einlegen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-le-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungein-legen
Wortbildung mit ›einlegen‹ als Erstglied: ↗Einlegearbeit · ↗Einlegeblatt · ↗Einlegegurke · ↗Einlegesohle · ↗Einlegestoff · ↗Einlegung
 ·  mit ›einlegen‹ als Grundform: ↗Einlage
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. in etw. legen
Beispiele:
einen neuen Film in den Fotoapparat einlegen
ein Blatt Papier, ein Buchzeichen in das Buch einlegen
in den Brief war ein Geldschein eingelegt
Filzsohlen in die Schuhe einlegen
Watte in die Schulterpartie einlegen
das Gemüse in die kochende Brühe, Fleischstücke in die Form einlegen
eingelegte Heringe
das Haar einlegen (= in Wellen legen)
2.
Gemüse, Eier in eine Flüssigkeit legen und dadurch haltbar machen
Beispiele:
Gurken, Bohnen in Essig, Salzwasser einlegen
Eier für den Winter einlegen
3.
etw. zusätzlich einfügen
Beispiele:
ein volkstümliches Lied, Nationaltänze in eine Oper einlegen
eine Sonderschicht einlegen
wir wollen erst eine Pause einlegen
sie hatten einen Ruhetag eingelegt
bei dem Weihnachtsverkehr mussten noch einige Züge eingelegt werden
4.
eine andersfarbige Verzierung einlassen
Beispiele:
die Türen waren mit Ebenholz eingelegt
ein buntes Wappen war in den Tisch eingelegt
ein mit verschiedenfarbigen Hölzern eingelegtes Parkett
Elfenbein, Perlmutter in eine Metallplatte einlegen
eine eingelegte Arbeit
5.
Bankwesen
Beispiele:
Geld einlegen (= anlegen, einzahlen)
Geld in ein Unternehmen einlegen
die Summe wurde nach und nach eingelegt
6.
historisch
Beispiele:
die Lanze einlegen (= stoßbereit halten)
mit eingelegter Lanze den Gegner zu Boden rennen
bildlich
Beispiele:
gehoben für jmdn. eine Lanze einlegen (= jmdn. verteidigen)
Die Wellen beugten die Köpfe wie Stiere, die die Hörner zum Stoße einlegen [Th. MannKröger9,257]
7.
einen Einspruch einlegeneinen Einspruch aussprechen
Beispiele:
ein Veto, einen Protest, eine Beschwerde einlegen
gehoben gegen eine Behauptung Verwahrung einlegen
Jura gegen eine Entscheidung ein Rechtsmittel gebrauchen
Beispiele:
gegen ein Urteil Berufung einlegen
ein bei Gericht eingelegter Widerspruch
8.
Beispiele:
bei jmdm. ein gutes Wort für jmdn. einlegen (= bei jmdm. für jmdn. bitten)
gehoben bei jmdm. Fürsprache für jmdn. einlegen (= bei jmdm. für jmdn. bitten)
mit einer guten Leistung Ehre einlegen (= Lob ernten)
mit jmdm. Ehre einlegen (= auf jmdn. stolz sein)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legen · ablegen · Ableger · anlegen · Anlage · auflegen · aufgelegt · Auflage · auslegen · Auslage · beilegen · Beilager · Beilage · einlegen · Einlage · erlegen · niederlegen · Niederlage · überlegen1 · Überlegung · überlegen2 · unterlegen · Unterlage
legen Vb. ‘zum Liegen bringen’. Das gemeingerm. bezeugte Verb ahd. leg(g)en (8. Jh.), mhd. legen (auch lecken, leggen), asächs. leggian, mnd. leggen, mnl. legghen, lēghen, nl. leggen, aengl. lecgan, engl. to lay, anord. leggja, schwed. lägga, got. lagjan ist Kausativum im Sinne von ‘liegen machen’ zu dem unter ↗liegen (s. d.) dargestellten starken Verb wie russ.-kslaw. ložiti sja, russ. ložít’sja (ложиться) ‘sich legen’ zu aslaw. ležati, russ. ležát’ (лежать) ‘liegen’. ablegen Vb. ‘von sich tun, (Kleidung) ausziehen bzw. nicht mehr tragen, abladen, deponieren, vollziehen, leisten’, mhd. abelegen ‘(Kleidung) ausziehen, abladen, abgelten, auszahlen, außer Kraft setzen, Abbruch tun’; Ableger m. ‘junger Pflanzentrieb’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Auf- und Ablader’ (15. Jh.). anlegen Vb. ‘an etw. legen, ankleiden, zielen, auf etw. abzielen, bezwecken, anzetteln, entwerfen, gestalten, bewirken, nutz- und gewinnbringend verwenden’, ahd. analeg(g)en ‘an-, auflegen, hineinschicken’ (8. Jh.), mhd. anelegen ‘ankleiden, anzetteln, vorbereiten, veranschlagen, auferlegen, auf Zinsen anlegen’; Anlage f. ‘Hinzu-, Beigefügtes, nutzen- und gewinnbringende Verwendung, Begabung, Neigung, das Gestaltete (Grünfläche, Baugestaltung)’, mhd. anlāge ‘Anliegen, Bitte, Hinterhalt’. auflegen Vb. ‘auf etw. legen, aufbürden, anordnen, (von Büchern) drucken und herausbringen’, ahd. ūfleg(g)en (um 1000), mhd. ūflegen ‘auf-, auslegen, aufstellen, zeigen, ausdenken, ersinnen, erschaffen, anordnen, bestimmen, veranstalten, stiften’; aufgelegt Part.adj. ‘geneigt, gestimmt zu etw., gelaunt’ (18. Jh.); Auflage f. ‘das Auferlegte, zu Leistende, Anweisung, Gebot, Beschwerde, Beschuldigung’ (16. Jh.), ‘Auferlegung, das Aufgelegte auf eine Unterlage, Anzahl der auf einmal gedruckten und verlegten Exemplare eines Druckes’ (17. Jh.). auslegen Vb. ‘ausbreiten, zur Schau stellen, mit einem Belag versehen, Geld vorschießen, deuten, interpretieren’, mhd. ūʒlegen ‘zum Verkauf anbieten, besetzen, verbrämen, ausrüsten, erfüllen, schmücken, darlegen, bestimmen, verabreden, deuten, erklären’; Auslage f. ‘Kosten, verauslagtes Geld, zur Ansicht ausgebreitete Ware, das Auslegen, zur Ansicht Bereitlegen’ (16. Jh.). beilegen Vb. ‘danebenlegen, hinzufügen, mitschicken, beseitigen, (Streit) schlichten’, ahd. bileg(g)en ‘be-, hinlegen, legend bedecken’ (8. Jh.), mhd. bīlegen ‘(sich) dazulegen (zum Beilager)’; Beilager n. ‘Eheschließung, Beischlaf’, mhd. bīleger, frühnhd. bī-, beilager (Ende 14. Jh.); Beilage f. ‘das Beigefügte’ (vielfach kanzleisprachlich von Schriften, Listen), ‘Zukost’, älter auch ‘anvertrautes Gut’ und ‘Beilager’ (15. Jh.). einlegen Vb. ‘hineinlegen, konservieren, mit einer Einlage verzieren, einzahlen’, mhd. īnlegen ‘ein-, hineinlegen, gegen jmdn. eine Klage vorbringen’; Einlage f. ‘das Hineingelegte, Versteifung (bei Kleidern), angelegtes oder eingezahltes Geld, Spargeld’ (16. Jh., bereits früh im Bankwesen). erlegen Vb. ‘(Wild) töten, (durch Tötung) niederlegen’, auch ‘einen Geldbetrag entrichten’, ahd. irleg(g)en ‘auferlegen, entgegensetzen, bestimmen’ (8. Jh.), mhd. erlegen ‘niederlegen, aus-, ein-, belegen, schlichten’. niederlegen Vb. ‘etw., sich hinlegen, ein Amt aufgeben’, ahd. nidarleg(g)en ‘hinwerfen, -legen, -stellen’ (9. Jh.), mhd. niderlegen ‘niederlegen, besiegen, beseitigen, abstellen, in Beschlag nehmen’; Niederlage f. ‘das Besiegtwerden, Unterlegensein, Warenlager, Großhandelszweigstelle’, mhd. niderlāge ‘das Niederlegen, -sinken, Sichniederlassen, Aufenthalt, Ruhe, Verlust, Schaden, das Niedermetzeln’. überlegen1 Vb. ‘überdecken, nachdenken, bedenken, erwägen’, ahd. ubarleg(g)en ‘vorwerfen, vorhalten’ (um 1000), mhd. überlegen ‘überziehen, bedecken, belegen mit, über-, zu-, zusammenrechnen’; Überlegung f. ‘Erwägung, das Bedenken’ (18. Jh.). überlegen2 Vb. ‘über etw. legen, ein Tuch umnehmen, ein Kind strafen’ (18. Jh.). unterlegen Vb. ‘als Unterlage darunterschieben, zuschreiben’, ahd. untarleg(g)en ‘stützen, unterstellen’ (8. Jh.), mhd. underlegen; Unterlage f. ‘Fundament, Grundlage, das Untergelegte, (beweisendes) Schriftstück, Beweisstück’, mhd. underlāge ‘Unterwerfung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
einlegen · ↗furnieren
Synonymgruppe
einlegen [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Synonymgruppe
beizen · einlegen · ↗marinieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwalt Berufung Bescheid Beschluß Beschwerde Bundesgerichtshof Einspruch Entscheidung Oberlandesgericht Oberverwaltungsgericht Pause Protest Rechtsmittel Revision Rückwärtsgang Schweigeminute Sonderschichte Staatsanwaltschaft Strafbefehl Trainingspause Urteil Verfassungsbeschwerde Verschnaufpause Veto Wertung Widerspruch Zwangspause Zwischenstopp dagegen legen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einlegen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immerhin durften sie nach jeweils 80 Minuten eine kurze Pause einlegen.
Der Tagesspiegel, 31.08.1999
Wenn allerdings ein Land seine nationalen Interessen berührt sieht, kann es auch weiterhin ein Veto einlegen.
Süddeutsche Zeitung, 19.06.1997
Nach der Wahl legten die Freien Demokraten dagegen ihr Veto ein.
o. A. [Bar.]: Investitionshilfeabgabe. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1983]
Einen Film brauchst Du zu dieser Probe noch nicht einzulegen.
Opfermann, Hans Carl: Die neue Schmalfilm-Schule, Harzburg: Heering 1940, S. 171
Du kannst ein Bild von Dir einlegen, vielleicht hast Du eins?
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 172
Zitationshilfe
„einlegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einlegen>, abgerufen am 21.02.2019.

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