einlullen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-lul-len (computergeneriert)
Wortzerlegungein-lullen
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. sanft einschläfern
Beispiele:
die eintönige, leise Musik, das Gerassel des Wagens lullte sie, ihre Sinne ein
sich von Träumen einlullen lassen
eine einlullende Stimme
bildlich
Beispiele:
jmdn. mit sanften, verführerischen Worten einlullen
jmdn. in trügerische Hoffnungen einlullen
jmds. Gewissen einlullen
Das Eiapopeia vom Himmel, / Womit man einlullt, wenn es greint, / Das Volk, den großen Lümmel [HeineWintermärchen2,431]
man solle sich nicht einlullen lassen von dem listigen, fadsüßen Versöhnlichkeitsgerede Jerusalems [Feuchtw.Jüd. Krieg153]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lullen · einlullen · Lulle
lullen Vb. lautmalende kindersprachliche Bildung, eigentlich ‘lu lu machen’. In bezug auf den Sauglaut ‘saugen (an der Brust), lutschen’ (Anfang 16. Jh.), weiterhin noch mundartlich lullen, lüllen. Auch lullen, einlullen ‘leise ein (Schlaf)lied singen’, also ‘lu lu singen’ (17. Jh.), mnd. lollen, lolliken ‘leise murmeln oder singen’, mnl. nl. lollen, lullen ‘murmeln, trällern’, engl. to lull ‘in den Schlaf singen’ (14. Jh.; dazu lullaby ‘Schlaf-, Wiegenlied’, 16. Jh.), schwed. lulla ‘singen’. S. ähnlich gebildetes ↗lallen. Hierzu stellt sich ferner lautnachahmendes lullen, lullern, auch lullu machen, kindersprachlich (besonders omd.) für ‘Wasser lassen’; vgl. zugehöriges Lüllpott ‘Nachttopf’ (16. Jh., Fischart). einlullen Vb. ‘in den Schlaf singen’ (18. Jh.). Lulle f. ‘Zigarette’, umgangssprachlich seit etwa 1950, wohl Ableitung von lullen ‘saugen’, vgl. auch nd. (mundartlich) Lull ‘Sauglappen für Kinder’ und obd. (mundartlich) Luller ‘Schnuller’.

Thesaurus

Synonymgruppe
berücken · ↗betören · ↗bezaubern · ↗bezirzen · ↗hypnotisieren · in den/seinen Bann schlagen · in den/seinen Bann ziehen · ↗umgarnen · ↗verführen · ↗verzaubern  ●  einlullen  ugs. · ↗einwickeln  ugs. · um den (kleinen) Finger wickeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
einlullen · ↗einschläfern · in den Schlaf lullen · in den Schlaf wiegen
Antonyme
Synonymgruppe
(jemandem) (eine) Scheinsicherheit vorgaukeln · (jemanden) in Sicherheit wiegen · einlullen
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) heile Welt vorgaukeln · so tun als wenn alles in (bester) Ordnung ist  ●  ↗einwickeln  fig. · einlullen  ugs. · ↗einseifen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gegner Hörer Leser Publikum Wähler ablenken lullen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einlullen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das scheint die Stadt regelrecht zu schaukeln, es lullt einen ein.
Der Tagesspiegel, 12.09.2004
Wie konnte sie sich nur von ihm so einlullen lassen!
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 55
Und dann liegt unsereins, eingelullt von zarten Händen, plötzlich flach.
Die Zeit, 14.09.1979, Nr. 38
Sie ließ sich vom Schütteln des Zuges und dem Rattern der Räder einlullen.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 306
Sie waren aber noch nicht darauf vorbereitet, sich mit Jugoslawien einzulassen, da ihre Politik vorläufig noch darin bestand, ihr ahnungsloses Opfer auch weiterhin einzulullen.
o. A.: Fünfzehnter Tag. Freitag, 7. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 22000
Zitationshilfe
„einlullen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einlullen>, abgerufen am 24.03.2019.

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