einlaufen

GrammatikVerb · läuft ein, lief ein, ist/hat eingelaufen
Aussprache
Worttrennungein-lau-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungein-laufen
Wortbildung mit ›einlaufen‹ als Grundform: ↗Einlauf
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
hineinfahren
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Gegenwort zu auslaufen
Beispiele:
das Schiff läuft in den Hafen ein
das Boot ist vom Aalfang wieder eingelaufen
soeben ist ein Zug eingelaufen
unser Zug läuft um 12 Uhr ein
beim Einlaufen des Zuges
der einlaufende Frachter
2.
hineinfließen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
das Wasser läuft in die Wanne ein
beim Einlaufen des Wassers in den Pool
bildlich
Beispiel:
KochkunstMehl, Grieß (unter ständigem Rühren) einlaufen lassen (= langsam aus der Tüte in den Topf rieseln lassen)
3.
Sport auf das Spielfeld laufen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
beide Mannschaften laufen soeben ein
als zweite Mannschaft lief die deutsche Mannschaft ein
4.
(durch die Post) zugestellt werden, eingehen, eintreffen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
in der Redaktion waren viele Briefe, Telegramme eingelaufen
eine Klage gegen jmdn. ist bei Gericht eingelaufen
fortwährend liefen Beschwerden, Klagen bei ihm ein
die eingelaufenen Bestellungen, Anfragen, Meldungen, Anzeigen
einlaufende Geldspenden
5.
eingehen, schrumpfen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
der Stoff ist beim Waschen eingelaufen
diese Borte läuft nicht ein
6.
sich einlaufendurch Laufen in Gang kommen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
der Motor muss sich erst einlaufen
die Maschine hat sich endlich eingelaufen
Sie [die Großmutter] muß sich erst einlaufen [StrittmatterTinko213]
bildlich
Beispiele:
die Geschäfte liefen sich ein
das Unternehmen hat sich gut eingelaufen
7.
umgangssprachlich, abwertend jmdm. das Haus einlaufenjmdn. immerzu aufsuchen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er hat mir mit seinem Problem das Haus, meine Wohnung, die Tür eingelaufen
salopp, abwertendjmdm. die Bude einlaufen
8.
die (neuen) Schuhe einlaufensich durch ständiges Tragen an die (neuen) Schuhe gewöhnen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
ich werde die Schuhe erst zu Hause, in der Wohnung einlaufen
die Stiefel im Gelände einlaufen
das eingelaufene Schuhwerk
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laufen · Lauf · Läufer · Zeitläufte · Lauft · Zeitlauf · läufig · geläufig · beiläufig · landläufig · vorläufig · ablaufen · Ablauf · anlaufen · Anlauf · auflaufen · Auflauf · auslaufen · Auslauf · belaufen · einlaufen · Einlauf · überlaufen · Überläufer · verlaufen · Verlauf · zerlaufen · Laufbahn · Lauffeuer · Laufgraben · Laufpaß · Laufzettel
laufen Vb. ‘(zu Fuß) gehen, rennen, fließen’. Für das gemeingerm. reduplizierende Verb ahd. (h)loufan (8. Jh.), mhd. loufen, asächs. -hlōpan, mnd. mnl. lōpen, nl. lopen, aengl. hlēapan ‘laufen, treten, tanzen’, engl. to leap ‘springen, hüpfen’, anord. hlaupa ‘laufen, springen’, schwed. löpa ‘laufen’, got. ushlaupan ‘aufspringen’ sind ie. Verwandte nicht mit Sicherheit nachzuweisen; eine (lautlich mögliche) Verbindung mit lit. šlubúoti ‘lahmen, hinken’ bzw. klùpti ‘niederknien, stolpern’ befriedigt semantisch nicht. Seebold 261 sieht Anknüpfungsmöglichkeiten in lit. keliáuti ‘wandern, reisen’, griech. kéleuthos (κέλευθος) ‘Weg, Pfad, Bahn, Reise’. Dann vielleicht über eine Erweiterung ie. *keleu- ‘wandern, Weg’ zur Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ (s. ↗halten)? Die Vorstellung größerer Schnelligkeit tritt in neuerer Sprache vielfach zurück, so daß laufen für gehen eintreten kann. In nhd. Zeit wird laufen häufig auf Bewegungen von Fahrzeugen und Maschinen und speziell von Flüssigkeiten bezogen. Lauf m. ‘das Laufen, Verlauf, Flußlauf, Bein des Haarwilds’, auch ‘Rohr von Handfeuerwaffen’ (vgl. Gewehrlauf), ahd. (h)louf (9. Jh.), mhd. louf, mnd. lōp, mnl. nl. loop ‘Gang, Lauf, Verlauf’, anord. hlaupr ‘Sprung’ führen auf germ. *hlaupa-, daneben (mit anderer Stammbildung) aengl. hlīep ‘Sprung’, anord. hlaup n. ‘Sprung, Lauf, Galopp (des Pferdes)’. Im Dt. auch das ti-Abstraktum germ. *hlaufti- mit ahd. (h)louft (8. Jh.), mhd. louft, nhd. (älter) Lauft, erhalten in Zeitläufte (s. unten). Läufer m. ‘wer (gut) läuft, Sportler einer Laufdisziplin, langer Teppich’, ahd. (h)loufāri (um 800), mhd. loufære, löufære ‘Bote, Rennpferd’. Zeitläufte Plur. ‘Zeitabschnitte mit ihren Ereignissen’ (18. Jh.), Zusammensetzung mit Lauft m. das im Anschluß an ahd. (h)louft (9. Jh.), mhd. louft im älteren Nhd. neben Lauf (s. oben) gebraucht wird; daneben Zeitlauf m. seit dem 17. Jh. bezeugt und im Sing. wie im Plur. verwendet. läufig Adj. ‘brünstig’, besonders von Hunden (15. Jh.), mhd. löufec, löufic ‘gangbar, bewandert, gerieben’, noch bis ins 18. Jh. im Sinne von ‘häufig vorkommend, gebräuchlich’ (wofür dann geläufig). geläufig Adj. ‘häufig vorkommend, allgemein bekannt, vertraut, fließend, perfekt’ (17. Jh.). beiläufig Adj. ‘wie zufällig, nebenher’, (südd.) ‘ungefähr’ (um 1500), daneben frühnhd. auch beiläuftig (15. Jh.). landläufig Adj. ‘üblich, allgemein bekannt’, frühnhd. lantlöufig, auch ‘im Lande umgehend’ (15. Jh.). vorläufig Adj. ‘nicht endgültig, einstweilig’ (17. Jh.), eigentlich ‘vorher-, vorausgehend’. ablaufen Vb. ‘weglaufen, abfließen, zu Ende gehen, sich ereignen, seinen Verlauf nehmen’, mhd. abeloufen; Ablauf m. ‘das Ablaufen, Abfluß(graben), Verlauf’, mhd. abelouf. anlaufen Vb. ‘sich in Bewegung setzen, anstürmen, ansteuern, beginnen, beschlagen, zunehmen’, ahd. ana(h)loufan (9. Jh.), mhd. aneloufen; Anlauf m. ‘das Anlaufen, Beginn, Anstoß’, ahd. ana(h)louf (10./11. Jh.), ana(h)louft (8. Jh.), mhd. anlouf ‘Ansturm, Angriff’. auflaufen Vb. ‘auf Grund laufen, aufgehen, anwachsen’, mhd. ūfloufen, auch ‘einen Auflauf bilden, anschwellen’; Auflauf m. ‘Zusammenlaufen einer erregten Menschenmenge’, mhd. ūflouf; ‘überbackene Speise’ (19. Jh.). auslaufen Vb. ‘herausfahren, zu Ende gehen, aufhören’, mhd. ūʒloufen, auch ‘hinauslaufen, entlaufen’; Auslauf m. ‘das Auslaufen, Strecke hinter dem Ziel’, mhd. ūʒlouf ‘Auszug, Durchfall, Ruhr’. belaufen Vb. ‘anlaufen, beschlagen’, sich belaufen auf ‘betragen’, mhd. beloufen, auch ‘durchlaufen, überlaufen’. einlaufen Vb. ‘kleiner werden, ankommen, eingehen’ (17. Jh.). Einlauf m. ‘Ankunft am Ziel, Darmspülung’, frühnhd. ‘Einfall, das Eindringen’ (16. Jh.). überlaufen Vb. ‘desertieren, überfließen’, mhd. überloufen, auch ‘treffen, befallen, übergehen, auslassen, durchlaufen’; Überläufer m. ‘Deserteur’ (15. Jh.), mhd. überloufer ‘wer etw. kurz behandelt, abtut’. verlaufen Vb. ‘ablaufen, vergehen, verirren’, ahd. fir(h)loufan ‘vorauslaufen, überholen’ (9. Jh.), ‘vergehen’ (um 1000), mhd. verloufen, auch ‘vorüberlaufen, sich begeben, sich abnützen’; Verlauf m. ‘Ablauf, Entwicklung, Vorgang’ (15. Jh.). zerlaufen Vb. ‘auseinandergehen, -fließen’, ahd. zi(h)loufan ‘herab-, auseinanderlaufen’ (8. Jh.), mhd. zerloufen, auch ‘vergehen’. Laufbahn f. ‘Bahn für Wettrennen’ (17. Jh.), ‘Werdegang, Berufsweg’ (seit dem 18. Jh. als Verdeutschung von ↗Karriere, s. d.). Lauffeuer n. ‘Feuer (zur Fernzündung), das sich über einen Strich ausgeschütteten Pulvers bewegt’ (17. Jh.), in der Wendung wie ein Lauffeuer (sich ausbreiten) ‘sehr schnell’; in jüngerer Zeit als ‘sich schnell (über trockenes Laub und Gras hin) ausbreitendes Feuer’ aufgefaßt (vgl. schweiz. Laubfeuer). Laufgraben m. ‘zum Schutz vor Geschossen angelegter Graben’ (16. Jh.). Laufpaß m. ‘Ausweis für entlassene (invalide) Soldaten und Arbeitsuchende, der die freie Bewegung innerhalb eines Landes zusichert’ (18. Jh.), heute noch in der Wendung jmdm. den Laufpaß geben ‘jmdn. wegschicken’. Laufzettel m. zunächst (17. Jh.) wie jüngeres Laufpaß, dann ‘Zettel an Werkstücken zur Eintragung bestimmter Arbeitsgänge, Zettel, der durch eine Reihe von Büros läuft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) zusammenziehen · ↗eingehen (Textilwäsche) · einlaufen · kleiner werden · ↗schrumpfen
Synonymgruppe
(in den Bahnhof) einlaufen · ↗(sich) einfinden · ↗(sich) einstellen · ↗ankommen · ↗einlangen · einlaufen (Schiff) · ↗eintreffen · ↗erscheinen · ↗kommen  ●  ↗(irgendwo) einschweben  ugs., ironisch, fig. · (sich) blicken lassen (bei)  ugs. · andackeln  ugs. · angeschoben kommen  ugs., salopp, variabel · anmarschiert kommen  ugs. · ↗anrücken  ugs. · ↗antanzen  ugs. · ↗anwackeln  ugs. · ↗aufkreuzen  ugs. · ↗aufschlagen  ugs., fig. · im Anflug sein  ugs., fig. · im Anmarsch sein  ugs., fig. · um die Ecke kommen  ugs.
Assoziationen
Sport
Synonymgruppe
(sich) aufwärmen · (sich) einlaufen · ↗(sich) warmlaufen
Synonymgruppe
einlaufen (Schuhe)  ●  eine Weile tragen  ugs.
Synonymgruppe
auf den Platz laufen · aufs Spielfeld laufen · einlaufen (Fußball o.ä.)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Badewasser Bestellung Bucht Containerschiff Dampfer Flugzeugträger Frachter Fregatte Fähre Gesuch Hafen Heimathafen Kreuzer Kreuzfahrtschiff Kriegsschiff Kutter Marathontor Meldung Olympiastadion Schiff Sonderzug Stadion Telegramm Volksparkstadion Wäsche Zerstörer Zielgerade Zielhafen laufen pünktlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einlaufen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem bin ich heiß darauf, endlich mal als Spieler in die Arena einzulaufen.
Bild, 04.04.2003
Es empfiehlt sich, neue Schuhe auf jeden Fall vorher einzulaufen.
Süddeutsche Zeitung, 18.09.1998
Anschließend noch 200 g Öl vorsichtig unter ständigem Rühren einlaufen lassen.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 302
Draußen, halb verborgen, stand er, bis der Zug einlief und bis der Zug davongefahren war.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 178
Zahlreiche Briefe liefen ein, deren Absender verlangten, von ihrem Eide entbunden zu werden.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 24627
Zitationshilfe
„einlaufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einlaufen>, abgerufen am 16.12.2019.

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