Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

einleuchten

Grammatik Verb · leuchtet ein, leuchtete ein, hat eingeleuchtet
Aussprache 
Worttrennung ein-leuch-ten
Wortzerlegung ein- leuchten
Wortbildung  mit ›einleuchten‹ als Erstglied: einleuchtend
eWDG

Bedeutung

jmdm. leuchtet etw. einjmd. begreift, versteht etw.
Beispiele:
deine Erklärung leuchtet mir ein
ihre Gründe haben mir nicht eingeleuchtet
eine solche Argumentation, die Richtigkeit hiervon muss doch jedem (sofort) einleuchten!
deine Motive wollen mir nicht recht, durchaus nicht einleuchten (= sie sind mir nicht verständlich)
das schien dem Kinde einzuleuchten
einleuchtendverständlich, klar
Grammatik: häufig im Partizip I
Beispiele:
dass er mit der kleinen Summe nicht auskommen konnte, war einleuchtend
deine Erklärung ist mir einleuchtend
eine einleuchtende Begründung, Lösung
ein einleuchtender Gedanke
er bewies seine Theorie mit noch einleuchtenderen Beispielen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leuchten · beleuchten · Beleuchter · Beleuchtung · durchleuchten · einleuchten · einleuchtend · erleuchten · Erleuchtung · Leuchter · Leuchtgas · Leuchtturm
leuchten Vb. ‘Licht ausstrahlen, glänzen, schimmern, auf jmdn., etw. Licht fallen lassen, jmdm. den Weg erhellen’. Das germ. Verb ahd. (8. Jh.), mhd. liuhten (md. lūchten), asächs. liohtian, liuhtian, mnd. lüchten, lochten, aengl. līhtan, engl. to light, got. liuhtjan ‘leuchten’ ist eine Denominativbildung zu dem unter licht (s. d.) behandelten Adjektiv und bedeutet ursprünglich ‘hell sein’. beleuchten Vb. ‘in helles Licht setzen, erhellen, anstrahlen’, übertragen ‘ins Blickfeld rücken, behandeln’, ahd. biliuhten (8. Jh.), mhd. beliuhten; dazu Beleuchter m. ‘wer etw. beleuchtet, wer etw. erklärt, ins rechte Licht rückt’ (um 1600); Beleuchtung f. (16. Jh.). durchleuchten Vb. ‘mit Licht erfüllen, hell, leuchtend machen, durch etw. hindurchleuchten’, auch (Anfang 20. Jh.) übertragen ‘kritisch untersuchen’ und ‘mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchdringen, durchsichtig machen, untersuchen’, ahd. thuruhliuhten (um 1000), mhd. durchliuhten ‘durchstrahlen, erklären’; s. auch Durchlaucht. einleuchten Vb. ‘klar, deutlich werden, überzeugend wirken’, ahd. inliuhten ‘(er)leuchten, sehend machen, hell werden, zum Licht führen’ (um 800), mhd. īnliuhten (in mystischem Sinne) ‘wie ein Licht hell eindringen’ (dazu īnliuhtunge f. und īnliuhtende Part. Präs.); bis ins 17. Jh. (Pietismus) bleibt einleuchten ein Wort der religiösen Sprache, erst die Aufklärung (18. Jh.) verwendet es im Sinne von ‘klar, augenscheinlich werden’, wozu einleuchtend Part. Präs. ‘klar, deutlich, verständlich’ (18. Jh.). erleuchten Vb. ‘hell machen, durch Leuchten erhellen’, übertragen ‘mit (geistiger) Klarheit erfüllen, eingeben’, ahd. irliuhten (9. Jh.), mhd. erliuhten (md. erlūchten) ‘hell machen, erleuchten, sehend machen, aufleuchten’; s. auch erlaucht; Erleuchtung f. ‘oft wunderbar anmutende Klarheit über Probleme, Fragen’, mhd. erliuhtunge, auch ‘Aufleuchten, Glanz’. Leuchter m. ‘Halter für Kerzen oder kleine Lämpchen, Kerzenständer’, mhd. liuhtære, (md. lūchtære). Leuchtgas n. ‘zum Heizen und zur Beleuchtung verwendetes Gasgemisch, Stadtgas’ (20er Jahre 19. Jh.). Leuchtturm m. ‘Turm mit einem Leuchtfeuer als Seezeichen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(für jemanden) nachvollziehbar sein · (für jemanden) plausibel sein · (jemandem) nachvollziehbar erscheinen · (jemanden) überzeugen · nachvollziehen können · verstehen · überzeugend finden  ●  (jemandem) einleuchten  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
deutlich werden · einleuchten · einsichtig werden · erhellen · erleuchten · klar werden

Typische Verbindungen zu ›einleuchten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einleuchten‹.

Verwendungsbeispiele für ›einleuchten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich sagte, am besten wäre es, so schnell wie möglich zu verschwinden, das leuchtete ihr ein. [Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 115]
Daß es aber jemanden glücklich machen konnte und daß man es feierte wie eine Hochzeit, das leuchtete ihm nicht ein. [Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 303]
Daß jegliche Bewegung ihrem Begriff nach nur als relative Bewegung gedacht werden muß, war zu allen Zeiten einleuchtend. [Einstein, Albert: Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie (Gemeinverständlich), Braunschweig: Vieweg 1917 [1917], S. 33]
Daß also gespart wird, wo dies nur möglich ist, leuchtet ein. [C't, 1999, Nr. 11]
Das schien nun gar nicht einleuchtend – hatte doch die Anzeige der arabischen Schriften vorher geklappt. [C't, 1996, Nr. 1]
Zitationshilfe
„einleuchten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einleuchten>.

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