einigeln

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungein-igeln
eWDG, 1967

Bedeutung

sich wie ein Igel zusammenrollen
Beispiel:
diese Raupe igelt sich sofort ein und streckt dem Angreifer ihre Grannen entgegen
bildlich
Beispiel:
der Feind hat sich eingeigelt
übertragen sich von aller Welt abschließen
Beispiele:
er igelte sich hinter den Akten ein
sich in sein Privatleben einigeln
um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, igelt sie sich ... in ihre Krankheit ein [St. ZweigHeilung124]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Igel · einigeln
Igel m. Der Name des mit Stacheln versehenen, sich in Abwehrstellung zusammenrollenden Tieres ahd. igil (9. Jh.), mhd. igel, asächs. igil, mnd. ēgel, mnl. ēghel, nl. egel, aengl. igil, anord. īgull ist als l-Ableitung verwandt mit griech. échis (ἔχις) ‘Schlange’, aus ie. *eg̑hi- ‘Schlange’ (s. ↗Eidechse). Zur gleichen griech. bzw. ie. Ausgangsform gehören mit n-Suffix griech. echī̇nos (ἐχῖνος) ‘Igel, Seeigel’ und mit ie. i̯o-Suffix serb.-kslaw. ježь, russ. ëž (ёж), lit. ežỹs ‘Igel’. Alle diese Ableitungen sind als ‘Schlangentier, Schlangenfresser’ zu verstehen, da der Igel außer Insekten, Fröschen, Mäusen u. dgl. auch Schlangen frißt. Semantisch anders zu beurteilen ist die verwandte l-Ableitung nhd.Egel (s. d.). einigeln Vb. ‘eine nach allen Seiten gerichtete Verteidigungsstellung aufbauen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(lieber) allein sein wollen · ↗(sich) abkapseln · (sich) einigeln · ↗(sich) verschließen · (sich) von der Außenwelt abschotten · ↗(sich) zurückziehen · ↗dichtmachen · in Ruhe gelassen werden wollen · mit niemandem zu tun haben wollen · ↗zumachen  ●  nicht (mehr) erreichbar sein  fig.
Assoziationen
  • (sich) der Realität verweigern · ↗abblocken · nicht zulassen · nichts hören wollen von · nichts wissen wollen von  ●  (die) Klappe fällt (bei jemandem)  ugs. · (die) Klappe geht runter (bei jemandem)  ugs. · ↗dichtmachen  ugs. · ↗zumachen  ugs.
  • (sich) vergraben · ↗(sich) verkriechen · ↗abtauchen · keinen Fuß vor die Tür setzen · nicht (mehr) aus dem Haus gehen · nicht die Wohnung verlassen · zu Hause bleiben  ●  mit dem Arsch zu Hause bleiben  derb · schön zu Hause bleiben  ugs.
  • auf eigene Rechnung arbeiten · seinen eigenen Weg gehen  ●  sein eigenes Süppchen kochen  abwertend, fig. · sein eigenes Ding durchziehen  ugs.
Synonymgruppe
(sich) eingraben  ●  (eine) Schanze anlegen  variabel · (sich) einigeln  auch figurativ · ↗(sich) verschanzen  auch figurativ · ↗schanzen  fachspr., veraltend, militärisch
Synonymgruppe
(sich) abriegeln · ↗(sich) abschotten · (sich) einigeln · ↗(sich) verschanzen
Assoziationen
  • (sich) abschotten · die Grenzen schließen · niemanden mehr reinlassen  ●  (die) Schotten dichtmachen  ugs., fig. · die Grenzen dichtmachen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehr Bewohner Furcht Stacheldraht Strafraum Wagenburg abschotten hinten igeln regelrecht verschanzen zurückziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einigeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Möglicherweise hat er sich dadurch eingeigelt und keiner war da, der sich wirklich um ihn gekümmert hätte.
Der Tagesspiegel, 26.04.2005
Wir dürfen uns jetzt nicht einigeln - sonst könnten wir gleich nach Hause fahren.
Die Welt, 19.06.2004
Für manchen ist es naheliegend, sich noch stärker als bisher einzuigeln.
Süddeutsche Zeitung, 18.01.2003
Lieber igelt man sich ein und schimpft auf die ungeliebten Nachbarn.
Die Zeit, 08.11.1996, Nr. 46
Bei Gefahr igelt sich die Herde ein und bildet um die Kälber einen ringförmigen Schutzwall.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 139
Zitationshilfe
„einigeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einigeln>, abgerufen am 20.09.2019.

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