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einlösen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ein-lö-sen
Wortzerlegung ein- lösen
Wortbildung  mit ›einlösen‹ als Erstglied: Einlösesumme · Einlösung · einlösbar

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. zur Zahlung vorlegen
  2. 2. [übertragen] ein Versprechen erfüllen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. zur Zahlung vorlegen
Beispiele:
einen Scheck, den Wechsel einlösen
die eingelösten Schuldscheine
ein Pfand einlösen (= durch eine Zahlung zurückerhalten)
2.
übertragen ein Versprechen erfüllen
Beispiele:
sein Ehrenwort, Gelübde, eine Verpflichtung einlösen
das eingelöste Versprechen
er war bereit, sein Wort einzulösen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lösen · ablösen · auflösen · Auflösung · auslösen · Auslöser · einlösen · erlösen · Erlöser · Erlösung · Erlös · Lösung
lösen Vb. ‘losmachen, aufbinden, zergehen lassen, klären’, ahd. lōsen (8. Jh.), mhd. lœsen ‘losmachen, befreien, erlösen, loskaufen, bezahlen’, (md.) lōsen (vgl. frühnhd. losen ‘loswerden’, danach in der Jägersprache ‘Kot lassen’, s. Losung2), asächs. lōsian, mnd. lȫsen, mnl. lōsen, nl. lozen, aengl. līesan, anord. leysa, schwed. lösa, got. lausjan, abgeleitet von dem unter los (s. d.) behandelten Adjektiv. – ablösen Vb. ‘losmachen, absondern, durch Zahlung befreien, ersetzen, abwechseln’, ahd. abalōsen ‘losmachen’ (11. Jh.), mhd. abelœsen ‘losmachen, lostrennen, abkaufen, tilgen’. auflösen Vb. ‘eine Bindung lösen, (in einer Flüssigkeit) zergehen lassen, klären’, mhd. ūflœsen; Auflösung f. ‘Zerfall, Zersetzung, Klärung, Entwirrung’ (15. Jh.). auslösen Vb. ‘herauslösen, hervorrufen, bewirken, zurückkaufen’, spätmhd. ūʒlœsen ‘herauslösen’; Auslöser m. ‘Veranlasser, Initiator’ (17. Jh.). einlösen Vb. ‘zurückkaufen, eine Geldzahlung durch Vorlegen eines Berechtigungsnachweises erwirken, Versprochenes erfüllen’ (17. Jh.). erlösen Vb. ‘befreien, retten, Gewinn erzielen’, ahd. irlōsen (8. Jh.), mhd. erlœsen; Erlöser m. ‘Retter’, ahd. irlōsāri (8. Jh.), mhd. erlœsære; Erlösung f. ‘Rettung, Befreiung’, ahd. irlōsunga (um 1000), mhd. erlœsunge; Erlös m. ‘(aus Verkauf) erzielter Gewinn’ (Anfang 18. Jh.). Lösung f. ‘das Loslösen, Aufklärung (eines Rätsels, eines Problems)’, dann ‘das Auflösen eines Stoffes in einer Flüssigkeit, die einen gelösten Stoff enthaltende Flüssigkeit’, ahd. lōsunga ‘Erlösung’ (9. Jh.), mhd. lœsunge, lōsunge ‘Losmachung, Öffnung, Erlösung, Auslösung mit Geld, Geldeinnahme’.

Typische Verbindungen zu ›einlösen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einlösen‹.

Verwendungsbeispiele für ›einlösen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da bedarf es schon der Überlegung, ob man die Kraft besitzt, es einzulösen. [Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 61]
Wegen anderweitiger Verpflichtungen konnte er dieses Versprechen jedoch erst wesentlich später einlösen. [Abert, Anna Amalie: Da Ponte. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 19743]
Auf irgendeinem Wege war die Kunde von meinen Leiden zu ihr gedrungen und nun kam sie, ihr Wort einzulösen. [Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4766]
Dieses Versprechen löst er am Ende des Buches auch ein. [o. A.: Katzenjammer ohne Ende. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]]
Eine Regierung, die seit 16 Jahren im Amt ist, hat nicht mehr die Kraft, ihn einzulösen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1998]]
Zitationshilfe
„einlösen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einl%C3%B6sen>.

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