage ganz einig
wir sind uns (darüber) einig, dass ...
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

einig1 · einigen · Einigkeit · vereinigen · Vereinigung · handelseinig
einig1 Adj. ‘eines Sinnes seiend, einmütig’. Als Adjektivableitung zu dem unter ↗ein1 (s. d.) behandelten Numerale begegnen ahd. einag, einīg (8. bzw. 9. Jh.), mhd. einec, einic, asächs. ēnag, mnd. ēnich, aengl. ānga, anord. einga, mit grammatischem Wechsel got. ainaha (vgl. auch die verwandte Bildung lat. ūnicus ‘einzig’). Die frühe Bedeutung ‘nur einmal vorhanden, einzig’ (gemeingerm., in den älteren dt. Sprachstufen auch ‘allein’) geht im 16. Jh. auf ↗einzig (s. d.) über, während einig seitdem für ‘übereinstimmend, eines Sinnes’ gebräuchlich wird. Der Bedeutungswandel des dt. Adjektivs folgt der Entwicklung, die sich zuvor schon bei den unter einigen und Einigkeit (s. unten) genannten Formen vollzogen hat. einigen Vb. ‘einig machen’, reflexiv ‘sich einig werden, übereinkommen’, ahd. gieinīgen (11. Jh.), mhd. einegen, einigen, mnd. ēnigen ‘vereinigen’. Einigkeit f. ‘Eintracht, Einmütigkeit’, ahd. einī̌gheit ‘Einheit’ (10. Jh.), mhd. einecheit ‘Einheit, Einzigkeit, Einsamkeit, Einigkeit’, mnd. ēnichēt. vereinigen Vb. ‘verbinden, zusammenschließen, in Übereinstimmung bringen’, mhd. vereinigen; Vereinigung f. ‘das Vereinigen, Verbindung, Zusammenschluß’ (15. Jh.). handelseinig Adj. ‘einig bei einem abzuschließenden Geschäft’ (Mitte 19. Jh.), älter (des) Handels einig.

Thesaurus

Synonymgruppe
angegliedert · ↗angeschlossen · einig · verbunden · ↗zugehörig
Synonymgruppe
brüderlich · ↗einhellig · einig · ↗einmütig · ↗einstimmig · ↗einträchtig · ↗einvernehmlich · ↗einverständlich · ↗friedlich · ↗geschlossen · ↗gleichgesinnt · ↗harmonisch · im Einklang · im Gleichklang
Assoziationen
  • einvernehmlich · im Konsens · in gegenseitigem Einvernehmen · in gegenseitigem Einverständnis · ↗konsensual · übereinstimmend
Synonymgruppe
(allgemein) akzeptiert (sein) · ↗(darin) übereinstimmen · (es) herrscht Einigkeit · (sich) (darin) einig (sein) · ↗Konsens (sein) · ↗unbestritten (sein) · ↗unstrittig (sein) · ↗übereinkommen
Synonymgruppe
einig(er / -e / -es) · einiges an · nicht unbeträchtlich · recht viel  ●  ein(e) ziemlich(er / -e / -es)  ugs. · reichlich was (an)  ugs. · ziemlich was (an)  ugs.
Assoziationen
  • eine Menge · eine große Menge (an) · etliches (an) · ganz schön was (an) · jede Menge · ↗viel (vor Nomen)  ●  (ein) großer Haufen  ugs. · ein Haufen  ugs. · ↗massig  ugs. · ordentlich was (an)  ugs. · reichlich was (an)  ugs. · richtig was  ugs.

Typische Verbindungen zu ›einig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einig‹.

Verwendungsbeispiele für ›einig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schnell seien sie sich einig geworden, das Unternehmen gemeinsam zu gründen.
Die Zeit, 01.08.2013, Nr. 30
Sie waren sich schnell einig, daß es nun darum gehen mußte, das Gutachten Professor Mauls selbst zu erschüttern.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 154
Sie waren sich einig in einem gutwilligen gleich wieder verleugneten Lächeln.
Johnson, Uwe: Ingrid Babendererde, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1985, S. 101
Ohne ausführliche Diskussion waren wir uns einig, uns »nicht antiautoritär« zu verhalten.
o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 73
Die Minister sind sich über den Ernst der Lage einig.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1950]
Zitationshilfe
„einig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einig>, abgerufen am 22.09.2020.

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