Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

einlenken

Grammatik Verb · lenkt ein, lenkte ein, hat/ist eingelenkt
Aussprache 
Worttrennung ein-len-ken
Wortzerlegung ein- lenken
Wortbildung  mit ›einlenken‹ als Erstglied: Einlenkung
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. von einer Richtung in eine andere lenken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
das Auto in die Einfahrt, auf den Platz, zum See einlenken
die Rakete muss in die vorher bestimmte Bahn eingelenkt werden
er hatte das Boot in die Bucht eingelenkt
von einer Richtung in eine andere lenken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’/‘ist’
Beispiele:
er lenkte von der Straße ab und in einen Waldweg ein
nach rechts einlenken
er war nach links eingelenkt
2.
anfangen nachzugeben, sich nachgiebig zeigen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
kaum hatte er ihr betroffenes Gesicht bemerkt, als er auch schon einlenkte
um die Stimmung nicht zu verderben, hatte er eingelenkt
er reichte ihm einlenkend die Hand
versöhnlich, begütigend einlenken
das Einlenken einer Regierung
jmdm. ein Einlenken schwer machen
ein gewisses Einlenken war geboten
Der Arbeiter hält es für besser, einzulenken [ BrechtFurcht u. Elend3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lenken · ablenken · einlenken · Lenker · Lenkrad · Lenkstange
lenken Vb. ‘in eine bestimmte Richtung bewegen, steuern’, mhd. lenken ‘biegen, wenden, richten’ (vgl. auch ahd. ir(h)lenken ‘verrenken’, Hs. 12. Jh., ūʒ(h)lenken ‘aufschnallen’, um 900) ist eine Bildung zu dem unter Gelenk (s. d.) aufgeführten Substantiv ahd. (h)lanka (um 800), mhd. lanke ‘Hüfte, Lende’, eigentlich ‘Einbiegung, Stelle, an der man sich biegt’, s. auch Flanke. Die Bedeutung entwickelt sich von ‘biegen, in eine andere Richtung biegen’ zu ‘die Richtung bestimmen, steuern’. ablenken Vb. ‘in eine andere Richtung lenken, abbiegen’ (um 1500), ‘fernhalten, abwenden, auf andere Gedanken bringen’ (Anfang 16. Jh.). einlenken Vb. ‘von einer Richtung in eine andere lenken, sich nachgiebig zeigen’ (um 1700). Lenker m. ‘wer lenkt, führt, befehligt’ (17. Jh.), ‘Lenkstange, Steuergerät’ (20. Jh.). Lenkrad n. Lenkstange f. (beide Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Einsehen haben · (sich) beugen · (sich) einsichtig zeigen · (sich) fügen · (sich) zurückziehen · einlenken · klein beigeben · weichen · zurückweichen  ●  (den) Kopf einziehen  fig. · (sich) ducken  fig. · das Handtuch werfen  fig. · die Stellung räumen  fig. · kein Rückgrat haben  fig. · kleine Brötchen backen (müssen)  fig. · nachgeben  Hauptform · zurückrudern  fig. · (einen) Rückzieher machen  ugs. · Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.  ugs., Sprichwort · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · die Platte putzen  ugs. · einknicken  ugs., fig. · kuschen  ugs. · zu Kreuze kriechen  geh., fig., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›einlenken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einlenken‹.

Verwendungsbeispiele für ›einlenken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anschreien, das mochte sie überhaupt nicht, da lenkte sie lieber ein. [Der Tagesspiegel, 26.09.2003]
Irgendwann halte ich das nicht mehr aus und lenke ein. [Bild, 28.08.2000]
Unter ihm lenkte die attische Politik in neue Bahnen ein. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 12331]
Zuvor hatte sie jedoch bei des Trainers Erklärungen noch schnell einlenken müssen. [Die Zeit, 06.09.1974, Nr. 37]
Der König lenkte vielleicht selbst noch in seinen letzten Jahren in den Kurs seiner Vorgänger ein. [Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 28432]
Zitationshilfe
„einlenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einlenken>.

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